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Was ist grüner Tee? Von der Kanne bis zum Kaltaufguss

Was grüner Tee ist, lässt sich kurz sagen: Blätter des Teestrauchs Camellia sinensis, die gleich nach der Ernte erhitzt werden und deshalb grün bleiben. Sie gießen ihn mit 70 bis 80 °C heißem Wasser auf, nehmen 1 bis 2 Teelöffel je Tasse und lassen ihn 2 bis 5 Minuten ziehen. Kalt aufgegossen schmeckt er besonders mild. Unseren grünen Tee aus kontrolliert biologischem Anbau gibt es als Sencha, Gyokuro und Kabusecha.

Der Wasserkocher klickt, Sie greifen zur Kanne, und genau hier entscheidet sich, ob der grüne Tee süß und frisch oder herb schmeckt. Denn grüner Tee verzeiht wenig, belohnt aber jede Minute Aufmerksamkeit. Ein paar Grad weniger, eine Minute kürzer, und aus derselben Handvoll Blätter wird ein ganz anderer Tee.

Was ist grüner Tee?

Grüner Tee ist Tee aus den Blättern des Teestrauchs, der nach der Ernte nicht oxidiert. Die frisch gepflückten Blätter werden sofort erhitzt, in Japan meist kurz gedämpft, in China in heißen Pfannen oder Trommeln. Die Hitze stoppt die Enzyme im Blatt, das Grün bleibt erhalten. Danach werden die Blätter gerollt und getrocknet.

Schwarzer Tee kommt vom selben Strauch. Bei ihm lässt man die Blätter nach dem Welken oxidieren, sie werden dunkel und schmecken malzig. Tee, grüner Tee und schwarzer Tee unterscheiden sich also nicht in der Pflanze, sondern in der Verarbeitung. Kräuter- und Früchtetees sind im engeren Sinn gar kein Tee.

Welche Sorten es gibt, wie sie schmecken und was zu ihnen passt, beschreiben wir ausführlich auf der Seite Japanischer grüner Tee: Sorten und Geschmack. Hier geht es um die Praxis: wie Sie grünen Tee zubereiten und was Sie in der Küche mit ihm machen können.

Grüner Tee Sencha, Gyokuro und Genmaicha: die Namen kurz erklärt

Japanischer grüner Tee trägt Namen, die im Laden oft verwirren. Die wichtigsten in einem Satz:

  • Sencha: der klassische grüne Tee aus Japan für jeden Tag, frisch, klar und grasig. Sencha gibt es auch aus China, dort weicher und nussiger.
  • Gyokuro: Schattentee, dessen Sträucher vor der Ernte abgedeckt werden. Gyokuro schmeckt dicht, süßlich und voller Umami.
  • Kabusecha: kürzer beschattet, im Geschmack zwischen Sencha und Gyokuro.
  • Genmaicha: grüner Tee mit gerösteten Reiskörnern, mild und nussig, mit einem Duft nach Popcorn.

Bei uns finden Sie japanischen BIO-Grüntee als Sencha Uchiyama, Gyokuro und Kabusecha, dazu einen Sencha aus China. Alle vier stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, Kontrollstelle DE-ÖKO-009.

Grüner Tee: so verwenden Sie es in der Küche
Grüner Tee von Azafran.

Für die heiße Kanne unser japanischer BIO-Sencha, für Cold Brew und Eistee der Sencha aus China:

Alle Sorten und Größen: Grüner Tee

Ist Matcha grüner Tee?

Ja, Matcha ist grüner Tee, und zwar ein Schattentee, dessen Blätter ohne Stiele und Adern zu feinem Pulver gemahlen werden. Sie gießen das Pulver nicht auf, sondern schlagen es mit warmem Wasser schaumig und trinken das ganze Blatt mit. Deshalb schmeckt Matcha dichter und grüner als jeder Blatttee.

Wie Sie Matcha aufschlagen, als Latte trinken oder zum Backen nehmen, steht auf der Seite Matcha Tee Zubereitung. Unseren BIO-Matcha aus Japan führen wir in Kochqualität.

Grüner Tee Zubereitung: Schritt für Schritt

Die Zubereitung von grünem Tee braucht drei Dinge: die richtige Menge, nicht zu heißes Wasser und eine kurze Ziehzeit. Für eine Tasse mit etwa 200ml nehmen Sie 1 bis 2 Teelöffel Blätter. So gelingt die Kanne:

  • Kanne und Tassen mit heißem Wasser vorwärmen, dann ausgießen.
  • Wasser aufkochen und auf 70 bis 80 °C abkühlen lassen. Ohne Thermometer hilft Umgießen: Jedes Umgießen in ein kaltes Gefäß kostet einige Grad.
  • Blätter lose in die Kanne oder in ein großes Sieb geben, damit sie sich entfalten können.
  • Aufgießen und nach der Ziehzeit vollständig abgießen. Bleibt Wasser auf den Blättern, zieht der Tee weiter.
  • Für den zweiten und dritten Aufguss dieselben Blätter nehmen, mit etwas heißerem Wasser und kürzerer Ziehzeit.

Kochendes Wasser ist der häufigste Fehler. Es holt die herben Stoffe in Sekunden aus dem Blatt, und der Tee wird bitter. Je feiner und süßer die Sorte, desto kühler darf das Wasser sein. Gyokuro mag 65 bis 70 °C, Sencha 70 bis 80 °C.

Grüner Tee Ziehzeit: wie lange ziehen lassen?

Die Ziehzeit für grünen Tee liegt zwischen 2 und 5 Minuten, je nach Sorte und Geschmack. Unseren japanischen Sencha lassen Sie 3 bis 5 Minuten ziehen, wer es milder mag, beginnt mit 2 Minuten. Gyokuro zieht rund 3 Minuten, Kabusecha beim ersten Aufguss etwa 2 Minuten, der Sencha aus China 2 bis 3 Minuten.

Beim Probieren gilt eine einfache Regel: Ist Ihnen der Tee zu herb, ändern Sie zuerst die Temperatur, dann die Zeit. Ist er zu dünn, nehmen Sie mehr Blätter statt länger zu ziehen. Die Werte für alle Sorten stehen gesammelt in der Tabelle auf der Seite grüner Tee Sorten.

ZubereitungTeeWasserZeit
Tasse (200ml)1 bis 2 TL70 bis 80 °C2 bis 5 Min.
Kanne (1 Liter)4 bis 6 TL70 bis 80 °C2 bis 5 Min.
Zweiter Aufgussdieselben Blätteretwas heißerkürzer als beim ersten
Cold Brew (1 Liter)2 bis 3 TLkalteinige Stunden im Kühlschrank
Eistee (1 Glas)doppelte Menge70 bis 80 °C2 bis 3 Min., dann über Eis
Reis kochen (250g Reis)2 TLabgekühlter Aufgusswie beim Reis üblich

Grünen Tee kalt aufgießen: Cold Brew und Eistee

Grünen Tee können Sie auch kalt aufgießen, und viele mögen ihn so am liebsten. Geben Sie 2 bis 3 Teelöffel Sencha in einen Liter kaltes Wasser und lassen Sie ihn einige Stunden oder über Nacht im Kühlschrank ziehen. Danach abseihen. Kalt gezogen bleibt die Herbe fast ganz im Blatt, der Tee schmeckt weich, süßlich und sehr grün.

Für Eistee brühen Sie den Tee doppelt so stark auf wie sonst und gießen ihn direkt über ein Glas voller Eiswürfel. Das Eis kühlt und verdünnt zugleich. Eine Idee mit Früchten finden Sie im Rezept Eistee in verschiedenen Sorten.

Für Kaltaufguss und große Karaffen eignet sich unser chinesischer BIO-Sencha besonders gut. Er schmeckt sanft grasig und leicht nussig und kommt bis zur 1kg-Packung.

Grüner Tee mit Zitrone, Minze oder Ingwer

Grüner Tee mit Zitrone schmeckt heller und frischer. Geben Sie den Zitronensaft erst in die Tasse, wenn der Tee fertig gezogen ist, und nehmen Sie lieber einen Spritzer als eine halbe Frucht. Zu viel Säure deckt das feine Grün zu. Eine Prise getrocknete Zitronenschale können Sie dagegen gleich mit aufgießen.

Tee mit grüner Minze kennen viele aus Marokko. Dort zieht grüner Tee zusammen mit einer Handvoll Minze und wird kräftig gesüßt. Mit getrockneter Nana Minze nehmen Sie etwa einen Teelöffel Minze auf zwei Teelöffel Tee und gießen beides zusammen auf.

Ingwer bringt Wärme und eine frische Schärfe. Zwei, drei dünne Scheiben frischer Ingwer oder eine Messerspitze Ingwerpulver in der Kanne genügen.

Grüner Tee in der Küche

Grüner Tee gehört nicht nur in die Tasse. In Japan und China kocht man mit ihm, und einige Ideen lassen sich leicht nachmachen:

  • Reis im Tee kochen: Kochen Sie Reis statt in Wasser in mildem, abgekühltem Sencha. Der Reis duftet leicht grün und passt zu Fisch und Gemüse.
  • Grüntee-Salz: Mahlen Sie einen Teelöffel Sencha im Mörser fein und mischen Sie ihn mit zwei Teelöffeln Fleur de Sel. Das Salz passt zu Tempura, Ofengemüse und Avocado.
  • Aufgegossene Blätter: Die Blätter vom letzten Aufguss sind weich und essbar. Mit etwas Sojasauce, Sesam und einem Spritzer Zitrone werden sie zu einer kleinen Beilage.
  • Pochierflüssigkeit: Ein milder Sencha eignet sich zum sanften Garen von Fisch, Hähnchen oder Birnen.

Zum Backen und für Desserts nehmen Sie besser Matcha, weil das Pulver sich im Teig verteilt und mitgegessen wird.

Hat grüner Tee Koffein?

Ja, grüner Tee hat Koffein, denn die Teepflanze bildet es von Natur aus. Teein und Koffein sind derselbe Stoff, früher hielt man das Koffein im Tee nur für etwas Eigenes.

Wie viel Koffein in Ihrer Tasse landet, hängt von Sorte, Menge, Temperatur und Ziehzeit ab. Schattentees wie Gyokuro enthalten in der Regel mehr als Sencha, heißes Wasser und lange Ziehzeit lösen mehr als ein kurzer, kühler Aufguss. Beim Kaltaufguss geht weniger Koffein ins Wasser.

Grüner Tee am Abend ist deshalb eine Frage der eigenen Gewohnheit. Wer abends Koffein meiden möchte, trinkt ihn lieber bis zum Nachmittag oder greift am Abend zu Rooibos, der von Natur aus koffeinfrei ist.

Grüner Tee Nachteile: was in der Kanne schiefgehen kann

Die Nachteile von grünem Tee liegen in der Küche vor allem in seiner Empfindlichkeit. Zu heißes Wasser oder zu langes Ziehen machen ihn bitter. Er nimmt fremde Gerüche leicht an und verliert an Licht und Luft schneller sein Aroma als schwarzer Tee. Und er enthält Koffein, das mancher am Abend lieber meidet.

Gegen das meiste hilft Sorgfalt. Lagern Sie grünen Tee trocken, dunkel und gut verschlossen, fern von Kaffee und Gewürzen. Wir füllen unseren grünen Tee in wiederverschließbare Aromaschutzbeutel, eine Vorratsdose hält die angebrochene Menge griffbereit.

Wie schmeckt grüner Tee?

Grüner Tee schmeckt frisch, grasig und leicht herb, je nach Sorte mit süßlicher, nussiger oder herzhafter Umami-Note. Schmeckt er wie schwarzer Tee? Nein, ihm fehlen die malzigen Töne der Oxidation. Die Geschmacksbilder unserer vier Sorten von mild bis kräftig beschreiben wir unter Wie schmeckt grüner Tee.

Wozu passt grüner Tee?

Grüner Tee passt zu Sushi, Fisch, Reis, Tofu und hellem Gebäck, in der Kanne zu Ingwer, Zitrone, Minze und Zitronengras. Seine Umami-Note verträgt sich mit allem, was selbst mild und herzhaft ist. Welche Partner warum funktionieren, lesen Sie auf der Seite japanischer grüner Tee.

Häufige Fragen

Was ist grüner Tee?

Grüner Tee sind die Blätter des Teestrauchs Camellia sinensis, die nach der Ernte sofort erhitzt werden und nicht oxidieren. Deshalb bleiben sie grün und schmecken frisch und grasig, anders als schwarzer Tee vom selben Strauch.

Wie lange muss grüner Tee ziehen?

Je nach Sorte 2 bis 5 Minuten. Sencha 3 bis 5 Minuten, für einen milden Tee 2 Minuten, Gyokuro rund 3 Minuten, Kabusecha etwa 2 Minuten.

Mit welcher Temperatur gießt man grünen Tee auf?

Mit 70 bis 80 °C, Gyokuro mit 65 bis 70 °C. Kochendes Wasser macht grünen Tee bitter.

Ist Matcha grüner Tee?

Ja. Matcha ist gemahlener Schattentee. Er wird aufgeschlagen statt aufgegossen und mitsamt dem Blatt getrunken.

Hat grüner Tee Koffein?

Ja. Wie viel in der Tasse landet, hängt von Sorte, Menge, Temperatur und Ziehzeit ab. Teein und Koffein sind derselbe Stoff.

Kann man grünen Tee kalt aufgießen?

Ja. 2 bis 3 Teelöffel Sencha auf einen Liter kaltes Wasser, einige Stunden im Kühlschrank ziehen lassen und abseihen. Kalt gezogen schmeckt er besonders mild und süßlich.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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