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Zimt Botanik und Anbau

Zimt ist die getrocknete Rinde einer Pflanze aus der Familie der Lorbeergewächse, des immergrünen Zimtbaums. Der echte Ceylon-Zimt stammt von Cinnamomum verum aus Sri Lanka, der Cassia-Zimt von Cinnamomum cassia aus China und Südostasien. In Plantagen werden die Bäume als Sträucher gehalten, alle zwei bis drei Jahre geschnitten und die Rinde der jungen Triebe von Hand geschält. Beim Trocknen rollt sie sich zu den Stangen ein, die Sie als Ceylon-Zimt kennen.

Brechen Sie eine Zimtstange in der Mitte durch. Sie sehen viele hauchdünne Lagen, die ineinanderliegen wie die Seiten eines aufgerollten Briefs. Jede dieser Lagen war vor einigen Monaten noch die Innenrinde eines jungen Zweigs, irgendwo auf einer feuchtwarmen Plantage in Sri Lanka.

Zimt Pflanze: Was ist der Zimtbaum?

Zimt wird aus der Rinde eines immergrünen, tropischen Baumes gewonnen. Die typischen Zimtstangen setzen sich aus mehreren zusammengerollten, getrockneten Schichten der Zimtrinde zusammen. Hauptsächlich werden zwei verschiedene Arten angebaut.

Die Zimtpflanze gehört zur Gattung Cinnamomum in der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Damit ist der Zimtbaum ein Verwandter des Echten Lorbeers, dessen Blätter Sie aus dem Schmortopf kennen. Zerreiben Sie ein frisches Zimtblatt, duftet es würzig und ein wenig nach Nelke. Die Rinde dagegen riecht süß und warm nach dem Zimt aus der Backstube.

Der Ceylon-Zimtbaum trägt den botanischen Namen Cinnamomum verum, früher auch Cinnamomum zeylanicum. Er heißt auch echter Zimt oder Kaneel. Der Cassia-Zimt kommt von einer nahen Verwandten, Cinnamomum cassia, die auch als Chinesischer Zimt bekannt ist.

Zimt Arten Ceylon vs. Cassia

Der Ceylon-Zimt aus Sri Lanka sowie der chinesische Cassia-Zimt werden in Plantagen kultiviert und strauchartig gehalten. Die Pflanzen wachsen jedoch nie zu ihrer vollen Größe aus, da sie alle zwei bis drei Jahre zurückgeschnitten werden. So werden sie in der Regel niemals größer als drei Meter, könnten aber rein theoretisch eine Höhe von zehn Metern erreichen.

Die Blätter des Zimtbaums können eine Länge von bis zu 20 Zentimetern erreichen und werden für die Gewinnung von Zimtöl verwendet. Sie haben eine ledrige Oberfläche und eine dunkelgrüne Farbe.

Beide Arten lassen sich an ihrer Rinde gut unterscheiden. Ceylon-Zimt liefert eine dünne, helle Innenrinde, die sich in vielen Lagen ineinanderrollt. Cassia hat eine dicke, harte, rotbraune Rinde, die nur eine einzige Rolle bildet. Neben Cinnamomum cassia werden noch weitere Verwandte als Zimt gehandelt, etwa der Indonesische Zimt (Cinnamomum burmannii) und der Vietnamesische Zimt (Cinnamomum loureiroi).

Ein Unterschied steckt auch in den Inhaltsstoffen. Cassia enthält deutlich mehr Cumarin als Ceylon-Zimt, einen natürlichen Aromastoff mit süßem, heuartigem Duft. Ceylon-Zimt enthält davon von Natur aus nur wenig.

Ceylon-ZimtCassia-Zimt
Botanischer NameCinnamomum verumCinnamomum cassia
Andere Namenechter Zimt, KaneelChinesischer Zimt
HauptanbauSri LankaSüdchina, Vietnam
Wuchs in der PlantageStrauch, alle zwei bis drei Jahre geschnittenals Strauch oder kleiner Baum gehalten
Rindedünn, hell, viele Lagen ineinanderdick, hart, rotbraun, eine Rolle
Bruchlässt sich mit den Fingern brechensehr hart

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Wie wächst Zimt?

Zimt wächst als immergrüner Baum, der in der Plantage durch regelmäßigen Schnitt zum Strauch wird. Nach jedem Rückschnitt treibt der Wurzelstock neu aus. So entstehen viele gerade, fingerdicke Triebe, die in wenigen Jahren nachwachsen und genau die Rinde liefern, aus der Zimtstangen werden.

Wer zum ersten Mal einen Zimtstrauch sieht, ist oft überrascht von den jungen Blättern. Sie treiben rötlich aus und werden erst später dunkelgrün und glänzend. Typisch sind die drei deutlichen Längsadern, die vom Blattstiel bis zur Spitze laufen.

Der Zimtbaum blüht mit kleinen, gelblich-weißen Blüten in lockeren Rispen. Daraus reifen dunkle, etwa einen Zentimeter große Beeren, die in einem kleinen Becher sitzen. Für die Gewürzernte spielen Blüten und Früchte keine Rolle, gehandelt wird die Rinde.

Bis ein neu gepflanzter Zimtbaum zum ersten Mal geschnitten wird, vergehen meist drei bis vier Jahre. Danach kann derselbe Wurzelstock über Jahrzehnte immer wieder neue Triebe bilden.

Anbau von Zimt

Für den Anbau sind Durchschnittstemperaturen von 26–28°C und ein Jahresniederschlag von 2.500mm erforderlich. Der Zimtbaum gedeiht am besten auf lockerem, sandigem Boden, in dem Wasser gut abfließen kann.

Im Zimtanbau setzt man junge Pflanzen aus Samen oder Stecklingen in Reihen, oft an sanften Hängen und im Tiefland. Die Plantagen sehen eher aus wie eine dichte, grüne Hecke als wie ein Wald. Unkraut wird von Hand entfernt, und nach jeder Ernte bleibt der Stock im Boden und treibt wieder aus.

Sri Lanka ist das klassische Land für den Ceylon-Zimtanbau. Dort wird in vielen Gegenden zweimal im Jahr geerntet, jeweils zum Ende der Monsunregen. Dann steht die Pflanze gut im Saft, und die Rinde löst sich leichter vom Holz.

Wie wird Zimt hergestellt? Ernte und Schälen der Rinde

Zimt wird hergestellt, indem man junge Triebe schneidet, die Innenrinde von Hand abschält und trocknen lässt, bis sie sich zu Stangen einrollt. Am Ende der Regenzeit findet die Ernte statt. Dabei werden ein- bis zweijährige Triebe abgeschnitten und von Blättern befreit.

Anschließend wird die Rinde in Handarbeit abgetrennt. Das ist besonders wichtig, denn Brüche und Risse schmälern die Qualität der Zimtstangen sofort und senken damit den Ertrag. Die Schäler kratzen zuerst die graue Außenrinde ab. Dann reiben sie den Zweig mit einem Metallstab, bis sich die Innenrinde lockert, und lösen sie mit einem kleinen Messer in langen Streifen.

Verwendet wird nur die Innenrinde. Sie wird in Matten eingewickelt und ruht dort kurz, bevor sie trocknet. Bei der Trocknung rollen sich die Rindenstücke dann zu den charakteristischen Zimtstangen ein. Beim Ceylon-Zimt legen die Schäler viele dünne Rindenstücke ineinander, sodass eine lange, mehrlagige Rolle entsteht.

Danach werden mehrere Zimtstangen zu sogenannten „Quills“ ineinandergeschoben. Beim chinesischen Cassia-Zimt ist das hingegen nicht möglich, da seine Rinde dicker und gröber ist und nur eine einzige harte Rolle bildet.

Anschließend werden die Quills auf eine handelsübliche Länge gekürzt. Diese Zimtstangen sind dann meist acht bis zehn Zentimeter lang, unsere BIO-Ceylon-Zimtstangen messen etwa zehn Zentimeter. Unbrauchbare Reste werden zu Zimtpulver vermahlen, während aus der Rinde von dickeren Zweigen, genauso wie aus den Blättern, Zimtöl hergestellt wird.

  • Schneiden: ein- bis zweijährige Triebe, etwa fingerdick
  • Schaben: die graue Außenrinde entfernen
  • Reiben und Schälen: die Innenrinde lösen, in langen Streifen
  • Rollen und Trocknen: Lagen ineinanderlegen, im Schatten trocknen lassen
  • Schneiden und Sortieren: auf Länge kürzen, Bruch wird zu Pulver

Wo wächst Zimt?

Zimt wächst in den feuchten Tropen, dort, wo es das ganze Jahr warm ist und reichlich regnet. Der Ceylon-Zimtbaum stammt aus Sri Lanka und wird dort bis heute am meisten angebaut. Kleinere Mengen kommen aus Südindien, von Madagaskar und von den Seychellen.

Cassia-Zimt wächst vor allem in Südchina und Vietnam. Der Indonesische Zimt kommt größtenteils von der Insel Sumatra. Alle diese Bäume brauchen tropisches Klima, in Europa wächst Zimt nur unter Glas.

Unser Zimt kommt aus Sri Lanka, als Zimtstangen und Zimtpulver aus Ceylon-Zimt. Wie die Rinde aus Sri Lanka über Händler und Seefahrer nach Europa kam und warum sie einst so wertvoll war, lesen Sie bei Zimt: Herkunft und Geschichte.

Zimtstangen Pflanze: Woraus besteht eine Zimtstange?

Eine Zimtstange besteht aus der getrockneten Innenrinde junger Zimtzweige, nicht aus Holz oder Wurzel. Die Rinde wächst zwischen der Außenhaut des Zweigs und dem Holz. Beim Trocknen verliert sie Wasser und zieht sich zusammen, deshalb rollt sie sich von selbst ein.

Die Farbe kommt beim Trocknen. Frisch geschält ist die Innenrinde hell und feucht, erst an der Luft wird sie goldbraun. Ceylon-Stangen sind hellbraun und lassen sich mit den Fingern brechen. Eine Cassia-Rinde ist so hart, dass Sie dafür eher ein Messer brauchen.

Gemahlener Zimt ist dieselbe Rinde, nur fein vermahlen. Darum schmeckt gutes Zimtpulver nach derselben Pflanze wie die Stange. Unser BIO-Ceylon-Zimtpulver gibt es von 50g bis zur 1kg-Packung, kontrolliert von der Kontrollstelle DE-ÖKO-009.

Ceylon-Zimtstangen und Ceylon-Zimtpulver
Ceylon-Zimtstangen: viele dünne Lagen der getrockneten Innenrinde, daneben das gemahlene Pulver.

Zimt selbst ziehen: Kann man einen Zimtbaum zu Hause halten?

Einen Zimtbaum können Sie als Kübelpflanze im Haus halten, Zimt ernten werden Sie davon aber kaum. Junge Pflanzen gibt es bei Gärtnereien für exotische Pflanzen, manchmal auch Samen.

Der Zimtbaum mag es das ganze Jahr warm und hell, am liebsten an einem Fenster mit Morgen- oder Abendsonne. Er verträgt keinen Frost und fühlt sich bei normaler Zimmertemperatur am wohlsten. Die Luft sollte nicht zu trocken sein, darum hilft es, die Blätter ab und zu mit weichem Wasser zu besprühen.

Gießen Sie gleichmäßig, aber lassen Sie kein Wasser im Untersetzer stehen. Eine durchlässige Erde mit etwas Sand kommt dem lockeren Boden der Plantagen nahe. Im Sommer darf der Kübel an einen warmen, geschützten Platz auf Balkon oder Terrasse.

Für Zimtstangen fehlen dem Topfbaum Klima und Menge. Reiben Sie stattdessen ab und zu ein Blatt zwischen den Fingern. Der würzige Duft verrät sofort, welche Pflanze da bei Ihnen am Fenster steht.

Wie schmeckt Zimt, und wozu passt er?

Zimt schmeckt warm, süßlich und holzig. Ceylon-Zimt ist dabei mild und fein, mit Anklängen an Vanille und Honig, Cassia kräftiger und herber. Er passt zu Milchreis, Apfelkuchen, Porridge und Glühwein, aber auch zu Lammeintopf, Curry und Chili.

Wie viel Sie nehmen, wann eine Stange besser ist als Pulver und welche Gewürze Zimt gut ergänzen, steht ausführlich bei Zimt Verwendung. Für Ihren nächsten Milchreis finden Sie unsere Stangen und das Pulver hier: Zimt kaufen.

Häufige Fragen

Was ist die Zimt Pflanze?

Zimt stammt vom Zimtbaum, einer immergrünen Pflanze aus der Familie der Lorbeergewächse. Der echte Ceylon-Zimt heißt botanisch Cinnamomum verum, der Cassia-Zimt Cinnamomum cassia.

Wie wächst Zimt?

Zimt wächst als immergrüner Baum, der in Plantagen alle zwei bis drei Jahre geschnitten und so als Strauch gehalten wird. Aus dem Wurzelstock treiben dann viele junge Triebe nach, deren Rinde geerntet wird.

Wo wächst Zimt?

Zimt wächst in den feuchten Tropen. Ceylon-Zimt kommt vor allem aus Sri Lanka, Cassia-Zimt aus Südchina und Vietnam.

Wie wird Zimt hergestellt?

Junge Triebe werden geschnitten, die Außenrinde abgeschabt und die Innenrinde von Hand abgeschält. Beim Trocknen rollt sie sich zu Zimtstangen ein, Bruchstücke werden zu Zimtpulver vermahlen.

Wie wird Zimt angebaut?

Zimt wird in tropischen Plantagen mit viel Regen und Wärme auf lockerem, sandigem Boden angebaut. Die Pflanzen werden regelmäßig zurückgeschnitten, damit sie viele junge Triebe für die Rinde bilden.

Was ist der Unterschied zwischen Ceylon und Cassia?

Ceylon-Zimt stammt von Cinnamomum verum und hat eine dünne Rinde in vielen Lagen, Cassia von Cinnamomum cassia mit einer dicken, harten Rinde. Ceylon schmeckt milder und feiner.

Kann man Zimt selbst anbauen?

Einen Zimtbaum können Sie als Kübelpflanze im warmen, hellen Zimmer halten. Für eine Ernte von Zimtstangen reichen Klima und Menge in Deutschland aber nicht.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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