Kurkuma Botanik und Anbau
Die Kurkuma-Pflanze (Curcuma longa) ist eine tropische Staude aus der Familie der Ingwergewächse und wird etwa einen Meter hoch. Was wir als Kurkumawurzel kennen, ist ihr Wurzelstock, botanisch Rhizom genannt, der innen leuchtend gelb bis orange ist. Angebaut wird Kurkuma in den feuchtwarmen Tropen, mit Abstand am meisten in Indien. Getrocknet und gemahlen wird daraus das gelbe Kurkumapulver für Ihre Küche.
Schneiden Sie eine frische Kurkumawurzel auf, und Ihr Brett leuchtet orange, Ihre Finger gleich mit. Dieses unscheinbare braune Stück wuchs unter einer Staude mit Blättern wie ein kleiner Bananenbaum. Bevor es in Ihrem Curry landet, hat es fast ein ganzes Jahr in warmer, feuchter Erde verbracht.
- Kurkuma Pflanze: Wie sieht Curcuma longa aus?
- Anbau von Kurkuma-Pflanzen
- Kurkuma Wurzel: Was ist die Kurkumawurzel?
- Kurkuma Blüte: Wann blüht Kurkuma und ist sie essbar?
- Hat Kurkuma Samen?
- Wo wird Kurkuma angebaut?
- Kurkuma selber ziehen: Wurzel einpflanzen
- Kurkuma als Zimmerpflanze: Gewürzpflanze oder Zierpflanze?
- Kurkuma Wurzel kaufen: frisch oder als Pulver?
- Zitwerwurzel, Safranwurz, Gelbwurz: Namen und Verwandte
- Wie schmeckt Kurkuma und wozu passt sie?
- Häufige Fragen
Kurkuma Pflanze: Wie sieht Curcuma longa aus?
Die Kurkumapflanze gehört zur Familie der Ingwergewächse. Sie wird auch häufig als indischer Safran bezeichnet, weil ihre Wurzel so kräftig gelb färbt. Botanisch heißt sie Curcuma longa, auf Deutsch sagt man auch Gelbwurz.
Eine Kurkuma Pflanze sieht aus wie ein kleiner Bananenbaum ohne Stamm. Aus dem Boden wachsen große, längliche und glänzend grüne Blätter, die oben spitz zulaufen. Ihre langen Stiele umschließen einander und bilden so einen Scheinstamm. Ausgewachsen wird die Staude meist etwa einen Meter hoch.
Die Blätter duften leicht würzig, wenn Sie darüberstreichen. In Goa und Kerala wickelt man darin Reiskuchen mit Kokos und Palmzucker ein und gart sie im Dampf. Für das Gewürz zählt aber allein, was unter der Erde wächst.
Anbau von Kurkuma-Pflanzen
Ursprünglich stammt sie wahrscheinlich aus Südasien und wird heute in den Tropen vielfach angebaut. Sie braucht einen warmen Standort von mindestens 18 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit, um gedeihen zu können. Bei der Kurkumawurzel handelt es sich um den knollenförmigen Wurzelstock der Pflanze und nicht, wie oftmals fälschlich angenommen, um die Wurzel selbst.
Die Pflanze bildet längliche, grüne Blätter aus. Ihr Blütenstand leuchtet weiß bis zartrosa, die kleinen Blüten darin sind gelb. Die Kurkumawurzel entwickelt sich unterirdisch am Hauptwurzelstock.
Die Setzlinge sind nach circa neun bis zehn Monaten erntereif. Der Wurzelstock wird vorsichtig ausgegraben, sorgfältig vom Erdreich befreit und dann entweder frisch verkauft oder anschließend gekocht und getrocknet.
Das grobe, äußere Gewebe wird entfernt und der Rest zu einem feinen Pulver gemahlen. Das Pulver hat die typische gelbe Farbe. Da die Kurkumapflanze kaum keimfähige Samen bildet, wird sie fast nur vegetativ vermehrt. Die Setzlinge für das nächste Jahr werden aus alten Wurzelstockstücken gezogen.
In Indien wird am meisten Kurkuma angebaut, dort wächst mit Abstand der größte Teil der Welternte. Das liegt vor allem auch an der traditionellen indischen Küche, die Kurkuma intensiv nutzt.
| Kurkuma (Curcuma longa) | |
|---|---|
| Familie | Ingwergewächse (Zingiberaceae) |
| Deutsche Namen | Kurkuma, Gelbwurz, Gilbwurz, Safranwurz |
| Wuchsform | mehrjährige Staude, etwa ein Meter hoch |
| Blätter | groß, länglich, glänzend grün, direkt aus dem Boden |
| Blüte | zapfenartiger Blütenstand, Hochblätter grün bis zartrosa, kleine gelbe Blüten |
| Genutzter Teil | Wurzelstock (Rhizom), innen gelb bis orange |
| Vermehrung | über Stücke des Wurzelstocks, kaum keimfähige Samen |
| Klima | mindestens 18 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit |
| Ernte | nach neun bis zehn Monaten, wenn die Blätter gelb werden |
| Größtes Anbauland | Indien |
Die Wurzel der Kurkuma-Pflanze, gekocht, getrocknet und fein gemahlen: unser BIO-Kurkumapulver im Aromaschutzbeutel.
Kurkuma Wurzel: Was ist die Kurkumawurzel?
Die Kurkumawurzel ist der verdickte, unterirdische Spross der Pflanze, in dem sie Stärke und Farbstoff speichert. In der Mitte sitzt ein rundliches Mutterrhizom, etwa so groß wie ein Hühnerei. Davon zweigen fingerlange, oft leicht gebogene Seitentriebe ab, die Finger. Echte Wurzeln sind nur die dünnen Fasern, die daran hängen.
Außen ist die Kurkuma Wurzel braun und fein geringelt, innen leuchtet sie kräftig gelb bis orange. Sie ist kleiner und schlanker als Ingwer und riecht frisch aufgeschnitten erdig und leicht pfeffrig. Im Handel gelten die schlanken Finger als die bessere Ware, die runden Mutterknollen werden oft getrennt sortiert.

Kurkuma Blüte: Wann blüht Kurkuma und ist sie essbar?
Kurkuma blüht in ihren Anbauländern während der Regenzeit, einige Monate nach dem Pflanzen. Aus der Mitte der Blätter schiebt sich dann ein handlanger, zapfenartiger Blütenstand. Was daran so leuchtet, sind vor allem Hochblätter: unten hellgrün, oben weiß bis zartrosa. Die eigentlichen Blüten sind klein, blassgelb und sitzen versteckt dazwischen.
Im Topf bei uns zeigt sich eine Kurkumablüte selten und wenn, dann im Spätsommer. Ist die Kurkuma Blüte essbar? In Thailand werden junge Kurkumablüten traditionell als Gemüse gegessen, roh oder kurz blanchiert zu scharfen Dips. Zierpflanzen aus dem Blumenhandel sind dagegen als Schmuck gezogen und nicht als Lebensmittel gedacht. Sie gehören deshalb nicht auf den Teller.
Hat Kurkuma Samen?
Kurkuma bildet nur selten Samen, und die wenigen sind kaum keimfähig. Die heutige Kulturform ist sehr wahrscheinlich aus einer Kreuzung wilder Verwandter entstanden und hat dabei ihre Fruchtbarkeit weitgehend verloren. Jede Pflanze auf einem Feld ist im Grunde ein Ableger einer älteren.
Angeboten werden „Kurkuma Samen“ trotzdem gelegentlich. Wer eine eigene Pflanze möchte, fährt mit einem Stück frischer Wurzel deutlich besser und sieht oft schon nach wenigen Wochen die ersten Triebe.
Wo wird Kurkuma angebaut?
Kurkuma wird in fast allen feuchtwarmen Ländern der Tropen angebaut, mit Abstand am meisten in Indien. Die wichtigsten Anbauländer und Regionen stellen wir unter Kurkuma Herkunft und Geschichte vor.
Gepflanzt wird zu Beginn der Regenzeit, in lockeren und nährstoffreichen Boden. Oft setzen die Bauern die Wurzelstücke auf Dämme, damit kein Wasser um sie herum stehen bleibt. Weil Kurkuma etwas Schatten verträgt, wächst sie mancherorts zwischen Obstbäumen oder anderen Kulturen.
Unser BIO-Kurkumapulver stammt aus ökologischem Anbau in Indien (Kontrollstelle DE-ÖKO-009) und wird in Deutschland abgefüllt.
Kurkuma selber ziehen: Wurzel einpflanzen
Kurkuma selber ziehen gelingt mit einem Stück frischer Wurzel aus dem Supermarkt oder Asialaden. Am besten starten Sie im Spätwinter auf einer warmen Fensterbank, dann hat die Pflanze den ganzen Sommer zum Wachsen. So gehen Sie vor:
- Wurzel wählen: ein pralles, festes Stück mit kleinen Knospen, den Augen. Schrumpelige oder weiche Wurzeln treiben schlecht aus.
- Einpflanzen: das Stück waagerecht drei bis fünf Zentimeter tief in lockere, durchlässige Erde legen, die Augen nach oben.
- Standort: hell und warm, ideal sind 20 bis 25 Grad, aber keine pralle Mittagssonne.
- Pflege: die Erde gleichmäßig feucht halten und Staunässe vermeiden. Bis die ersten Triebe erscheinen, können einige Wochen vergehen.
- Sommer: an warmen Tagen darf der Topf an einen geschützten Platz ins Freie, bei kühlem Wetter wieder ins Haus.
Geerntet wird im Herbst, wenn die Blätter gelb werden und einziehen. Graben Sie die Wurzeln dann aus und heben Sie ein Stück als Pflanzgut für das nächste Frühjahr auf. Rechnen Sie aus einem Topf mit einer Handvoll frischer Wurzeln, genug zum Probieren, aber nicht für den Jahresvorrat. Wer lieber gleich kocht, kann Kurkuma kaufen, fein gemahlen von 50g bis 1kg.
Kurkuma als Zimmerpflanze: Gewürzpflanze oder Zierpflanze?
Wer eine Kurkuma Pflanze kaufen möchte, sollte genau auf das Etikett schauen. Viele Topfpflanzen, die im Blumenhandel als „Curcuma“ stehen, sind Zierarten wie die Siam-Tulpe (Curcuma alismatifolia) mit großen rosa Hochblättern. Sie ist im Topf ein Blickfang, eine gelbe Gewürzwurzel bildet sie aber nicht.
Für die Küche brauchen Sie Curcuma longa, am einfachsten selbst gezogen aus einem Stück frischer Wurzel wie oben beschrieben. Als Zimmerpflanze ist sie pflegeleicht, solange sie warm und hell steht und im Winter eine Pause bekommt. Dann zieht sie ihre Blätter ein, und die Wurzel ruht im fast trockenen Topf bis zum nächsten Frühjahr.
Kurkuma Wurzel kaufen: frisch oder als Pulver?
Frische Kurkumawurzel bekommen Sie in vielen Supermärkten, Bioläden und Asialäden, meist in kleinen Schalen neben dem Ingwer. Gute Wurzeln sind fest und schwer, mit glatter, unverletzter Haut. In Papier eingeschlagen hält sie sich im Gemüsefach etwa zwei Wochen.
Für den Alltag ist die getrocknete, gemahlene Wurzel praktischer, denn sie färbt gleichmäßig und liegt jederzeit bereit. Wenn Sie Kurkumapulver kaufen möchten, bekommen Sie es bei uns in vier Größen im wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel. Wie Sie die frische Wurzel schälen, reiben und verarbeiten, zeigen unsere Kurkuma-Rezepte.
Zitwerwurzel, Safranwurz, Gelbwurz: Namen und Verwandte
Gelbwurz, Gilbwurz und Safranwurz sind alte deutsche Namen für Kurkuma. Sie beschreiben die Farbe, die jeder sieht, der eine Wurzel aufschneidet. Die Zitwerwurzel ist dagegen eine eigene Art, Curcuma zedoaria, eine nahe Verwandte der Kurkuma.
Ihr Wurzelstock ist innen eher blassgelb und schmeckt bitterer und kampferartig. In Indien und Indonesien legt man ihn mancherorts frisch ein, bei uns ist er in der Küche kaum bekannt. Für Farbe und warme Würze im Topf ist Curcuma longa die richtige Pflanze.
Wie schmeckt Kurkuma und wozu passt sie?
Kurkuma schmeckt warm, erdig und leicht bitter, die frisch geriebene Wurzel dazu zitronig und pfeffrig. Sie passt zu Reis, Linsen, Blumenkohl, Eiern und Kokosmilch und zu Gewürzen wie Kreuzkümmel, Koriander und Ingwer. Mengen, Tipps zum Anschwitzen und alle Partner stehen in unserem Ratgeber Kurkuma Verwendung.
Häufige Fragen
Wie sieht eine Kurkuma Pflanze aus?
Die Kurkuma Pflanze sieht aus wie ein kleiner Bananenbaum ohne Stamm: große, längliche, glänzend grüne Blätter wachsen direkt aus dem Boden. Sie wird etwa einen Meter hoch und bildet einen zapfenartigen Blütenstand mit grünen bis zartrosa Hochblättern.
Ist die Kurkumawurzel eine Wurzel?
Nein, botanisch ist die Kurkumawurzel ein Wurzelstock, also ein verdickter, unterirdischer Spross. Die echten Wurzeln sind nur die dünnen Fasern, die daran hängen.
Wo wird Kurkuma angebaut?
Kurkuma wird in feuchtwarmen Tropenländern angebaut, mit Abstand am meisten in Indien. Weitere Anbauländer sind unter anderem Bangladesch, China, Myanmar, Indonesien, Thailand, Vietnam, Nigeria und Peru.
Hat Kurkuma Samen?
Kurkuma bildet nur selten Samen, und diese sind kaum keimfähig. Vermehrt wird sie über Stücke ihres Wurzelstocks.
Kann man Kurkuma selber ziehen?
Ja, mit einem frischen Stück Kurkumawurzel aus dem Supermarkt. Legen Sie es im Spätwinter flach in lockere Erde und halten Sie den Topf warm, hell und gleichmäßig feucht. Geerntet wird im Herbst, wenn die Blätter gelb werden.
Ist die Kurkuma Blüte essbar?
In Thailand werden junge Kurkumablüten traditionell als Gemüse gegessen. Zierpflanzen aus dem Blumenhandel sind dagegen als Schmuck gezogen und nicht als Lebensmittel gedacht.
Was ist Zitwerwurzel?
Zitwerwurzel ist der Wurzelstock von Curcuma zedoaria, einer nahen Verwandten der Kurkuma. Sie ist innen blasser und schmeckt bitterer und kampferartig.
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