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Hibiskus Pflanze für Tee – die Roselle und ihre roten Kelche

Die Hibiskus Pflanze, aus der Tee gemacht wird, ist die Roselle (Hibiscus sabdariffa), ein ein- bis zweijähriges Malvengewächs aus den Tropen. Für Tee erntet man nicht die Blütenblätter, sondern die fleischigen roten Kelche, die nach der Blüte um die Samenkapsel wachsen. Gartenhibiskus, Zimmerhibiskus und Staudenhibiskus sind verwandte Zierpflanzen, liefern aber keine Hibiskusblüten für Tee.

Wer an Hibiskus denkt, sieht meist einen Strauch im Vorgarten mit violetten Trichterblüten oder eine Topfpflanze mit tellergroßen roten Blüten. Die Pflanze hinter dem roten Tee sieht ganz anders aus. Sie hat cremegelbe Blüten, die nur einen Tag halten, und ihr Schatz zeigt sich erst danach: dicke, glänzend rote Kelche, die aussehen wie kleine Knospen aus Wachs.

Hibiskus Tee Pflanze: die Roselle

Die Hibiskus Tee Pflanze heißt botanisch Hibiscus sabdariffa, auf Deutsch Roselle oder Rosella. Sie gehört zur Familie der Malvengewächse, wie Malve, Eibisch und Baumwolle. Ihre Heimat liegt vermutlich im tropischen Westafrika, heute wächst sie in fast allen warmen Ländern der Welt.

In jedem Land hat sie einen eigenen Namen. In Ägypten und im Sudan heißt der Tee Karkadeh, in Westafrika Bissap, in Mexiko Flor de Jamaica und in der Karibik Sorrel.

Hibiskus: von der Pflanze zum Gewürz
Hibiskus von Azafran.

Wie sieht die Hibiskus Pflanze für Tee aus?

Die Roselle wächst als aufrechter, buschiger Strauch und wird in einer Saison 1 bis 2,5 Meter hoch. Stängel und Blattadern sind oft rötlich überlaufen. Die unteren Blätter sind ungeteilt, die oberen tief drei- bis fünffach gelappt.

Die Blüten sitzen einzeln in den Blattachseln. Sie sind blassgelb bis cremeweiß mit dunkelrotem Auge und öffnen sich nur für einen Tag. Danach schwillt der Kelch an, wird fleischig, leuchtend rot und umschließt die junge Samenkapsel. Diese Kelche sind es, die später als Hibiskusblüten in die Teekanne wandern.

Die getrockneten Kelche der Roselle als BIO-Hibiskusblüten, lose für Tee und Küche:

Alle Sorten und Größen: Hibiskus

Blütezeit von Hibiskus: wann blüht die Roselle?

Die Roselle ist eine Kurztagspflanze. Sie blüht erst, wenn die Tage kürzer werden, auf der Nordhalbkugel also meist ab September bis in den November hinein. In den Tropen richtet sich die Blütezeit nach dem Ende der Regenzeit.

Bei anderen Hibiskusarten ist das ganz anders. Der Gartenhibiskus blüht bei uns im Hochsommer, etwa von Juli bis September, der Zimmerhibiskus mit Pausen fast das ganze Jahr. Wer im Herbst eine blühende Roselle sieht, steht also vor der Teeernte.

Ernte und Trocknung: vom Kelch zum Tee

Geerntet wird von Hand, etwa zwei bis drei Wochen nach der Blüte, solange die Kelche prall und zart sind. Die Pflückerinnen und Pflücker brechen sie einzeln ab, oft über mehrere Durchgänge, weil die Pflanze nach und nach blüht.

Danach wird die Samenkapsel herausgedrückt oder herausgeschnitten. Die Kelche trocknen meist schonend an der Sonne, bis sie papierdünn und brüchig sind. Dabei verlieren sie den größten Teil ihres Gewichts, denn frische Kelche bestehen überwiegend aus Wasser.

Für Tee werden die getrockneten Kelche ganz gelassen oder grob geschnitten. Unsere BIO-Hibiskusblüten sind solche ganz geschnittenen Kelche aus kontrolliert biologischem Anbau (Kontrollstelle DE-ÖKO-009).

Hibiskus Strauch, Hibiskus Baum, Riesenblüten: die anderen Arten

Unter Hibiskus versteht man im Garten meist ganz andere Pflanzen. Sie sind mit der Roselle verwandt, werden aber wegen ihrer Blüten gezogen, nicht für Tee:

  • Garten- oder Strauch-Hibiskus (Hibiscus syriacus): winterharter Strauch, auch als Hochstämmchen und dann oft Hibiskus Baum genannt. Blüten weiß, rosa, violett oder blau, einfach oder gefüllt.
  • Zimmerhibiskus (Hibiscus rosa-sinensis): die klassische Topfpflanze mit großen Blüten in Rot, Orange, Gelb oder Rosa. Nicht winterhart, gehört im Winter ins Haus.
  • Staudenhibiskus (Hibiscus moscheutos): stirbt im Winter oberirdisch ab und treibt im Frühjahr neu aus. Er trägt die Riesenblüten, die bis zu tellergroß werden.
  • Roselle (Hibiscus sabdariffa): kleine, cremegelbe Blüten, dafür rote, essbare Kelche. Die einzige dieser Arten, aus der der rote Hibiskustee kommt.

Blauer Hibiskus im Garten ist fast immer eine Sorte des Strauch-Hibiskus. Für Tee taugt er nicht, sein Aufguss bleibt blass.

RoselleGarten-HibiskusZimmerhibiskusStaudenhibiskus
Botanischer NameHibiscus sabdariffaHibiscus syriacusHibiscus rosa-sinensisHibiscus moscheutos
WuchsStrauch, 1 bis 2,5 m, meist einjährigStrauch oder HochstammStrauch im TopfStaude, zieht im Winter ein
Blütecremegelb, dunkles Auge, kleinweiß, rosa, violett, blaugroß, rot, orange, gelb, rosaRiesenblüten, oft tellergroß
Blütezeit bei unsHerbst, oft erst ab OktoberJuli bis Septemberfast ganzjährigHochsommer
Für Teeja, die roten Kelcheneinneinnein

Hibiskus Samen: Roselle selbst ziehen

Die Roselle lässt sich aus Samen ziehen, braucht bei uns aber Wärme und einen langen Atem. Säen Sie die Samen ab März auf der Fensterbank bei etwa 20 bis 25 Grad. Sie keimen nach ein bis zwei Wochen.

Ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen, kann die Pflanze in einen großen Kübel an einen sonnigen, warmen Platz. Am besten gedeiht sie im Gewächshaus oder Wintergarten. Weil sie erst bei kurzen Tagen blüht, kommen die Blüten bei uns spät, oft erst im Oktober.

Im Freiland reicht die Saison deshalb meist nur für eine kleine Ernte. Für einen Vorrat an Tee sind getrocknete Kelche aus warmen Anbauländern die verlässlichere Wahl. Die Samen der Gartenarten ergeben keine Roselle, auch wenn die Tüte nur Hibiskus heißt.

Hibiskus als Topfpflanze: geht das mit der Roselle?

Als Topfpflanze funktioniert die Roselle in einem großen Kübel mit lockerer, nährstoffreicher Erde und voller Sonne. Da sie bei uns meist nur einen Sommer lebt, sät man sie jedes Jahr neu.

Hibiskus Blüten essen: was ist essbar?

Bei der Roselle sind die frischen und die getrockneten Kelche essbar. In ihren Anbauländern kocht man daraus Marmelade, Chutney und Sirup, die jungen Blätter landen als säuerliches Gemüse im Topf.

Die bekannteste Form bei uns sind getrocknete Hibiskusblüten im Glas Sekt oder als Sirup. Die Blüten der Zierarten sind Dekoration, für Küche und Teekanne nehmen Sie getrocknete Roselle aus dem Lebensmittelhandel.

Vom Kelch in Tasse und Küche

Die getrockneten Kelche schmecken fruchtig-säuerlich und leicht herb, ein wenig nach Cranberry und Rhabarber. Sie färben jedes Getränk tiefrot. Gut passen Zimt, Ingwer, Minze, Zitrone und Honig. Mehr dazu auf unserer Seite Hibiskus Tee.

Gute Hibiskusblüten erkennen

Ob die Ernte gut getrocknet wurde, sehen Sie an der Ware. Gute Kelche sind kräftig rot bis dunkelrot, riechen sauber säuerlich und zerfallen nicht zu Staub. Einzelne gelbliche Stängel oder Pollen sind bei einem Naturprodukt normal.

Braune, blasse oder klumpige Stücke deuten auf zu feuchte Trocknung oder alte Ware. Lagern Sie Hibiskus trocken, dunkel und luftdicht, dann bleibt die Farbe lange erhalten. Hibiskusblüten kaufen können Sie bei uns von 50g bis zur 1kg-Packung im Aromaschutzbeutel.

Häufige Fragen

Welche Hibiskus Pflanze ist für Tee?

Die Roselle, Hibiscus sabdariffa. Für den Tee werden ihre roten, fleischigen Kelche geerntet und getrocknet.

Wann blüht die Hibiskus Pflanze für Tee?

Die Roselle blüht erst bei kürzer werdenden Tagen, auf der Nordhalbkugel meist von September bis November. Bei uns kommen die Blüten oft erst im Oktober.

Kann man aus Gartenhibiskus Tee machen?

Für den typischen roten, säuerlichen Tee nicht. Strauch-, Zimmer- und Staudenhibiskus sind Zierpflanzen, der Tee kommt von der Roselle.

Kann man Hibiskus für Tee selbst aus Samen ziehen?

Ja, ab März auf der warmen Fensterbank. Bei uns braucht die Roselle aber einen sehr warmen, sonnigen Platz, am besten Gewächshaus, und blüht spät, deshalb bleibt die Ernte meist klein.

Welcher Teil des Hibiskus kommt in den Tee?

Der Kelch, der nach der Blüte um die Samenkapsel wächst. Im Handel heißt er trotzdem Hibiskusblüte.

Sind Hibiskusblüten essbar?

Die Kelche der Roselle sind essbar, frisch und getrocknet, etwa als Tee, Sirup oder Marmelade. Für die Küche nehmen Sie getrocknete Ware aus dem Lebensmittelhandel.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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