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Kardamom Herkunft – die Königin der Gewürze aus den Bergwäldern Indiens

Kardamom hat seine Herkunft in den feuchten Bergwäldern Südindiens, vor allem in den Westghats an der Malabarküste, und in Sri Lanka. Von dort brachten ihn Händler schon in der Antike nach Arabien und an das Mittelmeer. Heute kommt der meiste grüne Kardamom aus Guatemala und Indien.

Drücken Sie eine grüne Kardamomkapsel zwischen den Fingern auf, und es riecht nach Zitrus, Eukalyptus und Weihnachtsbäckerei zugleich. Dieser Duft hat einen weiten Weg hinter sich. Er beginnt im Schatten der Bergwälder Südindiens und führt über arabische Kaffeekannen und schwedische Hefezöpfe bis in die Hochländer Mittelamerikas.

Kardamom Herkunft: Woher kommt Kardamom ursprünglich?

Kardamom kommt ursprünglich aus den Westghats, einer Bergkette im Südwesten Indiens, und aus den Bergwäldern Sri Lankas. Dort wächst die Pflanze bis heute wild im Unterholz, im Schatten hoher Bäume. In Kerala trägt ein ganzer Höhenzug ihren Namen: die Cardamom Hills.

Die Kardamompflanze (Elettaria cardamomum) ist eine Staude aus der Familie der Ingwergewächse. Wie sie wächst, blüht und von Hand geerntet wird, lesen Sie unter Kardamom Pflanze und Anbau. Gewürzt wird mit ihren getrockneten Kapseln, die Sie als Kardamom ganz oder gemahlen kennen.

Grüner Kardamom ganz und gemahlen
Grüner Kardamom: die Kapseln aus den Bergwäldern Südindiens, heute auch aus Guatemala.

Was ist Kardamom für ein Gewürz?

Kardamom ist ein Samengewürz: kleine, dunkle Samen in einer grünen, dreikantigen Kapsel. Er gehört zu den Ingwergewächsen und ist mit Ingwer und Kurkuma verwandt. Warum er so teuer ist und wie er geerntet wird, lesen Sie unter Was ist Kardamom?

Vom Hochland Guatemalas in Ihre Küche: unser BIO-Kardamom als ganze Kapseln oder gemahlen.

Alle Sorten und Größen: Kardamom

Kardamom Geschichte: die ältesten Spuren in Indien

In Indien nutzt man Kardamom seit sehr langer Zeit. Alte Texte in Sanskrit nennen ihn ela, und als Elaichi kennt ihn heute jeder indische Haushalt. Wie alt die Nutzung genau ist, lässt sich schwer sagen, denn die Pflanze wuchs wild und wurde lange einfach im Wald gesammelt.

Planmäßige Pflanzungen kamen erst in der Neuzeit auf. Davor bestand der Anbau vor allem darin, den Wald etwas zu lichten und die wilden Stauden zu pflegen. So wächst Kardamom an vielen Orten bis heute: unter Schattenbäumen, ähnlich wie Kaffee.

Kardamom in der Antike: Griechen, Römer, Araber

Über die Handelswege des Indischen Ozeans kam Kardamom früh nach Arabien und an das Mittelmeer. Griechische Schriftsteller nennen ein Gewürz namens kardamomon, und römische Händler kauften es für Küche und Duftöle. Ob damit immer unser grüner Kardamom gemeint war, ist unter Fachleuten umstritten.

Sicher ist: Die Malabarküste war über Jahrhunderte ein Knotenpunkt des Gewürzhandels. Pfeffer, Ingwer und Kardamom gingen von dort auf Schiffe nach Arabien, Ägypten und weiter nach Europa. Schon in diesen Zeiten, in denen man bei uns vor allem mit Salz würzte und haltbar machte, lag auf den Märkten Asiens eine Fülle von Gewürzen.

Kardamom im Gewürzhandel: von Malabar nach Europa

Im Mittelalter kam Kardamom über arabische Händler und die Handelsstädte am Mittelmeer nach Europa, etwa über Venedig. Er war teuer und eher etwas für die Küchen der Reichen. Als die Portugiesen 1498 den Seeweg nach Indien fanden, landeten sie genau an der Malabarküste.

Später stritten Portugiesen, Niederländer und Engländer um den Handel an dieser Küste. Kardamom stand dabei immer neben dem Pfeffer, den man den König der Gewürze nennt. In Indien heißt Kardamom deshalb gern die Königin der Gewürze.

Kardamom in Arabien: Kaffee mit Kardamom

Nirgendwo wird so viel Kardamom getrunken wie auf der Arabischen Halbinsel. Dort gehört er in den hellen arabischen Kaffee, den man Gästen zur Begrüßung in kleinen Tassen einschenkt. Ein großer Teil der Welternte geht bis heute in diese Region.

Auch im türkischen Kaffee ist Kardamom gern gesehen, auf Türkisch heißt er Kakule. Wie Sie Kaffee mit Kardamom zu Hause zubereiten, zeigt unser Mokka mit Kardamom.

Warum backt man in Skandinavien mit Kardamom?

In Schweden, Finnland und Norwegen gehört Kardamom in fast jeden süßen Hefeteig, von den schwedischen Kardemummabullar bis zum finnischen Pulla. Kaum irgendwo in Europa wird so viel Kardamom gebacken wie im Norden. Wie er dorthin kam, erzählt man sich gern so: Die Wikinger hätten ihn in Konstantinopel kennengelernt und mitgebracht.

Belegt ist diese schöne Geschichte nicht. Wahrscheinlicher ist, dass Kardamom später über den europäischen Gewürzhandel in den Norden gelangte und dort in der Backstube heimisch wurde. Bis heute duften schwedische Zimtschnecken nach Kardamom.

Wie kam Kardamom nach Guatemala?

Nach Guatemala kam Kardamom erst spät. Der Überlieferung nach brachten deutsche Kaffeepflanzer die ersten Pflanzen Anfang des 20. Jahrhunderts in das Hochland von Alta Verapaz. Das feuchte, schattige Bergklima dort ähnelt dem der Westghats, und der Kardamom gedieh.

Heute ist Guatemala der größte Exporteur der Welt. Kardamom wächst dort in vielen kleinen Pflanzungen und wird vor allem in die arabischen Länder verkauft. Auch unser BIO-Kardamom stammt aus Guatemala, aus kontrolliert biologischem Anbau (Kontrollstelle DE-ÖKO-009).

ZeitOrtWas geschah
seit sehr langer ZeitWestghats und Sri Lankawild gesammelt, auf Sanskrit ela genannt
AntikeArabien, Griechenland, Romüber den Indischen Ozean gehandelt
MittelalterEuropateures Gewürz über arabische Händler und Venedig
1498MalabarküstePortugiesen erreichen Indien auf dem Seeweg
Anfang 20. Jh.Guatemalaerste Pflanzen im Hochland von Alta Verapaz
heuteGuatemala und Indiendie größten Erzeuger der Welt

Kardamom in Deutschland: Lebkuchen, Spekulatius und Stollen

In Deutschland kennt man Kardamom vor allem aus der Weihnachtsbäckerei. Er steckt traditionell in Lebkuchen, Spekulatius und manchem Stollen. In der Alltagsküche spielte er lange kaum eine Rolle.

Erst Chai, indische Currys und skandinavische Zimtschnecken haben ihn bei uns bekannter gemacht. Wer viel backt, bekommt unseren Kardamom ganz auch in der 400g-Packung, die ganzen Kapseln halten ihr Aroma deutlich länger als Pulver.

Warum heißt Kardamom Kardamom?

Der Name Kardamom kommt aus dem Griechischen. Kardamomon setzt sich vermutlich aus kardamon, dem Namen einer Kressepflanze, und amomon zusammen, einem anderen Duftgewürz der Antike. Über das lateinische cardamomum kam das Wort in die europäischen Sprachen.

Andere Sprachen haben eigene Wörter: Elaichi auf Hindi, Hel auf Arabisch, Kakule auf Türkisch. Auf Englisch heißt er cardamom. Weitere Namen und viele Küchentipps finden Sie im Ratgeber Kardamom Verwendung.

Wie schmeckt Kardamom und wozu passt er?

Grüner Kardamom schmeckt süßlich-scharf und leicht kühl, mit einem Anklang an Eukalyptus und Zitrus. Er passt zu Kaffee, Chai, Hefegebäck, Milchreis und Currys und zu Gewürzen wie Zimt, Ingwer und Nelken. Wie Sie Kapseln öffnen und wie viel Sie nehmen, steht auf unserer Seite über die Verwendung.

Häufige Fragen

Woher kommt Kardamom?

Kardamom kommt ursprünglich aus den Bergwäldern der Westghats in Südindien und aus Sri Lanka. Heute wird der meiste grüne Kardamom in Guatemala und Indien angebaut.

Aus welchem Land kommt Kardamom?

Die größten Erzeuger sind Guatemala und Indien. Guatemala ist der größte Exporteur, Indien verbraucht einen großen Teil seiner Ernte selbst.

Was ist Kardamom für ein Gewürz?

Kardamom ist ein Samengewürz aus der Familie der Ingwergewächse: kleine, dunkle Samen in einer grünen, dreikantigen Kapsel. Er schmeckt süßlich-scharf und leicht kühl.

Seit wann gibt es Kardamom in Europa?

Ein Gewürz namens kardamomon kannten schon Griechen und Römer. Im Mittelalter kam Kardamom über arabische Händler und Venedig nach Europa und war dort teuer.

Warum backt man in Skandinavien mit Kardamom?

Kardamom kam über den Gewürzhandel in den Norden und wurde dort in süßen Hefeteigen heimisch. Die Geschichte, dass Wikinger ihn aus Konstantinopel mitbrachten, ist nicht belegt.

Wie kam Kardamom nach Guatemala?

Der Überlieferung nach brachten deutsche Kaffeepflanzer die ersten Pflanzen Anfang des 20. Jahrhunderts in das Hochland von Alta Verapaz. Heute ist Guatemala der größte Exporteur der Welt.

Was bedeutet Kardamom auf Griechisch?

Das griechische Wort kardamomon setzt sich vermutlich aus kardamon, einer Kressepflanze, und amomon, einem anderen Duftgewürz, zusammen.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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