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Brennessel Pflanze – warum sie brennt, wann sie blüht und wie sie in die Tasse kommt

Die Brennessel Pflanze, botanisch Urtica dioica, ist eine mehrjährige Staude aus der Familie der Brennnesselgewächse. Sie wächst bevorzugt auf stickstoffreichen Böden, blüht etwa von Juni bis Oktober und trägt Samen nur an weiblichen Pflanzen. Für Tee erntet man die jungen Blätter vor der Blüte, getrocknet verlieren sie ihr Brennen. Unsere BIO-Brennnesselblätter sind getrocknet und geschnitten.

Jeder kennt sie, die meisten zuerst von einem Sommertag in kurzen Hosen. Ein falscher Schritt am Wegrand, und die Wade kribbelt den ganzen Nachmittag. Dabei steckt in dieser Pflanze mehr als ihr Ruf: ein ausgeklügelter Bauplan, eine lange Geschichte als Faserpflanze und ein Tee mit klarer, grüner Note.

Brennessel Pflanze: was für eine Pflanze ist die Brennnessel?

Die Brennnessel ist eine ausdauernde Staude, die jedes Frühjahr neu austreibt. Meist ist die Große Brennnessel (Urtica dioica) gemeint. Sie wird oft über einen Meter hoch, hat einen vierkantigen Stängel und gegenständige, eiförmige Blätter mit grob gesägtem Rand. Daneben gibt es die Kleine Brennnessel (Urtica urens), die einjährig ist und nur kniehoch wird.

Unter der Erde breitet sich die Große Brennnessel mit kräftigen, gelben Wurzelausläufern aus. Deshalb steht sie selten allein, sondern meist in dichten Beständen. Ist ein Fleck einmal besiedelt, kommt sie dort Jahr für Jahr wieder.

Die Schreibweise sorgt oft für Verwirrung. Richtig ist Brennnessel mit drei n, viele suchen aber nach Brennessel. Gemeint ist dieselbe Pflanze.

Brennessel: von der Pflanze zum Gewürz
Brennessel von Azafran.

Warum brennt die Brennnessel?

Blätter und Stängel sind mit feinen Brennhaaren besetzt. Jedes Haar ist eine winzige Röhre mit einer Spitze, die so spröde ist wie Glas. Berührt man sie, bricht das Köpfchen ab, und die scharfe Kante dringt in die Haut. Dabei wird eine Flüssigkeit hineingedrückt, die das bekannte Brennen auslöst.

Streicht man von unten nach oben über das Blatt, legen sich die Haare an und brechen seltener. Beim Trocknen und Kochen brechen die Brennhaare zusammen und brennen nicht mehr. Getrocknete Blätter können Sie deshalb ohne Handschuhe anfassen.

Unsere BIO-Brennnesselblätter, getrocknet und geschnitten für Tee und Küche:

Alle Sorten und Größen: Brennessel

Pflanzenfamilie Brennessel: Urtica und ihre Verwandten

Die Brennnessel gehört zur Pflanzenfamilie der Brennnesselgewächse (Urticaceae). Die Gattung Urtica umfasst weltweit mehrere Dutzend Arten. Bei uns sind vor allem die Große und die Kleine Brennnessel verbreitet.

Entfernt verwandt sind Hanf und Hopfen, sie gehören zur selben Ordnung der Rosenartigen. Mit der Taubnessel hat die Brennnessel dagegen nur den Namen gemeinsam.

Pflanze ähnlich Brennessel: Taubnessel und Co.

Die Pflanze, die aussieht wie eine Brennnessel, ist fast immer eine Taubnessel. Sie hat ähnlich geformte Blätter, gehört aber zu den Lippenblütlern und brennt nicht, daher der Name taub. Sicher unterscheiden Sie beide an der Blüte.

  • Brennnessel mit Blüten: kleine, grünliche Rispen, die aus den Blattachseln hängen, ohne auffällige Farbe.
  • Weiße Taubnessel: große, weiße Lippenblüten in Quirlen rund um den Stängel. Wer eine Brennessel mit weißen Blüten sucht, hat meist sie gefunden.
  • Rote oder Purpurrote Taubnessel: rosa bis purpurne Lippenblüten, kleiner und niedriger.
  • Buntnessel: eine Zierpflanze für Balkon und Zimmer mit bunt gemusterten Blättern, nicht verwandt und ohne Brennhaare.

Brennessel Blüte und Blütezeit

Die Brennessel Blüte fällt kaum auf. Die Blütezeit reicht etwa von Juni bis in den Oktober. In den Blattachseln hängen dann lange, grünliche Rispen mit vielen winzigen Blüten. Bunte Blütenblätter braucht die Pflanze nicht, denn der Wind trägt ihren Pollen.

Der Beiname dioica bedeutet zweihäusig. Männliche und weibliche Blüten wachsen bei der Großen Brennnessel in der Regel auf getrennten Pflanzen. Die männlichen Rispen stehen eher waagerecht ab. Bei warmem Wetter schleudern ihre Staubblätter den Pollen in kleinen Wölkchen heraus, die man an trockenen Tagen sogar sehen kann. Die weiblichen Rispen sind dichter und hängen nach unten.

Brennessel Samen: weiblich, männlich und wann sie reif sind

Brennessel Samen bildet nur die weibliche Pflanze. Aus jeder bestäubten Blüte entsteht ein winziges, flaches Nüsschen, kaum einen Millimeter groß. Hunderte davon hängen dicht an den Rispen, die mit zunehmender Reife schwer nach unten ziehen.

Die Samen reifen ab dem Spätsommer bis in den Herbst. Unreif sind sie grün, reif werden sie graubraun. Sie erkennen weibliche Pflanzen also leicht an den hängenden, dicken Samenständen, männliche an den waagerechten, lockeren Rispen. Eine einzige Pflanze kann viele tausend Samen tragen, die lange keimfähig bleiben.

Wo wachsen Brennesseln?

Brennnesseln wachsen fast überall in den gemäßigten Zonen der Welt: an Waldrändern, Bachufern, Wegen, Zäunen und in alten Gärten. Sie lieben feuchten, lockeren Boden mit viel Stickstoff.

Darum gilt die Brennessel als Zeigerpflanze. Wo sie in dichten Beständen steht, ist der Boden reich an Nährstoffen, oft dort, wo Menschen und Tiere lange gelebt haben. Selbst an verlassenen Hofstellen zeigt ein Brennnesselfeld noch nach Jahrzehnten, wo einmal ein Misthaufen lag.

Für viele Schmetterlinge ist die Pflanze unersetzlich. Die Raupen von Tagpfauenauge, Kleinem Fuchs und Admiral fressen fast nur an Brennnesseln. Ein Brennnesseleck im Garten ist deshalb eine kleine Kinderstube.

Wann wachsen Brennesseln?

Brennnesseln treiben im März und April aus, sobald der Boden warm wird. Bis zum Frühsommer wachsen sie schnell, dann beginnen Blüte und Samenbildung. Im Spätherbst sterben die oberirdischen Teile ab, die Wurzelausläufer überwintern im Boden. Wird die Pflanze im Sommer geschnitten, treibt sie oft ein zweites Mal frisch aus.

Brennessel ernten: wann und wie?

Brennessel ernten Sie für Tee am besten vor der Blüte, von April bis Juni. Dann sind die Blätter zart und hellgrün. Genommen werden die oberen zwei bis vier Blattpaare der jungen Triebe. Ziehen Sie dafür Handschuhe an und schneiden Sie die Spitzen mit einer Schere ab.

Wann Sie Brennessel ernten, hängt also vom Zweck ab. Die Blätter für Tee kommen im Frühjahr, die Samen ab dem Spätsommer. Wer im Juni zurückschneidet, kann im Spätsommer junge Blätter vom zweiten Austrieb sammeln. Sammeln Sie nur an sauberen Stellen, abseits von Straßen und gedüngten Feldrändern.

Vom Feld in die Tasse: Brennnesselblätter trocknen

Für Tee werden die Blätter schonend getrocknet. Zu Hause legen Sie sie locker auf ein Tuch oder hängen kleine Bündel kopfüber an einen luftigen, schattigen Ort. Nach einigen Tagen rascheln sie und lassen sich zwischen den Fingern zerreiben. Dann füllen Sie sie trocken und dunkel ab.

Für den Handel wird die Brennnessel auf Feldern angebaut, vor der Blüte gemäht, getrocknet und geschnitten. Unsere Brennnesselblätter kommen aus kontrolliert biologischem Anbau, Kontrollstelle DE-ÖKO-009. Gute Ware erkennen Sie an gleichmäßig grüner Farbe und einem krautigen Duft nach Wiese und Heu.

Im Tee schmecken die Blätter krautig-grün und leicht herb, mit einer grasigen Note, die an jungen Spinat erinnert. Zitronenschale und Honig passen gut dazu. Wie Sie den Tee zubereiten und welche Mischungen sich lohnen, steht auf der Seite Brennessel Tee.

Brennessel anbauen und pflanzen

Brennnesseln pflanzen ist einfach, eher schwierig ist es, sie wieder loszuwerden. Am schnellsten geht es mit einem Stück Wurzelausläufer, das Sie im Frühjahr oder Herbst flach in feuchte, nährstoffreiche Erde legen. Aus Samen geht es auch: Brennesselsamen zum Pflanzen streuen Sie im Frühjahr nur auf die Erde und drücken sie leicht an, denn sie keimen bei Licht.

Weil die Ausläufer wandern, setzen Sie die Pflanze am besten in eine Ecke, die sie für sich haben darf, oder in einen großen Kübel. Im landwirtschaftlichen Anbau wird die Brennnessel als Kultur für Tee und Fasern gezogen. Dort sät man sie in Reihen und mäht mehrmals im Jahr.

Brennessel Herkunft und Geschichte

Die Brennnessel begleitet den Menschen seit der Steinzeit. Aus den langen Fasern ihrer Stängel wurde über Jahrhunderte Garn gesponnen und Stoff gewebt. Das Wort Nesseltuch erinnert bis heute daran, auch wenn es inzwischen meist aus Baumwolle besteht.

In der Küche war die Brennnessel lange ein Frühlingsgemüse der einfachen Leute, gekocht wie Spinat. Heute kennen die meisten sie vor allem als Tee. Unsere getrockneten Brennnesselblätter kaufen Sie lose für Tasse und Küche.

Häufige Fragen

Zu welcher Pflanzenfamilie gehört die Brennessel?

Zu den Brennnesselgewächsen (Urticaceae). Die bekannteste Art ist die Große Brennnessel, Urtica dioica.

Wann blüht die Brennessel?

Etwa von Juni bis Oktober. Die Blüten sind klein, grünlich und hängen in Rispen aus den Blattachseln.

Woran erkennt man weibliche Brennessel Samen?

Samen trägt nur die weibliche Pflanze. Ihre Rispen sind dicht, hängen nach unten und werden zur Reife graubraun. Männliche Rispen stehen eher waagerecht ab.

Welche Pflanze sieht aus wie eine Brennessel?

Meist die Taubnessel. Sie hat ähnliche Blätter, brennt aber nicht und trägt auffällige weiße, rote oder gelbe Lippenblüten.

Wann erntet man Brennessel für Tee?

Vor der Blüte, von April bis Juni. Man nimmt die oberen zwei bis vier Blattpaare der jungen Triebe, am besten mit Handschuhen.

Warum ist die Brennessel eine Zeigerpflanze?

Sie wächst bevorzugt auf stickstoffreichen Böden. Dichte Brennnesselbestände zeigen deshalb nährstoffreichen Boden an.

Brennen getrocknete Brennnesselblätter?

Nein. Beim Trocknen fallen die Brennhaare in sich zusammen, die Blätter lassen sich gefahrlos anfassen.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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