Vanille Herkunft, Anbau und Anbaugebiete
Vanille hat ihre wichtigsten Anbaugebiete heute auf Madagaskar, das den größten Teil der Welternte liefert. Weitere Anbauländer sind Indonesien, die Komoren, Réunion, Uganda, Papua-Neuguinea, Französisch-Polynesien rund um Tahiti und Mexiko, das Ursprungsland. Überall wächst sie als Kletterorchidee, deren Blüten von Hand bestäubt werden. Unsere Bourbon-Vanilleschoten kommen aus Madagaskar.
Wer eine Vanilleschote aufschneidet, hält das Ergebnis von weit über einem Jahr Arbeit in der Hand. Auf einer Insel im Indischen Ozean oder in der Südsee hat jemand an einem einzigen Morgen eine Blüte von Hand bestäubt. Danach reifte die Frucht monatelang, und wochenlang lag sie zum Trocknen in der Sonne.
- Vanille Anbaugebiete und Herkunft
- Wo kommt Vanille her?
- Die Anbauländer der Vanille im Überblick
- Der Vanille Anbau: So wächst Vanille auf der Plantage
- Warum wird Vanille von Hand bestäubt?
- Von der grünen Frucht zur Vanilleschote: Ernte und Fermentation
- Schmeckt Vanille je nach Anbaugebiet anders?
- Bourbon Vanille Herkunft: die Inseln im Indischen Ozean
- Warum die Vanille-Ernte so schwankt
- Vanilleschoten anbauen: Geht das auch zu Hause?
- Häufige Fragen
Vanille Anbaugebiete und Herkunft
Die wichtigsten Anbaugebiete der Vanille liegen heute in den Tropen rund um den Indischen Ozean, allen voran auf Madagaskar.
Der größte Teil der heutigen weltweiten Vanilleproduktion stammt aus dem Hauptanbaugebiet im Nordosten von Madagaskar. Als weitere Hauptanbaugebiete gelten zudem die Komoren und die Insel La Réunion (ehemals Île Bourbon). Aus der ursprünglichen Herkunft in Mexiko stammt nur noch ein kleiner Teil der Weltproduktion. Als weitere Produktionsstandorte gelten Indonesien mit der Insel Java, Tahiti, Indien, Sansibar und die Seychellen.
In den letzten Jahrzehnten sind Uganda, Papua-Neuguinea und weitere tropische Länder hinzugekommen. Indonesien zählt heute nach Madagaskar zu den größten Erzeugern.
Wo kommt Vanille her?
Vanille kommt ursprünglich aus Mexiko und Mittelamerika, wo sie wild in feuchten Wäldern an Bäumen emporrankt. Der Überlieferung nach nutzten schon die Totonaken an der Golfküste und später die Azteken die Schoten, unter anderem in einem Getränk aus Kakao. Mit den Spaniern kam Vanille im 16. Jahrhundert nach Europa.
Lange blieb Mexiko das einzige Land, das Vanilleschoten liefern konnte. Außerhalb ihrer Heimat blühte die Pflanze zwar, setzte aber kaum Früchte an, weil die passenden Bestäuber fehlten. Erst die Handbestäubung im 19. Jahrhundert machte den Anbau auf den Inseln im Indischen Ozean möglich. Mehr dazu lesen Sie bei Vanille Geschichte.
Vanille aus dem größten Anbaugebiet der Welt: unsere Bourbon-Vanilleschoten aus Madagaskar im Aromaschutzbeutel:
Die Anbauländer der Vanille im Überblick
Die Anbauländer der Vanille unterscheiden sich in Art, Menge und Duft. Ein kurzer Rundgang von West nach Ost:
- Mexiko: Ursprungsland der Echten Vanille (Vanilla planifolia), besonders im Bundesstaat Veracruz. Die Mengen sind heute klein.
- Uganda: junges Anbauland in Ostafrika. Wegen zweier Regenzeiten sind dort oft zwei Ernten im Jahr möglich.
- Madagaskar: größtes Anbauland, vor allem im feuchten Nordosten der Insel. Von hier stammt die meiste Bourbon-Vanille, auch unsere Bourbon-Vanille aus Madagaskar.
- Komoren und Réunion: die Nachbarinseln Madagaskars. Réunion, die frühere Île Bourbon, gab der Bourbon-Vanille ihren Namen, erntet heute aber nur noch kleine Mengen.
- Indonesien: großer Erzeuger, vor allem auf Java und weiteren Inseln. Ihre Vanille wird oft als kräftig und leicht holzig beschrieben.
- Papua-Neuguinea: Hier wachsen die Echte Vanille und die Tahiti-Art. Daher stammt unsere Südsee-Vanille.
- Französisch-Polynesien: Hauptanbaugebiet der blumigen Tahiti-Vanille (Vanilla tahitensis), mit kleinen Mengen und viel Handarbeit. Unsere Tahiti-Vanille ist Originalware von dort.
| Anbauland | Vanilleart | Handelsname | Typischer Duft |
|---|---|---|---|
| Madagaskar | Vanilla planifolia | Bourbon-Vanille | warm, rund, süßlich |
| Réunion, Komoren | Vanilla planifolia | Bourbon-Vanille | warm, rund |
| Mexiko | Vanilla planifolia | Mexiko-Vanille | oft als würzig-kräftig beschrieben |
| Indonesien | Vanilla planifolia | Java-Vanille | kräftig, leicht holzig |
| Uganda | Vanilla planifolia | Uganda-Vanille | kräftig, vollmundig |
| Papua-Neuguinea | Vanilla tahitensis und planifolia | bei uns Südsee-Vanille | blumig-würzig |
| Französisch-Polynesien | Vanilla tahitensis | Tahiti-Vanille | blumig, fruchtig |

Der Vanille Anbau: So wächst Vanille auf der Plantage
Vanille wird als Kletterpflanze an Stützbäumen oder Pfählen angebaut, meist aus Stecklingen, und braucht feuchtwarmes Klima mit lichtem Schatten.
Gepflanzt werden die Stecklinge der Vanilleorchideen zu einer Zeit, in der es weder zu trocken noch zu niederschlagsreich ist. Wilde Vanille rankt sehr hoch und bringt nur wenige Blüten zu Tage. In den Plantagen werden die Vanillepflanzen zurückgebogen, sodass die Bauern die Blüten per Hand erreichen können. Das Blütenwachstum wird außerdem durch das Zurückbiegen angeregt.
Die Blüten erscheinen nach etwa drei Jahren zum ersten Mal, danach einmal im Jahr über einige Wochen. Bestäubt werden die Blüten per Hand, innerhalb von 12 Stunden nach Öffnung der Blüte. Sie blühen nur für einen Tag. Findet in dieser Zeit keine Bestäubung statt, verblüht die Blüte, und es wird keine Kapselfrucht gebildet. Die Vanillebauern müssen darum stets wachsam nach ihren neuen Blüten suchen.
Ist die Bestäubung erfolgreich, hat die grüne Frucht nach fünf bis sechs Wochen ihre volle Länge erreicht. Reif zur Ernte ist sie erst rund neun Monate nach der Bestäubung.
Warum wird Vanille von Hand bestäubt?
Vanille wird von Hand bestäubt, weil ihre natürlichen Bestäuber aus Mittelamerika in den anderen Anbauländern fehlen. Mit einem dünnen Stäbchen heben die Arbeiterinnen und Arbeiter ein Häutchen in der Blüte an und drücken den Pollen auf die Narbe. Geübte Hände schaffen so mehrere hundert Blüten an einem Vormittag.
Den Handgriff fand der Überlieferung nach 1841 ein zwölfjähriger Junge auf Réunion, Edmond Albius. Wie die Blüte gebaut ist und warum sie sich nicht selbst bestäubt, lesen Sie bei Vanille-Orchidee.
Von der grünen Frucht zur Vanilleschote: Ernte und Fermentation
Frisch geerntet ist eine Vanilleschote grün und riecht kaum nach Vanille. Ihr Aroma entsteht erst bei der Aufbereitung, die im Handel meist Fermentation heißt. Auf Madagaskar und den Nachbarinseln folgt sie bis heute dem Bourbon-Verfahren:
- Ernten: Die Schoten werden einzeln gepflückt, sobald ihre Spitze gelb wird.
- Brühen: Für wenige Minuten tauchen sie in heißes Wasser von etwa 60 bis 65 Grad. Das beendet das Wachstum und setzt die Reifung in Gang.
- Schwitzen: In Tücher gewickelt und in Kisten gepackt, werden die Schoten braun und beginnen zu duften.
- Trocknen: Wochenlang liegen sie tagsüber in der Sonne und kommen nachts wieder in die Kisten.
- Ruhen: Über Monate reifen sie in geschlossenen Kisten nach, bis sich das volle Aroma entwickelt hat. Danach werden sie nach Länge sortiert und gebündelt.
Bis eine geerntete Schote verkaufsfertig ist, vergehen mehrere Monate. Tahiti-Vanille reift länger an der Pflanze, wird meist ohne Brühbad fermentiert und danach über Monate getrocknet.
Schmeckt Vanille je nach Anbaugebiet anders?
Ja, Vanille schmeckt je nach Art und Anbaugebiet merklich anders. Bourbon-Vanille aus Madagaskar ist warm, rund und süßlich, so wie die meisten Menschen Vanille kennen. Tahiti-Vanille duftet blumig und fruchtig, fast wie ein Parfüm, und unsere Südsee-Vanille geht in dieselbe Richtung.
Den direkten Vergleich der beiden bekanntesten Sorten finden Sie bei Tahiti Vanille. Welche Gewürze und Lebensmittel zur Vanille passen, steht bei Wozu passt Vanille.
Bourbon Vanille Herkunft: die Inseln im Indischen Ozean
Bourbon-Vanille kommt aus Madagaskar, von den Komoren, von Réunion und den Nachbarinseln im westlichen Indischen Ozean. Ihren Namen hat sie von Réunion, das früher Île Bourbon hieß. Französische Siedler brachten die Pflanze im 19. Jahrhundert dorthin, von Réunion aus gelangte sie nach Madagaskar und auf die Komoren.
Was den Namen Bourbon-Vanille ausmacht und was er nicht bedeutet, lesen Sie bei Bourbon-Vanille: Was ist das?. Unsere Bourbon-Vanilleschoten kaufen Sie in Packungen zu 5, 10 und 25 Stück, ausgewählt aus Stangen über 14cm.
Warum die Vanille-Ernte so schwankt
Vanille ist eine Ernte, die von wenigen Inseln abhängt. Zieht ein Wirbelsturm über den Nordosten Madagaskars, fehlen danach weltweit Schoten, und die Preise steigen. Gute Jahre lassen sie wieder fallen.
Weil Vanille so wertvoll ist, schützen viele Bauern ihre Ernte. Sie stechen noch an der Pflanze ein eigenes Zeichen in die grünen Schoten, das nach dem Trocknen sichtbar bleibt. So lässt sich jede Schote ihrem Feld zuordnen.
Vanilleschoten anbauen: Geht das auch zu Hause?
Vanilleschoten zu Hause anzubauen, gelingt nur mit der Vanille-Orchidee als Zimmerpflanze und mit viel Geduld. Sie braucht dauerhaft Wärme, hohe Luftfeuchte und eine Kletterhilfe. Bis sie blüht, vergehen oft Jahre, und jede Blüte müssen Sie selbst von Hand bestäuben.
Wie Sie die Pflanze halten und bestäuben, steht bei Vanille-Orchidee. Wer lieber gleich backt, bekommt bei uns Vanilleschoten aus Madagaskar, fertig aufbereitet und im Aromaschutzbeutel.
Häufige Fragen
Wo sind die wichtigsten Anbaugebiete der Vanille?
Das wichtigste Anbaugebiet der Vanille ist Madagaskar, vor allem der Nordosten der Insel. Weitere Anbauländer sind Indonesien, die Komoren, Réunion, Uganda, Papua-Neuguinea, Französisch-Polynesien und Mexiko.
Wo kommt Vanille her?
Vanille kommt ursprünglich aus Mexiko und Mittelamerika. Seit dem 19. Jahrhundert wird sie dank der Handbestäubung auch in anderen tropischen Ländern angebaut, heute vor allem auf Madagaskar.
Wie wird Vanille angebaut?
Vanille wird als Kletterorchidee an Stützbäumen oder Pfählen angebaut. Die Ranken werden zurückgebogen, damit die Bauern die Blüten erreichen und von Hand bestäuben können.
Warum wird Vanille von Hand bestäubt?
Die natürlichen Bestäuber der Vanille leben nur in Mittelamerika. In allen anderen Anbauländern bestäuben Menschen jede Blüte mit einem dünnen Stäbchen, am Tag ihrer Öffnung.
Wie entsteht aus der grünen Frucht die Vanilleschote?
Die grüne Frucht wird kurz in heißem Wasser gebrüht, in Tüchern zum Schwitzen gebracht, wochenlang in der Sonne getrocknet und danach über Monate gelagert. Erst dabei entsteht das Vanillearoma.
Woher kommt Bourbon-Vanille?
Bourbon-Vanille kommt von Madagaskar, den Komoren, Réunion und den Nachbarinseln im westlichen Indischen Ozean. Benannt ist sie nach Réunion, das früher Île Bourbon hieß.
Kann man Vanille selbst anbauen?
Ja, als Zimmerpflanze mit viel Wärme, hoher Luftfeuchte und einer Kletterhilfe. Bis zur ersten Blüte vergehen oft Jahre, und jede Blüte muss von Hand bestäubt werden.
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