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Bohnenkraut Blüten und Ernte: vom Beet bis ins Gewürzregal

Bohnenkraut Blüten sind essbar und schmecken wie die Blätter, nur etwas milder. Die Pflanze blüht je nach Art von Juli bis Oktober, mit kleinen weißen bis zartlila Blüten. Ernten Sie kurz vor oder zu Beginn der Blüte, dann ist das Aroma am kräftigsten.

Im Hochsommer summt es über dem Kräuterbeet. Zwischen den schmalen, dunkelgrünen Blättchen des Bohnenkrauts sitzen winzige helle Blüten, und die Bienen sind schneller da als Sie. Wer jetzt mit der Schere vorbeikommt, erwischt das Kraut in seinem besten Moment. Reiben Sie einen Zweig zwischen den Fingern, und es duftet würzig nach Pfeffer und Sommer.

Bohnenkraut Pflanze: Botanik und Arten

Die Bohnenkraut Pflanze gehört zur Gattung Satureja aus der Familie der Lippenblütler. Damit ist sie eng verwandt mit Thymian, Oregano und Majoran. Für die Küche sind zwei Arten wichtig.

Das Sommerbohnenkraut (Satureja hortensis) ist einjährig und wird etwa 20 bis 40 Zentimeter hoch. Es wächst buschig mit dünnen, leicht behaarten Stängeln und schmalen, weichen Blättern. Das Winter- oder Bergbohnenkraut (Satureja montana) ist ein mehrjähriger Halbstrauch. Es verholzt von unten, bleibt kompakter und hat festere, glänzende Blätter.

Daneben gibt es niedrige, kriechende Formen, die im Steingarten Polster bilden. Sie sind eher Zierde als Küchenkraut. Wie getrocknetes Bohnenkraut aussieht und wie Sie es in der Küche einsetzen, lesen Sie auf der Seite Bohnenkraut Verwendung.

Bohnenkraut: von der Pflanze zum Gewürz
Bohnenkraut von Azafran.

Bohnenkraut Blüten: wann blüht Bohnenkraut?

Bohnenkraut blüht im Hochsommer. Das Sommerbohnenkraut öffnet seine Blüten etwa von Juli bis September, das Winterbohnenkraut etwas später, meist von August bis in den Oktober.

Die Blüten sind klein und sitzen in lockeren Quirlen in den Blattachseln entlang der Triebe. Sie sind weiß, zartrosa oder blasslila, beim Winterbohnenkraut oft mit feinen dunkleren Punkten. Typisch für Lippenblütler ist ihre Form mit Ober- und Unterlippe.

Wenn Bohnenkraut blüht, ist es eine gute Bienenweide. Wer die Blüte stehen lässt, holt sich Bienen, Hummeln und Schwebfliegen ins Beet.

MerkmalSommerbohnenkrautWinterbohnenkraut
Botanischer NameSatureja hortensisSatureja montana
Wuchseinjährig, krautig, 20 bis 40cmmehrjährig, Halbstrauch, verholzt
BlütezeitJuli bis SeptemberAugust bis Oktober
Blütenfarbeweiß bis zartlilaweiß bis blasslila, oft punktiert
Aussaat oder PflanzungAussaat ab Mitte Mai, LichtkeimerJungpflanze im Frühjahr
Ernteganze Pflanze zur Blüteobere Triebe, nicht ins alte Holz
Aromamild würzigkräftiger und herber

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Bohnenkraut Blüten essbar? Ja, und das auch nach der Blüte

Bohnenkraut Blüten sind essbar. Sie schmecken wie die Blätter, würzig und leicht pfeffrig, nur etwas feiner. Frisch gezupft sehen sie auf Bohnensalat, Kartoffelsalat oder einem Kräuterquark hübsch aus.

Auch wenn Bohnenkraut blüht, ist es noch essbar. Die Blätter bleiben würzig, nur werden die Stängel mit der Zeit holziger. Nach der Blüte setzt das Sommerbohnenkraut Samen an und lässt im Aroma etwas nach. Zum Kochen taugt es trotzdem.

Getrocknet landen die Blüten einfach mit den Blättern im Glas. Beim Rebeln trennen Sie beides von den Stängeln, die Blüten dürfen mit hinein.

Bohnenkraut ernten: wann und wie?

Bohnenkraut ernten Sie am besten kurz vor oder zu Beginn der Blüte. Dann enthalten die Blätter am meisten Aroma. Für die Küche können Sie aber schon ab etwa 15 Zentimetern Höhe laufend Triebspitzen abschneiden.

Wann Sie Bohnenkraut ernten, entscheidet auch die Tageszeit. Ideal ist ein trockener, sonniger Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist und die Mittagssonne noch nicht brennt. Nasse Zweige trocknen schlecht und werden leicht muffig.

  • Sommerbohnenkraut: Triebe etwa zehn Zentimeter über dem Boden abschneiden. Zur Hauptblüte können Sie die ganze Pflanze ernten, denn sie ist ohnehin einjährig.
  • Winterbohnenkraut: nur das obere Drittel der Triebe schneiden, nie ins alte Holz. Die letzte größere Ernte bis Anfang September, damit die Pflanze vor dem Winter ausreift.

Bohnenkraut ernten und trocknen

Bohnenkraut ernten und trocknen gehört zusammen, denn getrocknet ist es kräftiger als frisch und hält monatelang. Binden Sie die Zweige zu kleinen Sträußen und hängen Sie sie kopfüber an einen schattigen, luftigen Ort.

Sobald die Blätter rascheln, streifen Sie sie samt Blüten von den Stängeln. Das nennt man rebeln. Die Stängel sind holzig und kommen auf den Kompost. Wie Sie das Kraut am schnellsten trocknen und richtig lagern, steht ausführlich unter Bohnenkraut Verwendung.

Wer keinen Garten hat, greift zu fertig gerebeltem Bohnenkraut. Es ist das ganze Jahr griffbereit und schon so getrocknet, dass das Aroma lange hält.

Bohnenkraut pflanzen: Standort und Anbau

Bohnenkraut pflanzen Sie an einen sonnigen, warmen Platz mit lockerem, durchlässigem Boden. Die Pflanze stammt aus dem Mittelmeerraum und mag es eher karg als fett. Staunässe verträgt sie schlecht.

Sommerbohnenkraut säen Sie ab Mitte Mai direkt ins Beet oder ziehen es ab April auf der Fensterbank vor. Winterbohnenkraut setzen Sie im Frühjahr als Jungpflanze. Es kommt viele Jahre wieder und wird im Frühjahr leicht zurückgeschnitten.

Wohin Sie Bohnenkraut pflanzen, hängt vom Platz ab. In der Kräuterspirale gehört es nach oben, wo es am trockensten und sonnigsten ist. Im Topf auf Balkon oder Terrasse gedeiht es ebenfalls, wenn das Wasser gut ablaufen kann.

Samen Bohnenkraut: Aussaat Schritt für Schritt

Die Samen von Bohnenkraut sind winzig und dunkelbraun. Sie keimen nur, wenn Licht an sie kommt. So gelingt die Aussaat:

  • Samen dünn auf die feuchte Erde streuen und nur leicht andrücken, nicht mit Erde bedecken.
  • Gleichmäßig feucht halten, am besten mit einer Sprühflasche.
  • Bei etwa 15 bis 20 Grad zeigen sich die Keimlinge nach ein bis drei Wochen.
  • Später auf 20 bis 25 Zentimeter Abstand vereinzeln, damit die Büsche Luft bekommen.

Sommerbohnenkraut sät sich gern selbst aus. Wer im Herbst ein paar Samenstände stehen lässt, findet im nächsten Jahr oft junge Pflänzchen an derselben Stelle.

Bohnenkraut mit was pflanzen? Pflanzpartner

Der klassische Pflanzpartner für Bohnenkraut sind Bohnen, vor allem Buschbohnen. Bohnen und Bohnenkraut zusammen zu pflanzen, ist eine alte Gärtnerregel. Nach ihr soll der Duft des Krauts die Schwarze Bohnenlaus fernhalten.

Ob das in jedem Beet klappt, ist nicht sicher belegt. Praktisch ist die Nachbarschaft trotzdem: Sie ernten Bohnen und Kraut im selben Sommer und vom selben Beet für denselben Topf.

Winterbohnenkraut passt gut neben Thymian, Salbei, Oregano und Lavendel. Alle mögen Sonne und eher trockenen Boden und brauchen ähnlich wenig Pflege.

Bohnenkraut Herkunft und Geschichte

Bohnenkraut hat seine Herkunft im Mittelmeerraum und im Gebiet rund ums Schwarze Meer. Dort wächst das Bergbohnenkraut bis heute wild an sonnigen, steinigen Hängen.

Schon die Römer würzten mit Bohnenkraut. Über die Alpen kam es vermutlich mit ihnen und später über die Klostergärten. In der Landgüterverordnung Karls des Großen (Capitulare de villis), die festlegte, welche Pflanzen in den Gärten wachsen sollten, wird es bereits genannt.

Der lateinische Name Satureja wird der Überlieferung nach mit den Satyrn in Verbindung gebracht, das ist aber eher Legende als Wortgeschichte. Der deutsche Name ist dagegen eindeutig: Bohnenkraut kam bei uns seit jeher an die Bohnen. Regional heißt es auch Pfefferkraut oder Kölle.

Vom Feld zum gerebelten Bohnenkraut

Getrocknetes Bohnenkraut für die Küche wird auf dem Feld angebaut und zu Beginn der Blüte geschnitten. Danach trocknet man es schonend bei niedrigen Temperaturen, damit die Aromastoffe in den Blättern bleiben.

Anschließend wird das Kraut gerebelt: Maschinen trennen Blätter und Blüten von den harten Stängeln. Gesiebt und gereinigt kommt es als gerebelte Ware in den Handel. Gutes Bohnenkraut ist olivgrün, gleichmäßig geschnitten und duftet beim Öffnen sofort würzig.

Im Topf schmeckt es würzig, leicht pfeffrig und warm. Welche Gerichte und Gewürze dazu passen, erklären wir bei Bohnenkraut Verwendung. Fehlt es einmal im Regal, hilft unsere Seite Bohnenkraut Ersatz weiter.

Unser BIO-Bohnenkraut gerebelt stammt aus kontrolliert ökologischem Anbau, Kontrollstelle DE-ÖKO-009. Wir füllen es in wiederverschließbare Aromaschutzbeutel ab, von 50g bis zur 1kg-Packung. Für den nächsten Bohneneintopf können Sie Bohnenkraut kaufen und haben den Sommer im Regal.

Häufige Fragen

Wann blüht Bohnenkraut?

Sommerbohnenkraut blüht etwa von Juli bis September, Winterbohnenkraut meist von August bis Oktober. Die kleinen Blüten sind weiß bis zartlila.

Sind Bohnenkraut Blüten essbar?

Ja. Sie schmecken wie die Blätter, würzig und leicht pfeffrig, nur etwas feiner. Frisch eignen sie sich für Salate und Kräuterquark, getrocknet kommen sie mit den Blättern ins Glas.

Kann man Bohnenkraut noch essen, wenn es blüht?

Ja, blühendes Bohnenkraut ist essbar und würzig. Kurz vor und zu Beginn der Blüte ist das Aroma sogar am stärksten, danach werden die Stängel holziger.

Wann sollte man Bohnenkraut ernten?

Für die Küche laufend ab etwa 15 Zentimetern Höhe. Für den Vorrat kurz vor oder zu Beginn der Blüte, an einem trockenen Vormittag.

Ist Bohnenkraut ein Lichtkeimer?

Ja. Die Samen werden nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt. Bei 15 bis 20 Grad keimen sie nach ein bis drei Wochen.

Was pflanzt man neben Bohnenkraut?

Klassisch Bohnen, vor allem Buschbohnen. Winterbohnenkraut passt gut zu Thymian, Salbei, Oregano und Lavendel, die ähnlich sonnig und trocken stehen wollen.

Woher kommt Bohnenkraut?

Aus dem Mittelmeerraum und dem Gebiet rund ums Schwarze Meer. Nach Mitteleuropa kam es mit den Römern und über die Klostergärten.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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