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Baobab Baum – der Affenbrotbaum, der Wasser im Stamm speichert

Der Baobab Baum, auch Affenbrotbaum genannt, ist ein Malvengewächs der Gattung Adansonia mit mächtigem, wasserspeicherndem Stamm. Er wächst in den Trockensavannen Afrikas, auf Madagaskar und in Nordwestaustralien und kann weit über tausend Jahre alt werden. Seine großen weißen Blüten öffnen sich nachts, aus ihnen reifen samtige Kapselfrüchte mit trockenem Fruchtfleisch.

Mitten in der Trockenzeit steht er kahl in der Savanne, ein Stamm so breit wie ein kleines Haus, darüber ein Gewirr aus Ästen. Viele Menschen sagen, er sehe aus, als hätte man ihn verkehrt herum eingepflanzt. Doch an seinen Zweigen baumeln samtgraue Früchte, und in jeder steckt ein Vorrat an trockenem, säuerlichem Fruchtfleisch.

Baobab Baum: der Affenbrotbaum im Überblick

Der Baobab Baum gehört zur Gattung Adansonia aus der Familie der Malvengewächse. Benannt ist sie nach dem französischen Naturforscher Michel Adanson, der den Baum im 18. Jahrhundert im Senegal beschrieb. Der deutsche Name Affenbrotbaum kommt von den Früchten, die Affen gern fressen.

Heute unterscheidet man acht Arten. Sechs davon wachsen nur auf Madagaskar, eine in Nordwestaustralien. Die bekannteste ist der afrikanische Baum Baobab, Adansonia digitata, aus dessen Früchten das Baobab Pulver gewonnen wird.

Baobab: von der Pflanze zum Gewürz
Baobab von Azafran.

So sieht der Baobab aus

Ein ausgewachsener Baobab wird 15 bis 25 Meter hoch, sein Stamm kann über zehn Meter Durchmesser erreichen. Das Holz ist weich und faserig und speichert in der Regenzeit große Mengen Wasser. So übersteht der Baum lange Dürren, sein Stamm schwillt dabei sichtbar an und schrumpft wieder.

Die Rinde ist glatt, grau bis rötlich und oft von Narben gezeichnet. Die Blätter sind handförmig geteilt, meist mit fünf bis sieben Fingern. In der Trockenzeit wirft der Baum sie ab und steht viele Monate kahl. Dann wirken die Äste wie Wurzeln, die in den Himmel ragen.

Eine afrikanische Legende erzählt, die Götter hätten den Baobab zur Strafe umgedreht in die Erde gesteckt. Daher stammt der Spitzname „umgedrehter Baum“.

MerkmalBaobab (Adansonia)
FamilieMalvengewächse
Arten8, davon 6 nur auf Madagaskar, 1 in Australien, 1 in Afrika
Höhemeist 15–25 m
Stammbis über 10 m Durchmesser, speichert Wasser
Blätterhandförmig geteilt, in der Trockenzeit abgeworfen
Blütegroß, meist weiß, öffnet sich nachts für eine Nacht
BestäuberFlughunde, auf Madagaskar auch Nachtfalter und Lemuren
Fruchtsamtige Kapsel, 15–30 cm, Fruchtfleisch trocknet am Baum
Alterüber 1.000 Jahre, ältester datierter Baum rund 2.500 Jahre
Frostnicht frosthart, im Topf mindestens 15 °C

Baobab Baum Madagaskar: sechs eigene Arten

Madagaskar ist das Land der Baobabs. Sechs der acht Arten wachsen nur dort, etwa Adansonia grandidieri mit seinem säulenartigen, glatten Stamm. Diese Madagaskar-Bäume tragen ihre Krone wie einen flachen Schirm ganz oben.

Berühmt ist die Allee der Baobabs bei Morondava an der Westküste. Rund zwei Dutzend Baumriesen säumen dort eine Sandpiste, bei Sonnenuntergang ist sie eines der meistfotografierten Motive des Landes. Die Bäume sind Reste eines alten Trockenwaldes, der ringsum längst Feldern gewichen ist.

Auch der afrikanische Baobab wächst auf Madagaskar, vor allem im Nordwesten der Insel. Baobab Pulver wird meist aus den Früchten von Adansonia digitata gewonnen.

Afrikanischer Baum Baobab: Heimat Savanne

Der afrikanische Baobab wächst in den Trockensavannen südlich der Sahara, vom Senegal bis nach Südafrika. Er mag heiße Sommer, eine deutliche Trockenzeit und durchlässige Böden. Frost verträgt er nicht.

In vielen Dörfern ist er Treffpunkt, Schattenspender und Vorratskammer zugleich. Aus den jungen Blättern kocht man Gemüse und Saucen, aus der Rinde flicht man Seile. Alte, hohle Stämme dienten als Wasserspeicher und sogar als Unterschlupf.

Baobab Blüte: eine Nacht lang weiß

Die Baobab Blüte ist groß, weiß und hängt an langen Stielen nach unten. Sie öffnet sich am Abend, verströmt einen strengen, leicht säuerlichen Duft und welkt schon am nächsten Tag. Beim afrikanischen Baobab erscheint sie meist am Ende der Trockenzeit oder zu Beginn der Regenzeit, oft mit den ersten Blättern.

Bestäubt wird sie vor allem von Flughunden, die nachts den Nektar trinken. Auf Madagaskar übernehmen bei manchen Arten große Nachtfalter und Lemuren diese Aufgabe. Dort gibt es auch Arten mit gelben oder rötlichen Blüten.

Baobab Baum Frucht: trocken schon am Ast

Die Frucht des Baobab Baums ist eine längliche Kapsel, 15 bis 30 Zentimeter lang. Ihre holzige Schale ist mit feinem, grünlich-grauem Samt überzogen. Sie hängt an langen Stielen und reift über mehrere Monate in der Trockenzeit.

Das Besondere: Das Fruchtfleisch wird nicht saftig, sondern trocknet schon am Baum. Öffnet man eine reife Frucht, liegen darin kreideweiße, mehlige Brocken, durchzogen von rötlichen Fasern. Zwischen ihnen stecken dutzende nierenförmige, dunkelbraune Samen.

Vom Baum zum Baobab Pulver

Für Baobab Pulver werden die reifen Früchte gesammelt, oft vom Boden oder mit langen Stangen vom Ast. Dann knackt man die Schale, löst die trockenen Brocken heraus und trennt sie von Samen und Fasern. Das Fruchtfleisch wird gemahlen und fein gesiebt.

Weil die Sonne die Trocknung übernimmt, ist der Weg zum Pulver kurz. Fein vermahlen schmeckt es zitronig-fruchtig mit milder Süße. Wie Sie es in Smoothie, Joghurt und Gebäck einsetzen, lesen Sie bei Was ist Baobab.

Der älteste Baobab Baum

Baobabs bilden keine klaren Jahresringe, ihr Alter lässt sich darum nur mit der Radiokarbonmethode schätzen. Als ältester sicher datierter Baobab Baum gilt der Panke-Baobab in Simbabwe. Forscher schätzten ihn auf rund 2.500 Jahre, um 2011 ist er zusammengebrochen.

Auch andere Riesen sind in den vergangenen Jahren gestorben, etwa der Sunland Baobab in Südafrika, in dessen hohlem Stamm einst eine kleine Bar Platz fand. Warum gerade so viele sehr alte Bäume absterben, wird noch erforscht. Viele Forscher vermuten veränderte Niederschläge als einen Grund.

Baobab Samen pflanzen: so keimen sie

Baobab Samen pflanzen Sie am besten im Frühjahr. Die Samenschale ist sehr hart, ohne Vorbehandlung keimen nur wenige. So gehen Sie vor:

  • Die Schale an einer Stelle mit Schleifpapier oder einer Feile leicht anrauen, ohne den Kern zu verletzen.
  • Die Samen 24 Stunden in lauwarmem Wasser einweichen.
  • Etwa zwei Zentimeter tief in sandige Anzuchterde stecken.
  • Warm stellen, ideal sind 25 bis 30 °C, und nur leicht feucht halten.
  • Nach einer bis vier Wochen erscheinen die ersten Keimblätter, manche Samen brauchen länger.

Baobab Kerne pflanzen Sie genauso, gemeint sind dieselben Samen. Die Samen aus einer gekauften Frucht keimen oft gut, solange sie nicht erhitzt wurden.

Baobab als Topfpflanze

Als Topfpflanze wächst der Baobab bei uns langsam und bleibt klein. Er braucht einen sehr hellen, warmen Platz, am besten am Südfenster, und im Sommer gern den Balkon. Die Erde sollte durchlässig sein, etwa Kakteenerde mit etwas Sand.

Gießen Sie im Sommer durchdringend, lassen Sie die Erde dazwischen aber gut abtrocknen. Im Herbst wirft der Baum oft seine Blätter ab und ruht. Dann stellen Sie ihn hell bei mindestens 15 °C und gießen nur sehr selten. Staunässe ist für den Stamm gefährlicher als Trockenheit.

Mit der Zeit bildet die Baobab Pflanze den typischen dicken Stamm, darum ist sie auch als Bonsai beliebt. Blüten und Früchte dürfen Sie im Wohnzimmer allerdings nicht erwarten.

Baobab Anbau: gesammelt statt geerntet

Einen klassischen Baobab Anbau in Plantagen gibt es kaum. Die meisten Früchte stammen von Bäumen, die frei in der Savanne oder auf Dorfflächen stehen. Ein aus Samen gezogener Baum trägt oft erst nach vielen Jahren Früchte, häufig nach über einem Jahrzehnt.

In einigen Ländern veredelt man inzwischen junge Bäume, damit sie früher tragen. Für viele Familien sind die Früchte eine Einnahme in der Trockenzeit.

Häufige Fragen

Was ist ein Baobab Baum?

Ein Malvengewächs der Gattung Adansonia, auch Affenbrotbaum genannt. Er hat einen dicken, wasserspeichernden Stamm und wächst in Afrika, auf Madagaskar und in Australien.

Wie viele Baobab-Arten wachsen auf Madagaskar?

Sechs der acht Arten wachsen nur dort. Bekannt ist die Allee der Baobabs bei Morondava mit Adansonia grandidieri.

Wann blüht der Baobab?

Der afrikanische Baobab blüht meist zu Beginn der Regenzeit. Jede Blüte öffnet sich abends und welkt am nächsten Tag.

Wie sieht die Frucht des Baobab Baums aus?

Eine längliche, samtig behaarte Kapsel mit holziger Schale. Innen liegt trockenes, kreideweißes Fruchtfleisch mit dunklen Samen.

Wie alt wird ein Baobab?

Weit über tausend Jahre. Der Panke-Baobab in Simbabwe wurde auf rund 2.500 Jahre geschätzt.

Wie pflanzt man Baobab Samen?

Schale leicht anrauen, 24 Stunden in lauwarmem Wasser einweichen, zwei Zentimeter tief in sandige Erde setzen und bei 25 bis 30 °C leicht feucht halten.

Kann man einen Baobab als Topfpflanze halten?

Ja, an einem sehr hellen, warmen Platz mit durchlässiger Erde. Im Winter ruht er bei mindestens 15 °C und wird kaum gegossen.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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