Anis Pflanze – zarte Dolden, aus denen das Lakritzgewürz wird
Die Anis Pflanze (Pimpinella anisum) ist ein einjähriger Doldenblütler aus dem östlichen Mittelmeerraum, etwa 30 bis 60 Zentimeter hoch, mit weißen Blütendolden. Als Gewürz nutzt man ihre kleinen, gerippten Früchte, die Anissamen. Sie reifen im Spätsommer, werden mit den Dolden geschnitten, getrocknet und gereinigt. So kommen sie als Anis ganz in die Küche.
Im Juli sieht ein Anisfeld aus wie ein Schleier aus weißer Spitze. Tausende kleine Dolden wiegen sich im warmen Wind, und wer mit der Hand darüberstreicht, riecht schon jetzt diesen süßen Hauch von Lakritz. Ein paar Wochen später ist das Weiß verschwunden. Dann hängen dort die graugrünen Körnchen, um die sich alles dreht.
- Was ist die Anis Pflanze?
- Wie sieht die Anis Pflanze aus?
- Anis Samen: die Früchte der Pflanze
- Anis Herkunft und Geschichte
- Anis Anbau: wo wächst Anis heute?
- Anis selber anbauen: Samen pflanzen und ernten
- Ist die Anis Pflanze mehrjährig?
- Anis-Ysop und andere ähnliche Pflanzen
- Vom Feld in die Küche: was aus der Pflanze wird
- Häufige Fragen
Was ist die Anis Pflanze?
Die Anis Pflanze trägt den botanischen Namen Pimpinella anisum und gehört zur Familie der Doldenblütler. In dieser Familie stehen auch Fenchel, Kümmel, Dill, Koriander und Kreuzkümmel. Viele davon liefern uns Gewürzsamen, und das hat einen Grund: Ihre Früchte stecken voller ätherischer Öle.
Bei Anis heißt der wichtigste Duftstoff Anethol. Er sorgt für die süße Note, die wir mit Lakritz verbinden. Denselben Stoff tragen auch Fenchel und der Sternanis, deshalb ähneln sich die drei im Duft. Botanisch ist nur der Fenchel ein naher Verwandter.
Als Gewürzpflanze ist Anis schlicht und bescheiden. Man nutzt fast ausschließlich die Samen. Die Blätter duften zwar ebenfalls, spielen in unserer Küche aber kaum eine Rolle.

Wie sieht die Anis Pflanze aus?
Wer Bilder der Anis Pflanze sucht, achtet am besten auf drei Merkmale: die zweierlei Blätter, die weißen Dolden und später die graugrünen Früchte. Daran lässt sich Anis gut von seinen Verwandten unterscheiden.
Die Pflanze wächst mit einem dünnen, runden und leicht gerillten Stängel aufrecht nach oben. Er verzweigt sich im oberen Teil. Die unteren Blätter sind rundlich bis herzförmig und am Rand gezähnt. Weiter oben werden sie immer feiner und sind zuletzt fast fadenförmig gefiedert, ähnlich wie beim Dill.
Im Hochsommer öffnen sich an den Triebspitzen lockere Doppeldolden mit vielen winzigen, weißen Blüten. Sie ziehen Bienen und Schwebfliegen an. Aus jeder Blüte entwickelt sich eine kleine, eiförmige Frucht mit feinen Längsrippen und kurzen, weichen Härchen. Reif ist sie graugrün bis graubraun.
Die getrockneten Früchte der Anis Pflanze, gereinigt im Aromaschutzbeutel:
Anis Samen: die Früchte der Pflanze
Was wir Anis Samen nennen, sind botanisch Spaltfrüchte. Jede Frucht besteht aus zwei Hälften, die bei der Reife oft zusammenbleiben. Sie sind etwa drei bis fünf Millimeter lang, leicht birnenförmig und fühlen sich durch die Härchen etwas rau an.
In den feinen Rippen der Fruchtwand liegen Ölkanäle. Dort sitzt das Aroma. Solange das Korn ganz bleibt, ist das Öl gut geschützt. Erst wenn Sie Anis anstoßen oder mahlen, steigt der volle Duft auf.
Gute Anissamen erkennen Sie an einer gleichmäßigen, graugrünen Farbe, wenig Staub und einem klaren, süßen Duft, sobald Sie ein paar Körner zwischen den Fingern reiben. Riecht es flach oder muffig, ist die Ware alt. Unseren Anis ganz kaufen Sie gereinigt, mit wenig bis gar keinem Besatz, im wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel.
Anis Herkunft und Geschichte
Die Herkunft der Anis Pflanze liegt im östlichen Mittelmeerraum und in Vorderasien. Dort wird sie seit Jahrtausenden angebaut. Schon die alten Ägypter kannten Anis, später schätzten ihn Griechen und Römer.
Die Römer buken der Überlieferung nach Kuchen mit Anis, die zum Abschluss großer Festessen gereicht wurden. Mit den Klöstern kam die Pflanze über die Alpen. In der Landgüterverordnung Karls des Großen steht Anis unter den Pflanzen, die auf den kaiserlichen Gütern wachsen sollten.
Seit dem Mittelalter würzt Anis in Mitteleuropa vor allem Brot und Gebäck. Aus dieser Zeit stammen viele Rezepte, die bis heute gebacken werden, etwa Springerle und Anisplätzchen. Rund ums Mittelmeer wurde Anis außerdem zur Grundlage klarer Anisgetränke, die sich beim Verdünnen mit Wasser milchig trüben.
Anis Anbau: wo wächst Anis heute?
Anis braucht einen warmen, sonnigen Sommer, damit die Früchte ausreifen. Deshalb liegt der Anbau heute vor allem in warmen Ländern rund ums Mittelmeer und im Nahen Osten. Größere Felder gibt es unter anderem in der Türkei, in Spanien, Ägypten und Syrien, außerdem in Mexiko und Teilen Asiens.
Auf dem Feld wird Anis im Frühjahr direkt ausgesät. Die Pflanzen wachsen rasch, blühen im Hochsommer und sind nach etwa vier Monaten erntereif. Geerntet wird, wenn die meisten Dolden graugrün werden. Dann schneidet man die ganzen Pflanzen, lässt sie nachtrocknen und drischt die Früchte aus.
Danach folgt der Teil, den man im fertigen Gewürz schmeckt: das Reinigen. Stängelreste, Staub und leere Hüllen werden ausgesiebt und ausgeblasen. Je gründlicher das geschieht, desto klarer duftet der Anis im Beutel.
Anis selber anbauen: Samen pflanzen und ernten
Wer Anis selber anbauen möchte, braucht vor allem einen warmen, sonnigen Platz. Ein durchlässiger, eher trockener Boden ist besser als ein schwerer, nasser. Auch ein großer Kübel auf dem Südbalkon funktioniert.
Die Anis Samen pflanzen Sie ab Ende April direkt an Ort und Stelle, wenn kein Frost mehr droht. Säen Sie dünn in Reihen und bedecken Sie die Samen nur knapp mit Erde. Anis mag das Umpflanzen nicht, weil er eine feine Pfahlwurzel bildet. Für die Aussaat nehmen Sie Saatgut für den Garten, denn Küchenanis ist für die Küche gereinigt und getrocknet.
Beim Anis pflanzen und ernten zählt Geduld. Zur Ernte schneiden Sie im Spätsommer die Dolden, sobald sich die ersten Früchte graugrün färben. Am besten am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Hängen Sie die Dolden kopfüber in eine Papiertüte, damit nichts verloren geht. Nach ein bis zwei Wochen lassen sich die trockenen Früchte einfach abstreifen.
In kühlen, nassen Sommern reifen die Früchte in Mitteleuropa nicht immer aus. Die Ernte bleibt dann klein. Für Brot, Gebäck und Tee greifen deshalb die meisten zu fertigen Anissamen und pflanzen Anis vor allem wegen der hübschen Dolden.
Ist die Anis Pflanze mehrjährig?
Nein, die Anis Pflanze ist einjährig. Sie keimt im Frühjahr, blüht im Sommer, bildet ihre Früchte und stirbt im Herbst ab. Im nächsten Jahr säen Sie neu aus.
Die Frage taucht oft auf, weil eine andere Pflanze mit ähnlichem Namen tatsächlich mehrjährig ist: der Anis-Ysop. Mit echtem Anis hat er außer dem Duft wenig gemeinsam, wie der nächste Abschnitt zeigt.
Anis-Ysop und andere ähnliche Pflanzen
Mehrere Pflanzen erinnern an Anis, im Aussehen oder im Duft. Wer im Garten oder auf dem Markt nach Anis sucht, sollte sie auseinanderhalten können.
- Anis-Ysop (Duftnessel): ein mehrjähriger Lippenblütler aus Nordamerika mit lila Blütenähren. Seine Blätter duften nach Anis, Anissamen liefert er aber nicht. Mit dem Küchenkraut Ysop ist er ebenfalls nur entfernt verwandt.
- Fenchel: ein enger Verwandter des Anis. Er wird deutlich höher, hat gelbe Dolden und größere, längliche Früchte. Mehr dazu auf unserer Seite Fenchel verwenden.
- Dill: ebenfalls gelb blühend, mit sehr ähnlichem, fadenfeinem Laub. Der Duft ist frisch und grasig, ganz ohne Lakritznote.
- Sternanis: keine Staude, sondern die Frucht eines immergrünen Baumes aus Südchina und Vietnam. Er duftet ähnlich, ist aber botanisch weit entfernt.
Die verlässlichste Probe ist die Nase. Echter Anis riecht süß und weich, der Anis-Ysop eher minzig-frisch und der Fenchel etwas herber.
| Pflanze | Familie | Lebensdauer | Blüte | genutzt als |
|---|---|---|---|---|
| Anis (Pimpinella anisum) | Doldenblütler | einjährig | weiße Dolden, Juli bis August | Samen als Gewürz und Tee |
| Fenchel | Doldenblütler | mehrjährig, oft einjährig gezogen | gelbe Dolden | Samen, Knolle, Kraut |
| Dill | Doldenblütler | einjährig | gelbe Dolden | Kraut und Samen |
| Anis-Ysop (Duftnessel) | Lippenblütler | mehrjährig | lila Ähren | Blätter, Zierpflanze |
| Sternanis | Sternanisgewächs, Baum | immergrüner Baum | gelblich bis rötlich | sternförmige Früchte |
Vom Feld in die Küche: was aus der Pflanze wird
Getrocknet und gereinigt wird aus der Anis Pflanze das Gewürz, das Brot, Plätzchen, Kompott und Tee seinen süß-warmen Duft gibt. Er schmeckt nach mildem Lakritz und etwas runder als Fenchel. Wie Sie Anis in der Küche einsetzen und was dazu passt, steht ausführlich auf unserer Seite Anis Verwendung.
Als Tee ist Anis ein Klassiker, allein oder zusammen mit Fenchel und Kümmel. Zubereitung und Ziehzeiten finden Sie im Ratgeber Anis Tee und bei unserem Fenchel Anis Kümmel Tee. Auch unser Brotgewürz enthält Anis, zusammen mit Koriander, Kümmel und Fenchel.
Kaufen Sie Anis am besten ganz. Die Samen behalten ihr Aroma in der geschlossenen Fruchtwand deutlich länger als Pulver. Gemahlen wird erst kurz vor dem Backen. Unseren Anis ganz gibt es von 50g bis zur 1kg-Packung.
Häufige Fragen
Wie sieht die Anis Pflanze aus?
Sie wird 30 bis 60 Zentimeter hoch, hat unten rundliche, gezähnte und oben fein gefiederte Blätter und trägt im Sommer weiße Doppeldolden. Daraus reifen kleine, graugrüne, gerippte Früchte.
Ist Anis mehrjährig?
Nein, echter Anis ist einjährig und wird jedes Frühjahr neu ausgesät. Mehrjährig ist der Anis-Ysop, eine andere Pflanze mit ähnlichem Duft.
Woher kommt Anis ursprünglich?
Die Anis Pflanze stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien. Angebaut wird sie heute vor allem in warmen Ländern rund ums Mittelmeer und im Nahen Osten.
Kann man Anis selber anbauen?
Ja, an einem warmen, sonnigen Platz mit durchlässigem Boden. Ausgesät wird ab Ende April direkt ins Beet oder in einen großen Kübel. In kühlen Sommern reifen die Samen nicht immer aus.
Wann erntet man Anis Samen?
Im Spätsommer, wenn sich die ersten Früchte graugrün färben. Die Dolden schneiden, kopfüber in einer Papiertüte trocknen und die Samen dann abstreifen.
Ist Anis-Ysop dasselbe wie Anis?
Nein. Anis-Ysop oder Duftnessel ist ein mehrjähriger Lippenblütler mit lila Blüten. Seine Blätter duften nach Anis, Anissamen liefert er aber nicht.
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