Bourbon Vanille – was ist das? Die Vanille, die nach einer Insel heißt
Was Bourbon-Vanille ist, verrät ihr Name: Es ist die Echte Vanille (Vanilla planifolia) von den Inseln im westlichen Indischen Ozean, vor allem von Madagaskar. Benannt ist sie nach Réunion, das früher Île Bourbon hieß, mit Whiskey hat sie nichts zu tun. Sie schmeckt warm, rund und süßlich, so wie die meisten Menschen Vanille kennen. Unsere Bourbon-Vanilleschoten kommen aus Madagaskar.
Auf fast jedem Puddingrezept steht sie, auf Joghurtbechern und Eispackungen auch: Bourbon-Vanille. Das Wort klingt nach Whiskey und nach Kentucky. Dabei führt es auf eine kleine Vulkaninsel im Indischen Ozean, auf der der Überlieferung nach ein Junge das Rätsel der Vanilleblüte löste.
- Was ist Bourbon-Vanille?
- Warum heißt es Bourbon-Vanille?
- Wie spricht man Bourbon-Vanille aus?
- Unterschied: Vanille und Bourbon-Vanille
- Bourbon-, Tahiti- oder Mexiko-Vanille?
- Wie schmeckt Bourbon-Vanille?
- Gute Bourbon-Vanille erkennen
- Bourbon-Vanille verwenden
- Bourbon-Vanille gemahlen, als Zucker, Extrakt oder Paste
- Ist Vanille ein Gewürz?
- Häufige Fragen
Was ist Bourbon-Vanille?
Bourbon-Vanille ist ein Handelsname für Schoten der Echten Vanille (Vanilla planifolia), die auf den Inseln im westlichen Indischen Ozean wachsen. Gemeint sind vor allem Madagaskar, die Komoren, Réunion und Mayotte. Bourbon ist darum keine eigene Pflanzenart, sondern der Name einer Region.
Die Schoten sind die fermentierten Kapselfrüchte einer Kletterorchidee. Frisch geerntet sind sie grün und riechen kaum. Ihr Aroma entsteht erst in Monaten der Aufbereitung, dem Bourbon-Verfahren, benannt nach derselben Insel. Wie das abläuft, steht bei Vanille Anbaugebiete.
Bourbon-Vanille ist die weltweit am häufigsten verwendete Vanille. Wenn ein Rezept nur „eine Vanilleschote“ verlangt, ist in aller Regel sie gemeint.
Warum heißt es Bourbon-Vanille?
Bourbon-Vanille heißt nach der Insel Réunion, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts Île Bourbon hieß, nach dem französischen Königshaus der Bourbonen. Auf dieser Insel fand der Überlieferung nach 1841 der zwölfjährige Edmond Albius den Handgriff, mit dem man Vanilleblüten bestäubt. Erst dadurch ließ sich Vanille außerhalb Mexikos in großen Mengen ernten.
Von Réunion aus kam die Vanille nach Madagaskar und auf die Komoren, und der Name reiste mit. Heute wächst auf Madagaskar weit mehr Bourbon-Vanille als auf der Insel, die ihr den Namen gab.
Hat Bourbon-Vanille etwas mit Bourbon-Whiskey zu tun? Nein. Beide tragen nur den Namen desselben Königshauses. Bourbon-Vanille enthält keinen Alkohol, weder als Schote noch als Pulver.
Bourbon-Vanille zum Ausprobieren oder für den Vorrat: unsere Schoten aus Madagaskar, ausgewählt aus Stangen über 14cm:
Wie spricht man Bourbon-Vanille aus?
Bourbon-Vanille sprechen Sie französisch aus, etwa „Bur-bõ“: das u wie in Burg, am Ende ein durch die Nase gesprochenes o, das n bleibt stumm. Betont wird die zweite Silbe.
Im deutschen Alltag hört man ebenso „Burbon“ wie beim Whiskey. Verstanden wird beides, an der Ladentheke und im Rezept.
Unterschied: Vanille und Bourbon-Vanille
Der Unterschied zwischen Vanille und Bourbon-Vanille ist der zwischen Oberbegriff und Herkunft: Jede Bourbon-Vanille ist Vanille, aber nicht jede Vanille ist Bourbon-Vanille. Schoten aus Mexiko, Indonesien oder Uganda stammen oft von derselben Pflanze, heißen aber nicht Bourbon, weil sie woanders wachsen.
Auf Verpackungen lohnt ein zweiter Blick. Stehen „Bourbon-Vanille“ oder „gemahlene Bourbon-Vanilleschoten“ in der Zutatenliste, ist echte Vanille aus der Schote drin. Steht dort nur „Aroma“ oder „Vanillin“, kann der Geschmack auch ganz ohne Schote entstanden sein, denn Vanillin wird meist künstlich hergestellt.

Bourbon-, Tahiti- oder Mexiko-Vanille?
Bourbon-Vanille ist die klassische, warme Vanille, Tahiti-Vanille die blumige und Mexiko-Vanille die würzige Verwandte. Bourbon- und Mexiko-Vanille stammen von derselben Art, Vanilla planifolia. Mexiko ist ihre ursprüngliche Heimat, die Inseln im Indischen Ozean wurden es erst im 19. Jahrhundert.
Tahiti-Vanille ist eine eigene Art, Vanilla tahitensis. Ihre Schoten sind dicker, ihr Duft erinnert an Blüten und Kirsche, die typische Vanillenote ist leiser. Für ein Rezept mit einer Bourbon-Schote reicht eine halbe Tahiti-Vanilleschote. Den ausführlichen Vergleich finden Sie bei Tahiti vs. Bourbon Vanille.
Dazwischen liegt unsere Südsee-Vanille aus Papua-Neuguinea, die in Richtung Tahiti duftet.
| Bourbon-Vanille | Tahiti-Vanille | Mexiko-Vanille | |
|---|---|---|---|
| Pflanze | Vanilla planifolia | Vanilla tahitensis | Vanilla planifolia |
| Herkunft | Madagaskar, Komoren, Réunion, Mayotte | Französisch-Polynesien | Mexiko, vor allem Veracruz |
| Duft | warm, rund, süßlich | blumig, fruchtig | oft als würzig-kräftig beschrieben |
| Im Rezept | 1 Schote, der Standard in Kochbüchern | ½ Schote statt 1 Bourbon-Schote | wie Bourbon-Vanille |
Wie schmeckt Bourbon-Vanille?
Bourbon-Vanille schmeckt warm, rund und süßlich, mit einem Hauch von Karamell und Holz und leicht blumigen Tönen. Süß ist die Schote selbst nicht. Sie lässt den Zucker im Rezept voller und weicher wirken.
Schmeckt Bourbon-Vanille wie Vanillinzucker aus der Backmischung? Nein. Wer zum ersten Mal eine echte Schote in Milch ziehen lässt, merkt den Unterschied sofort: Der Duft ist leiser, aber er bleibt länger und hat Tiefe. Wie das gemahlene Pulver schmeckt, lesen Sie bei Wie schmeckt Vanillepulver.
Gute Bourbon-Vanille erkennen
Gute Bourbon-Vanille erkennen Sie an einer gleichmäßig dunklen, leicht öligen Oberfläche und an einer elastischen Schote, die sich biegen lässt, ohne zu splittern. Beim Öffnen des Beutels steigt sofort ein warmer, süßer Duft auf.
Die Länge sagt viel über die Menge an Mark. Lange Schoten sind meist saftiger und ergiebiger als kurze, darum wählen wir für unsere Bourbon-Vanille aus Madagaskar gezielt Stangen über 14cm.
Im Handel unterscheidet man grob zwei Qualitäten. Gourmet-Schoten sind dunkel, weich und saftig, gedacht zum Auskratzen in der Küche. Trockenere, oft rötliche oder aufgeplatzte Schoten gehen meist in die Herstellung von Extrakt.
Weiße, glitzernde Kristalle auf der Schote sind Vanillin und ein gutes Zeichen. Wie Sie sie von Schimmel unterscheiden und wie lange Schoten halten, steht bei Vanilleschoten richtig lagern.
Bourbon-Vanille verwenden
Bourbon-Vanille verwenden Sie überall, wo es klassisch nach Vanille schmecken soll: in Pudding, Vanillesauce, Milchreis, Crème brûlée, Vanillekipferln und Eis. Schneiden Sie die Schote längs auf und kratzen Sie das Mark mit dem Messerrücken heraus. Dann lassen Sie Mark und Schote in warmer Milch oder Sahne ziehen.
Meist genügt das Mark einer Schote für 500ml bis 1l Milch. Herzhaft passt Bourbon-Vanille zu hellem Fisch, Hummer und Geflügel. Welche Gewürze und Lebensmittel sie besonders gut ergänzen, lesen Sie bei Wozu passt Vanille.
Ein Klassiker zum Nachkochen ist unsere Vanillesauce mit Eigelb. Bourbon Vanille kaufen können Sie bei uns in Packungen zu 5, 10 und 25 Stück.
Bourbon-Vanille gemahlen, als Zucker, Extrakt oder Paste
Bourbon-Vanille gibt es neben der ganzen Schote als Pulver, als Zucker, als Extrakt und als Paste. Jede Form hat ihren Platz:
- Gemahlene Bourbon-Vanille: die ganze, getrocknete Schote fein gemahlen und ungesüßt. Gut für Teig, Kaffee und Müsli. Unser Bourbon-Vanillepulver stammt aus Madagaskar.
- Bourbon-Vanillezucker: Zucker mit echter Vanille, klassisch ein Teil Vanille auf neun Teile Zucker. Unser Bourbon-Vanillezucker wird mit Bourbon-Vanille aus Madagaskar gemischt.
- Bourbon-Vanilleextrakt: Schoten, die über Wochen in Alkohol ziehen. Für eigenen Extrakt stecken Sie zwei bis drei aufgeschnittene Schoten in 100ml Wodka oder hellen Rum und lassen sie mindestens acht Wochen dunkel ziehen.
- Bourbon-Vanillepaste: Vanillemark, mit Extrakt und etwas Zucker zu einer dicken Paste verrührt. Sie verteilt die Pünktchen gleichmäßig im Teig.
Ist Vanille ein Gewürz?
Ja, Vanille ist ein Gewürz, und zwar die fermentierte Frucht einer Orchidee. Die Pflanze heißt auf Deutsch auch Gewürzvanille, im Unterschied zu den vielen Vanille-Arten, die keine brauchbaren Schoten tragen.
Nach Safran gilt Vanille als zweitteuerstes Gewürz der Welt. Darum wird sie gern Königin der Gewürze genannt. Wie die Pflanze klettert, blüht und Früchte bildet, lesen Sie bei Vanille-Orchidee.
Häufige Fragen
Was ist Bourbon-Vanille?
Bourbon-Vanille ist die Echte Vanille (Vanilla planifolia) von den Inseln im westlichen Indischen Ozean, vor allem von Madagaskar, den Komoren und Réunion. Der Name bezeichnet die Herkunft, keine eigene Pflanzenart.
Warum heißt es Bourbon-Vanille?
Sie heißt nach der Insel Réunion, die früher Île Bourbon hieß. Von dort kam die Vanille nach Madagaskar und auf die Komoren.
Hat Bourbon-Vanille etwas mit Whiskey zu tun?
Nein. Bourbon-Vanille und Bourbon-Whiskey teilen nur den Namen des französischen Königshauses. Die Schoten enthalten keinen Alkohol.
Wie spricht man Bourbon-Vanille aus?
Französisch, etwa „Bur-bõ“, mit einem durch die Nase gesprochenen o am Ende und stummem n. Im Alltag versteht man auch „Burbon“.
Was ist der Unterschied zwischen Vanille und Bourbon-Vanille?
Vanille ist der Oberbegriff. Bourbon-Vanille ist Vanille einer bestimmten Herkunft, nämlich von den Inseln im westlichen Indischen Ozean.
Wie schmeckt Bourbon-Vanille?
Bourbon-Vanille schmeckt warm, rund und süßlich, mit einem Hauch von Karamell und Holz. Sie ist die klassische Vanille, die man aus Pudding und Vanillesauce kennt.
Was ist besser, Bourbon- oder Tahiti-Vanille?
Bourbon-Vanille ist besser, wenn es klassisch nach Vanille schmecken soll und lange gekocht oder gebacken wird. Tahiti-Vanille passt, wenn ein blumiger Duft die Hauptrolle spielt.
Ist Vanille ein Gewürz?
Ja, Vanille ist ein Gewürz: die fermentierte Frucht einer Orchidee. Nach Safran gilt sie als zweitteuerstes Gewürz der Welt.
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