Thymian Verwendung – das Kraut, das Geduld im Topf belohnt
Thymian findet Verwendung überall dort, wo ein Gericht lange schmort, brät oder im Ofen gart: in Tomatensaucen, Eintöpfen, Bratkartoffeln, Ofengemüse, bei Pilzen, Lamm, Hähnchen und Fisch. Getrockneten Thymian geben Sie früh dazu und lassen ihn mitkochen, so wird sein Aroma rund. Für vier Portionen reicht meist ein halber bis ein Teelöffel.
Ein Blech Kartoffeln mit Olivenöl, Zwiebeln und einer Prise Thymian schiebt sich in den Ofen. Zwanzig Minuten später riecht die ganze Wohnung nach Sommer in der Provence, würzig, ein wenig harzig, mit einer warmen Tiefe. Thymian ist kein Kraut für den letzten Moment. Er will Zeit, Hitze und Fett, und dann gibt er alles.
- Was ist Thymian?
- Thymian als Gewürz: wofür?
- Thymian Verwendung in der Küche: wann ins Gericht?
- Frischer oder getrockneter Thymian: Verwendung im Vergleich
- Wie viel Thymian?
- Wie schmeckt Thymian?
- Wozu passt Thymian?
- Thymian Ersatz: was geht, was nicht
- Thymiantee selber machen
- Thymianhonig und Thymianöl selber machen
- Guten Thymian erkennen und richtig lagern
- Häufige Fragen
Was ist Thymian?
Thymian (Thymus vulgaris) ist ein kleiner, immergrüner Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler. Er stammt aus dem Mittelmeerraum und wächst dort auf kargen, sonnigen Hängen. Als Gewürz nutzt man die winzigen, graugrünen Blätter, frisch oder getrocknet und gerebelt.
Neben dem echten Thymian gibt es viele Arten wie Zitronenthymian oder Sandthymian. In der Küche ist mit „Thymian“ fast immer der echte gemeint. Im Englischen heißt er thyme, im Türkischen kekik.
Thymian als Gewürz: wofür?
Thymian als Gewürz passt zu allem, was herzhaft ist und lange gart. Er ist ein Grundpfeiler der französischen, italienischen und griechischen Küche und kommt auch in deutschen Eintöpfen gut an. Die wichtigsten Einsätze:
- Schmoren und Eintopf: Gulasch, Ragù, Bohneneintopf, Linsen, Kartoffelsuppe, Coq au Vin.
- Tomaten: Tomatensauce, Ratatouille, Pizza, Lasagne, Shakshuka.
- Ofen und Pfanne: Bratkartoffeln, Ofengemüse, Pilze, Zwiebeln, Kürbis.
- Fleisch und Fisch: Lamm, Hähnchen, Schweinebraten, Leber, gebratener oder gebackener Fisch.
- Marinaden und Butter: Grillmarinaden, Kräuterbutter, Kräuteröl, Brotteig.

Unser BIO-Thymian, gerebelt, von 50g bis zur großen Vorratspackung:
Thymian Verwendung in der Küche: wann ins Gericht?
Thymian kommt früh ins Gericht und darf mitkochen. Er gehört zu den robusten Kräutern, die Hitze nicht nur aushalten, sondern brauchen. Sein Aroma geht beim Schmoren langsam in Sauce, Fett und Gemüse über.
Reiben Sie getrockneten Thymian vor dem Zugeben kurz zwischen den Handflächen. So brechen die Blättchen auf und geben ihren Duft sofort frei. Am besten wirkt er, wenn Sie ihn mit den Zwiebeln kurz in Öl oder Butter anschwitzen.
Bei Ofengemüse und Bratkartoffeln mischen Sie ihn mit dem Öl, bevor alles aufs Blech kommt. Nur bei sehr kurzen Garzeiten, etwa bei einem schnellen Dressing, lassen Sie ihn vorher zehn Minuten in Öl oder Essig ziehen.
Frischer oder getrockneter Thymian: Verwendung im Vergleich
Getrockneter Thymian ist kräftiger als frischer, weil er weniger Wasser enthält. Als Faustregel gilt: Ein Teelöffel getrockneter Thymian ersetzt etwa einen Esslöffel frische Blättchen oder drei bis vier Zweige.
Frischer Thymian schmeckt grüner und etwas zitroniger, getrockneter würziger und etwas heuartig. Für Schmorgerichte, Saucen und Eintöpfe ist getrockneter oft die bessere Wahl, weil er sein Aroma gleichmäßig abgibt. Er ist dazu das ganze Jahr griffbereit. Unseren BIO-Thymian gerebelt bekommen Sie von 50g bis zur 1kg-Packung.
Wie viel Thymian?
Thymian ist kräftig, ein wenig reicht weit. Beginnen Sie mit einer kleinen Menge und würzen Sie nach, denn getrockneter Thymian entfaltet sich im warmen Gericht weiter. Die Mengen in der Tabelle unten gelten für vier Portionen.
| Gericht (4 Portionen) | getrocknet | frisch |
|---|---|---|
| Tomatensauce (500ml) | ½ bis 1 TL | 1 EL Blättchen |
| Eintopf oder Gulasch | 1 TL | 3 bis 4 Zweige |
| Ofengemüse oder Bratkartoffeln (1kg) | 1 TL | 1 EL Blättchen |
| Lamm oder Hähnchen (1kg) | 1 bis 1½ TL | 4 bis 5 Zweige |
| Pilzpfanne (500g Pilze) | ½ TL | 2 Zweige |
| Salatdressing | 1 Prise bis ¼ TL | ½ TL Blättchen |
Wie schmeckt Thymian?
Thymian schmeckt kräftig-würzig und leicht herb, mit einer harzigen, fast pfeffrigen Spitze und einem Hauch Bitterkeit. Wer daran riecht, denkt an sonnige Hänge, Lavendelfelder und warme Steine. Getrocknet wirkt er konzentrierter und balsamischer als frisch.
Beim Kochen verliert Thymian seine Strenge und wird runder. Deshalb schmeckt er im Schmorgericht nach drei Stunden ganz anders als roh im Dressing.
Schmeckt Thymian wie Oregano? Ähnlich, aber nicht gleich. Oregano ist wärmer, runder und etwas süßlicher, Thymian schärfer und herber. Majoran ist der mildeste der drei und deutlich süßer.
Wozu passt Thymian?
Thymian passt zu Tomaten, Kartoffeln, Pilzen, Zwiebeln, Hülsenfrüchten, Lamm und Hähnchen und zu Gewürzen wie Rosmarin, Lorbeer, Knoblauch und Oregano. Gut passt, was seine herbe Würze trägt, und alles, was sie mit Süße, Säure oder Fett ausgleicht.
- Rosmarin: ebenso harzig, aber kräftiger. Zusammen geben die beiden Ofenkartoffeln und Lamm den typisch mediterranen Duft.
- Lorbeer: bringt eine leise Bitterkeit und Tiefe. Mit Thymian ist er das Rückgrat vieler Schmorgerichte und Fonds.
- Knoblauch: die scharfe Süße des Knoblauchs fängt die Herbe des Thymians auf, ob in Tomatensauce oder Marinade.
- Oregano und Bohnenkraut: Oregano macht Pizza und Tomatensauce wärmer, Bohnenkraut betont die pfeffrige Seite in Bohnen- und Linsengerichten.
- Zitronenschale: frische Säure, die Thymian bei Hähnchen und Fisch aufhellt.
Bei den Lebensmitteln sind Tomaten und Pilze die besten Partner. Ihre Süße und ihr erdiger Geschmack nehmen die Würze dankbar auf. Kartoffeln, Kürbis und Zwiebeln setzen eine milde Süße dagegen, Butter und Olivenöl tragen das Aroma und machen es weich. Lamm, Hähnchen und Schwein halten mit ihrem Fett gut gegen die Herbe.
Überraschend gut passt Thymian zu Süßem mit Säure: zu gebackenen Äpfeln und Birnen, zu Honig und zu Ziegenkäse. Ein Hauch davon macht einen Obstkuchen interessanter, ohne dass jemand ihn erkennt.
Laut Zutatenliste steckt Thymian schon in unserem Zatar, in den Italienischen Kräutern und im Kräutersalz. Wer zur Mischung greift, braucht ihn meist nicht extra.
Thymian Ersatz: was geht, was nicht
Der beste Ersatz für Thymian ist Oregano in gleicher Menge, er schmeckt ähnlich würzig, nur etwas wärmer. Ganz gleich schmeckt kein anderes Kraut, diese Lösungen kommen ihm am nächsten:
- Oregano: gleiche Menge, ideal für Tomatensauce, Pizza und Ofengemüse.
- Bohnenkraut: gleiche Menge, pfeffrig und herb, gut in Eintöpfen und zu Hülsenfrüchten.
- Majoran: etwas mehr nehmen, etwa die anderthalbfache Menge. Er ist milder und süßer, gut bei Kartoffeln und Fleisch.
- Kräuter der Provence: bringen Thymian schon mit, dazu Rosmarin und Bohnenkraut. Gleiche Menge für Ofengemüse und Lamm.
- Rosmarin: nur sparsam, etwa die halbe Menge. Er ist deutlich kräftiger und harziger.
Thymiantee selber machen
Thymiantee machen Sie aus einem Teelöffel getrocknetem Thymian und 250ml heißem Wasser. Lassen Sie ihn abgedeckt 7 bis 10 Minuten ziehen und seihen Sie ihn dann ab. Er schmeckt krautig-würzig und herb, ein Löffel Honig oder ein Spritzer Zitrone machen ihn weicher.
Thymianhonig und Thymianöl selber machen
Thymianhonig selber machen geht mit zwei Zutaten. Rühren Sie einen Esslöffel getrockneten Thymian in 250g milden, flüssigen Honig. Lassen Sie das Glas verschlossen ein bis zwei Wochen an einem dunklen Ort stehen und seihen Sie den Honig dann durch ein feines Sieb ab. Er schmeckt zu Ziegenkäse, auf Brot oder über gebackenem Obst.
Für Thymianöl geben Sie zwei Esslöffel getrockneten Thymian in 250ml Olivenöl. Nach ein bis zwei Wochen im Dunkeln abseihen. Das Öl passt zu Salaten, Ofengemüse und frischem Brot. Nehmen Sie dafür nur getrockneten Thymian, frische Zweige bringen Wasser ins Öl.
Guten Thymian erkennen und richtig lagern
Guten Thymian erkennen Sie zuerst am Duft. Er sollte beim Öffnen klar, kräuterwürzig und leicht herb riechen, nicht muffig oder staubig. Die Blättchen sind grünlich-grau bis dunkelgrün, trocken und gleichmäßig gerebelt, mit wenigen harten Stängeln.
Lagern Sie Thymian kühl, trocken, dunkel und luftdicht, nicht direkt über dem Herd. So behält er sein Aroma gut ein bis zwei Jahre. Verderben tut er nicht, er wird nur schwächer. Reiben Sie ein paar Blättchen zwischen den Fingern: Duftet es kaum noch, ist er zu alt. Unseren Thymian füllen wir in wiederverschließbare Aromaschutzbeutel ab, BIO-Ware mit der Kontrollstelle DE-ÖKO-009.
Häufige Fragen
Wofür verwendet man Thymian?
Für Gerichte, die lange schmoren, braten oder im Ofen garen: Tomatensaucen, Eintöpfe, Bratkartoffeln, Ofengemüse, Pilze, Lamm, Hähnchen und Fisch.
Wozu passt Thymian?
Zu Tomaten, Kartoffeln, Pilzen, Zwiebeln, Hülsenfrüchten, Lamm und Hähnchen und zu Gewürzen wie Rosmarin, Lorbeer, Knoblauch und Oregano.
Kann man Thymian mitkochen?
Ja, Thymian sollte sogar mitkochen. Er gehört zu den robusten Kräutern, die ihr Aroma erst bei längerer Garzeit voll abgeben.
Wie viel getrockneter Thymian ersetzt frischen?
Ein Teelöffel getrockneter Thymian ersetzt etwa einen Esslöffel frische Blättchen oder drei bis vier Zweige.
Was kann man statt Thymian nehmen?
Am besten Oregano oder Bohnenkraut in gleicher Menge. Majoran geht auch, dann etwas mehr nehmen, denn er ist milder.
Weiterlesen

Über uns






