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Holunder als Pflanze: vom Strauch am Feldweg bis zur getrockneten Blüte

Holunder ist als Pflanze ein schnellwüchsiger Strauch oder kleiner Baum, der in ganz Mitteleuropa an Waldrändern, Hecken und Höfen wächst. Der Schwarze Holunder blüht im Mai und Juni mit flachen, cremeweißen Dolden, ab Ende August trägt er schwarzviolette Beeren. Aus den Blüten werden getrocknete Holunderblüten für Tee, Sirup und Limonade.

Kaum eine Pflanze ist so gewöhnlich und zugleich so geliebt. Holunder wächst, wo der Mensch wohnt: hinter der Scheune, am Gartenzaun, an der Böschung neben dem Bahndamm. Im Juni verrät er sich schon von Weitem, durch seinen Duft nach Honig und Muskateller, lange bevor man die weißen Teller zwischen den Blättern sieht.

Holunder Pflanze: Strauch oder Baum?

Der Holunder ist beides. Meist wächst er als vielstämmiger Strauch, der Jahr für Jahr neue Triebe aus dem Boden schickt. Frei stehend und mit etwas Schnitt wird daraus ein kleiner Baum mit kurzem Stamm und breiter, überhängender Krone. Ein Holunder Baum wird meist drei bis sieben Meter hoch, sehr alte Exemplare auch höher.

Botanisch gehört der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) zur Familie der Moschuskrautgewächse. Typisch sind die graubraune, rissige Rinde mit hellen Korkwarzen und das weiße, weiche Mark in jungen Zweigen. Die Blätter sind gefiedert, meist mit fünf bis sieben gesägten Blättchen. Zerreibt man sie, riechen sie streng und ganz anders als die Blüte.

Wo wächst Holunder?

Holunder wächst in fast ganz Europa, bis nach Westasien und Nordafrika. Er liebt nährstoffreiche, frische Böden und steht gern dort, wo Menschen leben: an Hofmauern, Wegrändern, Waldsäumen, Bachufern und auf alten Schuttplätzen. Vögel fressen die Beeren und tragen die Samen weiter, deshalb taucht er oft ungefragt in Hecken auf.

Als Standort mag er Sonne bis Halbschatten. In der Sonne blüht er üppiger, im Schatten wächst er lockerer und trägt weniger Dolden. Staunässe verträgt er schlecht, kurze Trockenheit steckt er weg.

Vom Strauch in den Beutel: unsere BIO-Holunderblüten, gerebelt:

Alle Sorten und Größen: Holunder

Wann blüht Holunder?

Holunder blüht von Mitte Mai bis Ende Juni, in kühlen Lagen und im Norden bis in den Juli. Die Holunder Blütezeit eines einzelnen Strauchs dauert etwa zwei bis drei Wochen, weil nicht alle Dolden gleichzeitig aufgehen. Eine einzelne Dolde steht rund eine Woche in voller Blüte.

Die Holunder Blüte ist eine flache Schirmrispe, oft so groß wie ein Teller. Sie besteht aus Hunderten kleiner, fünfzähliger Blütensterne in Cremeweiß mit gelben Staubbeuteln. Am stärksten duftet sie an warmen, sonnigen Vormittagen.

Holunder mit rosa Blüten ist keine eigene Wildart. Es sind Gartensorten des Schwarzen Holunders mit dunkelrotem bis fast schwarzem Laub, die man wegen ihrer Farbe als Zierstrauch pflanzt.

Holunder Ernte: Blüten und Beeren

Die Blüten erntet man, wenn die Dolden voll geöffnet sind und kräftig duften. Am besten an einem trockenen, sonnigen Vormittag, nach dem Tau. Die Dolden schneidet man ganz ab, schüttelt Insekten aus und wäscht sie nicht, damit der Blütenstaub mit seinem Duft erhalten bleibt.

Holunderbeeren ernten Sie von Ende August bis in den Oktober. Reif sind sie, sobald alle Beeren einer Dolde schwarzviolett glänzen und die Dolde schwer nach unten hängt. Die Holunder Erntezeit hängt von Lage und Sommer ab. Geschnitten wird wieder die ganze Dolde, abgezupft wird erst in der Küche.

Wer im Frühjahr alle Blüten erntet, hat im Herbst keine Beeren. Viele lassen deshalb einen Teil der Dolden für die Beeren und für die Vögel stehen.

Zeitam Strauchin der Küche
März bis AprilAustrieb, gefiederte BlätterGetrocknete Blüten vom Vorjahr
Mitte Mai bis Ende JuniBlüte, flache cremeweiße DoldenBlüten ernten für Sirup, Sekt, Küchle
Juligrüne, unreife BeerenBlüten trocknen und rebeln
Ende August bis Oktoberschwarzviolette, hängende BeerendoldenBeeren ernten für Saft, Gelee, Suppe
November bis Februarkahl, Zeit für den RückschnittHolunderblütentee, Punsch mit Holundersaft

Von der Dolde zur getrockneten Holunderblüte

Für getrocknete Holunderblüten werden die frisch geernteten Dolden schonend getrocknet: im Schatten, luftig und bei niedriger Temperatur, damit die Blüten hell bleiben. Zu viel Wärme und zu langes Liegen färben sie braun und nehmen den Duft.

Danach werden die Blüten gerebelt. Das heißt, die trockenen Blütensterne werden von den Stielen abgerieben und gesiebt. So entsteht lose Ware, die sich mit dem Teelöffel abmessen lässt. Feine Pollen und einzelne Stielchen bleiben dabei immer, das ist bei Blütenware natürlich.

Unsere BIO-Holunderblüten stammen aus kontrolliert ökologischem Anbau in Osteuropa (Kontrollstelle DE-ÖKO-009). Sie kommen gerebelt in den wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel.

Holunder Blüten Tee aus getrockneten Blüten

Der bekannteste Weg vom Strauch in die Tasse ist der Holunderblütentee. Für eine Tasse nehmen Sie 1 bis 2 TL Blüten auf 200 ml kochendes Wasser und lassen sie etwa 10 Minuten ziehen. Heraus kommt ein heller, goldener Tee, mild und blumig. Mengen, Kombinationen und Eistee stehen auf unserer Seite Holunderblütentee.

Wie schnell wächst Holunder?

Holunder wächst schnell. Junge Pflanzen legen unter guten Bedingungen einen halben bis einen Meter im Jahr zu. Nach zwei bis drei Jahren blüht ein gepflanzter Strauch meist zum ersten Mal richtig.

Diese Wuchskraft hat eine Kehrseite: Ohne Schnitt verkahlt der Strauch von innen und blüht nur noch oben. Deshalb nimmt man alle paar Jahre im Winter die ältesten Triebe bodennah heraus. Die jungen Triebe tragen die meisten Blüten.

Holunder pflanzen: Standort und Pflege

Holunder pflanzen Sie am besten im Herbst oder zeitigen Frühjahr. Er braucht einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit humosem, frischem Boden und genug Raum, denn ein ausgewachsener Strauch wird drei bis vier Meter breit. Ein großes Pflanzloch, etwas reifer Kompost und gründliches Angießen genügen.

Ein Schwarzer Holunder Strauch ist anspruchslos. In trockenen Sommern freut er sich über Wasser, gedüngt wird er kaum. Wer Holunderbeeren pflanzen möchte, beginnt einfacher mit Stecklingen als mit Samen: Ein bleistiftdicker Trieb im Winter geschnitten und in die Erde gesteckt, wurzelt meist bis zum Sommer.

Ähnliche Pflanzen: roter Holunder und Zwergholunder

Neben dem Schwarzen Holunder wachsen bei uns zwei Verwandte, die man kennen sollte.

  • Roter Holunder (Traubenholunder): blüht schon im April und Mai, mit gelblich-grünen, kegelförmigen Rispen statt flacher Teller. Im Sommer trägt er leuchtend rote Beeren. Ein roter Holunder Baum bleibt meist kleiner und wächst gern im Bergland.
  • Zwergholunder (Attich): keine Holzpflanze, sondern eine Staude, die im Winter bis zum Boden abstirbt. Die Zwergholunder Blüte ist weiß mit rötlichen Staubbeuteln, die Dolden stehen aufrecht, und die ganze Pflanze riecht unangenehm. Attich wird für die Küche nicht gesammelt.

Ein sicheres Merkmal des Schwarzen Holunders: Seine reifen Beerendolden hängen nach unten, die des Attichs stehen nach oben. Mehr dazu auf unserer Seite roter und schwarzer Holunder.

Vom Strauch in die Küche

Holunderblüten schmecken mild, blumig und honigsüß, die Beeren fruchtig, herb und leicht säuerlich. Die Blüten passen zu Zitrone, Minze, Erdbeeren und Sahne, die Beeren zu Apfel, Zimt und Nelken. Holunderbeeren werden vor dem Verzehr erhitzt. Alles zu Sirup, Limonade, Mengen und Partnern lesen Sie in unserem Ratgeber Holunder Verwendung. Die getrockneten Blüten dafür bekommen Sie unter Holunderblüten kaufen.

Häufige Fragen

Ist Holunder ein Strauch oder ein Baum?

Beides. Meist wächst Holunder als vielstämmiger Strauch, frei stehend wird er zum kleinen Baum von drei bis sieben Metern Höhe.

Wann blüht Holunder?

Holunder blüht von Mitte Mai bis Ende Juni, in kühlen Lagen bis in den Juli. Ein Strauch blüht etwa zwei bis drei Wochen.

Wann erntet man Holunderbeeren?

Von Ende August bis Oktober, sobald alle Beeren einer Dolde schwarzviolett sind. Man schneidet die ganze Dolde ab.

Wo wächst Holunder?

In fast ganz Europa an Waldrändern, Hecken, Wegen und Höfen. Er mag nährstoffreiche Böden und Sonne bis Halbschatten.

Wie schnell wächst Holunder?

Schnell: Junge Pflanzen wachsen unter guten Bedingungen einen halben bis einen Meter im Jahr. Nach zwei bis drei Jahren blühen sie meist richtig.

Wie macht man Holunderblüten Tee?

1 bis 2 TL getrocknete Holunderblüten mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und etwa 10 Minuten ziehen lassen.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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