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Was ist Cayennepfeffer – der Pfeffer, der gar keiner ist

Was Cayennepfeffer ist, verrät der Name nur zur Hälfte: Er ist kein Pfeffer, sondern fein gemahlene, scharfe Chili. Mit etwa 20.000 bis 30.000 Scoville ist er deutlich scharf und schmeckt fruchtig, mit einer direkten, trockenen Schärfe. Cayennepfeffer würzt Chili con Carne, Currys, Suppen und Marinaden, am besten in kleinen Prisen gegen Ende der Garzeit.

Das Chili schmeckt gut, aber etwas fehlt: dieser Zug, der erst nach dem zweiten Löffel kommt. Eine Prise Cayennepfeffer, umgerührt, zwei Minuten gewartet, und plötzlich steht das Gericht. Kein grelles Feuer, eher eine Wärme, die sich langsam im Mund ausbreitet und eine Weile bleibt.

Was ist Cayennepfeffer?

Cayennepfeffer ist gemahlene, getrocknete Chili. Die Schoten stammen von Capsicum-Pflanzen, also aus der Familie der Nachtschattengewächse wie Paprika und Tomate. Mit dem Pfefferstrauch, der schwarzen Pfeffer liefert, hat er botanisch nichts zu tun.

Das Wort Pfeffer stammt aus einer Zeit, in der Europäer fast jedes scharfe Gewürz so nannten. Der Name Cayenne wird meist mit der Stadt Cayenne in Französisch-Guayana in Verbindung gebracht. Ursprünglich stand er für eine bestimmte Chilisorte mit langen, dünnen, roten Schoten, die als Pflanze auch unter Namen wie Peperoni de Cayenne verkauft wird.

Heute bezeichnet Cayennepfeffer allgemein ein kräftig scharfes, rotes Chilipulver. Weil die namensgebende Sorte im Geschmack stark schwankt, stecken in unserem BIO-Cayennepfeffer bewusst ausgewählte, aromatische Chilis. So bleiben Farbe und Schärfe von Packung zu Packung verlässlich.

Ist Cayennepfeffer scharf?

Ja, Cayennepfeffer ist deutlich scharf. Er liegt bei etwa 20.000 bis 30.000 Scoville und damit weit über Paprikapulver, aber klar unter Habanero. Für die meisten Gerichte reicht deshalb eine Prise bis ein Viertel Teelöffel.

Die Schärfe kommt vom Capsaicin, einem Stoff in den Scheidewänden der Schote. Er ist fettlöslich, deshalb wirkt Cayenne in Sahnesaucen und Kokoscurry runder als in klarer Brühe. Eine Einordnung vieler Chilisorten finden Sie auf unserer Seite Schärfegrade Chili.

Cayennepfeffer: so verwenden Sie es in der Küche
Cayennepfeffer von Azafran.

Unser BIO-Cayennepfeffer, fein gemahlen, von 50g bis 1kg:

Alle Sorten und Größen: Cayennepfeffer

Wie schmeckt Cayennepfeffer?

Cayennepfeffer schmeckt fruchtig, leicht getrocknet-süßlich und vor allem scharf. Beim Öffnen der Tüte steigt ein trockener, fruchtiger Chiliduft auf. Die Schärfe kommt schnell, ist klar und sauber und baut sich nach dem Schlucken noch ein wenig auf.

Anders als rauchige Chipotle oder das fast blumige Piment d'Espelette hat Cayenne kein auffälliges Eigenaroma. Genau das macht ihn so praktisch: Er bringt Schärfe, ohne das Gewürzbild eines Gerichts zu verändern.

Schmeckt Cayennepfeffer wie schwarzer Pfeffer? Nein. Schwarzer Pfeffer schmeckt würzig-holzig, seine Schärfe sticht kurz auf der Zunge und ist schnell vorbei. Cayenne brennt länger, breiter und wärmer. Mehr zum Pfeffer lesen Sie unter schwarzer Pfeffer Verwendung.

Unterschied Cayennepfeffer und Chilipulver

Ist Cayennepfeffer Chilipulver? Im Grunde ja, denn beides ist gemahlene Chili. Der Name Chilipulver steht im Handel aber für ganz verschiedene Produkte, von mild bis sehr scharf und aus wechselnden Sorten.

Vorsicht bei amerikanischen Rezepten: Dort meint chili powder meist eine milde Mischung aus Chili, Kreuzkümmel, Oregano und Knoblauch. Ersetzen Sie sie nie eins zu eins durch Cayenne, sonst wird das Gericht viel zu scharf. Nehmen Sie lieber Paprika und Kreuzkümmel und schärfen Sie mit Cayenne nach.

Auch Paprika edelsüß ist ein naher Verwandter. Er kommt von milden Sorten derselben Pflanzenart und bringt vor allem Farbe und Süße. Viele Köche kombinieren beides: Paprika für Farbe und Tiefe, Cayennepfeffer für den Biss.

Cayennepfeffer Verwendung: wofür und wann ins Gericht

Cayennepfeffer passt überall dorthin, wo eine klare, schnelle Schärfe gefragt ist. Er steckt außerdem in Mischungen wie Harissa und Ras el Hanout. Die typischen Einsätze:

  • Chili con Carne und Chili sin Carne, als Finish am Ende, siehe Chili con Carne aus Mexiko und Texas
  • Currys, Dal und Wokgerichte, besonders mit Kokosmilch
  • Tomatensuppe, Gulasch, Bohneneintopf und Paprikapfanne
  • Marinaden und Grillgewürze für Hähnchen, Schwein und Gemüse
  • Cocktailsauce, Guacamole, Hummus und Käsedips, sehr sparsam
  • Heiße Schokolade, Schokoladenmousse und Brownies, als Messerspitze
  • Getränke mit Ingwer, Zitrone und Honig, etwa ein Ingwer-Kurkuma-Shot mit Orange

Wann ins Gericht? Am besten gegen Ende. Rühren Sie Cayenne ein, warten Sie ein bis zwei Minuten, bis die Schärfe steht, und schärfen Sie dann in kleinen Schritten nach. Wer es runder mag, schwitzt die Prise kurz im Öl mit Zwiebeln an.

In Getränken kommt die Schärfe besonders schnell durch. Dort reicht oft eine Messerspitze für ein ganzes Glas.

Wie viel Cayennepfeffer? Mengen für die Küche

Drei Regeln helfen beim Dosieren: sparsam beginnen, kurz warten, dann nachschärfen. Als Richtwerte für vier Portionen:

  • Chili con Carne: ¼ bis ½ Teelöffel
  • Curry oder Dal: ¼ Teelöffel
  • Tomatensuppe (1 Liter): 1 bis 2 Prisen
  • Marinade für 500g Fleisch: ½ Teelöffel
  • Joghurt-Dip (250g): 1 Prise
  • Heiße Schokolade (1 Tasse): 1 Messerspitze

Zu scharf? So entschärfen Sie das Gericht

Ist zu viel Cayenne im Topf, hilft Fett am besten: ein Schuss Sahne, ein Löffel Joghurt, Kokosmilch oder geriebener Käse. Weil die Schärfe fettlöslich ist, bindet Fett sie und nimmt ihr die Spitze. Wasser dagegen verteilt sie nur.

Auch Süße und Säure gleichen aus, etwa eine Prise Zucker, etwas Tomatenmark oder ein Spritzer Limette. Reis, Brot und Kartoffeln puffern am Teller. Nach dem Hantieren mit Cayenne waschen Sie die Hände, bevor Sie sich ins Gesicht fassen.

Wozu passt Cayennepfeffer?

Cayennepfeffer passt zu allem, was seine Schärfe trägt oder bremst: zu Tomate, Paprika, Bohnen, Mais, Eiern, Hähnchen, Kokosmilch, Käse, Mango, Limette und dunkler Schokolade. Bei den Gewürzen sind Paprika, Kreuzkümmel, Knoblauch, Oregano, Ingwer und schwarzer Pfeffer die klassischen Partner.

Süße fängt die Schärfe auf. Deshalb schmeckt Cayenne in Tomatensaucen, mit Mango oder in einer BBQ-Sauce so stimmig. Fett trägt sie, wie in Kokoscurry, Käsesauce und Guacamole. Säure von Limette oder Zitrone macht sie frischer und lässt sie kürzer wirken.

Schokolade und Cayenne sind ein altes Paar aus Mexiko. Die Bitterkeit vom Kakao und die Wärme der Chili verstärken sich, ohne sich zu überdecken. Mit Zimt dazu erinnert die Mischung an mexikanische Mole-Saucen.

Unter den Gewürzen gibt Paprika Farbe und Süße, Kreuzkümmel Erde, Knoblauch Tiefe. Ingwer bringt eine zweite, frischere Schärfe dazu. Szechuan Pfeffer lässt die Zunge kribbeln, während Cayenne brennt. Das ergibt das Ma-La-Gefühl der Küche aus Sichuan, für Mutige mit Cayennepfeffer aus unserem Shop.

Cayennepfeffer Ersatz: was stattdessen funktioniert

Ein guter Ersatz für Cayennepfeffer ist jede fein gemahlene, scharfe Chili. Wichtig ist nur, die Menge an die Schärfe anzupassen. Wer es milder will, greift zu Piment d'Espelette oder rosenscharfem Paprika, wer es rauchig mag, zu Chipotle.

Als Alternative zu Cayennepfeffer im Notfall taugt auch schwarzer Pfeffer, er schmeckt aber anders und bringt nur eine kurze Schärfe. Die Tabelle zeigt, wie viel Sie von welchem Ersatz nehmen.

ErsatzSchärfe (Scoville)statt ½ TL CayenneCharakter
Chiliflocken, fein gemahlenca. 30.000–40.000knapp ½ TLfruchtig-scharf, ähnlich
Habanero Chilipulverca. 100.000–500.0001 Messerspitzesehr scharf, tropisch-fruchtig
Chipotleca. 15.000¾ TLrauchig, mild-scharf
Piment d'Espeletteca. 8.0001 bis 1½ TLmild, fruchtig, leicht süß
Paprika rosenscharfdeutlich milder1 TLFarbe und milde Schärfe
Schwarzer Pfefferandere Schärfe¼ TLwürzig-holzig, nur zur Not

Cayennepfeffer selber machen

Cayennepfeffer selbst herstellen ist einfach, wenn Sie getrocknete, scharfe Chilischoten haben. Stiele abzupfen, die Schoten in einer Gewürz- oder Kaffeemühle fein mahlen und durch ein feines Sieb streichen. Öffnen Sie dabei das Fenster, der Staub reizt Nase und Augen.

Frische Schoten trocknen Sie vorher bei 50 bis 60 Grad im Backofen, die Tür einen Spalt offen, bis sie brüchig sind. Das dauert einige Stunden.

Schneller geht es mit Chiliflocken aus der Tüte: einfach fein mahlen. Sie liegen bei etwa 30.000 bis 40.000 Scoville und kommen damit nah an Cayenne heran.

Cayennepfeffer gemahlen: Haltbarkeit und Lagerung

Im Gewürzregal finden Sie Cayennepfeffer fast immer gemahlen. Frisch bekommen Sie die Schoten am ehesten aus dem eigenen Garten. Für die Küche ist das Pulver die praktische Form, denn es verteilt sich sofort gleichmäßig.

Gute Ware erkennen Sie an kräftiger, gleichmäßig roter Farbe ohne Braunstich und an einem trocken rieselnden Pulver. Lagern Sie es dunkel, trocken und gut verschlossen. Verblasst die Farbe ins Bräunliche, lassen auch Aroma und Schärfe nach.

Unser Cayennepfeffer ist Bio, Kontrollstelle DE-ÖKO-009, und kommt fein gemahlen im wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel. Die 50g-Packung kostet 4,99 EUR (inkl. MwSt.), für Vielköche gibt es 250g, 500g und 1kg. Hier können Sie Cayennepfeffer kaufen.

Häufige Fragen

Was ist Cayennepfeffer?

Fein gemahlene, getrocknete scharfe Chili. Trotz des Namens ist er kein Pfeffer, sondern gehört wie Paprika zu den Nachtschattengewächsen.

Ist Cayennepfeffer scharf?

Ja, mit etwa 20.000 bis 30.000 Scoville ist er deutlich scharf. Für vier Portionen reicht meist eine Prise bis ein Viertel Teelöffel.

Wie schmeckt Cayennepfeffer?

Fruchtig und klar scharf, mit wenig Eigenaroma. Die Schärfe kommt schnell, brennt länger als schwarzer Pfeffer und verändert das Gewürzbild kaum.

Ist Cayennepfeffer das gleiche wie Chilipulver?

Beides ist gemahlene Chili. Chilipulver kann aber milder oder schärfer sein, und in amerikanischen Rezepten ist es eine Mischung mit Kreuzkümmel und Oregano.

Was kann ich statt Cayennepfeffer nehmen?

Fein gemahlene Chiliflocken in fast gleicher Menge, Habanero nur als Messerspitze, Chipotle oder Piment d'Espelette etwas großzügiger. Schwarzer Pfeffer taugt nur zur Not.

Kann man Cayennepfeffer selber machen?

Ja. Getrocknete scharfe Chilis entstielen, fein mahlen und sieben. Am schnellsten geht es mit Chiliflocken aus der Gewürzmühle.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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