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Echter Lorbeer / Lorbeerblätter

Lorbeerblätter sind die getrockneten Blätter des Echten Lorbeers (Laurus nobilis), eines immergrünen Baums aus dem Mittelmeerraum. Sie duften würzig und leicht harzig und schmecken herb. In der Küche kochen sie in Schmorgerichten, Suppen und Saucen mit und werden vor dem Servieren herausgenommen. Unsere handverlesenen Lorbeerblätter kommen aus der Türkei, dem größten Anbauland.

Brechen Sie ein trockenes Lorbeerblatt in der Mitte durch und halten Sie es an die Nase. Es riecht nach Harz, nach Wald und ein wenig nach Nelke. Dieses Blatt hing vor wenigen Monaten noch an einem immergrünen Baum, der im Mittelmeerraum zuhause ist und bei uns nur im Kübel gut über den Winter kommt.

Lorbeerblätter: Was ist Echter Lorbeer?

Der Lorbeer (Laurus nobilis) wird auch als Echter Lorbeer bezeichnet. Er gehört zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Zur selben Familie zählen auch die Zimtbäume. Von einem von ihnen stammt das indische Lorbeerblatt (Cinnamomum tamala), das ebenfalls als Gewürz verwendet wird. Botanisch ist es ein Zimtblatt und kein Lorbeer. Um beide besser unterscheiden zu können, wird häufig der Begriff „Echter“ vor dem Lorbeer verwendet.

Es handelt sich hierbei um einen Baum oder Strauch, der immer grün ist. Er kann eine Wuchshöhe von bis zu zehn Metern erreichen. Seine Lorbeerblätter sind ledrig und ihre Oberseite glänzt. Sie geben einen pinienartigen Duft frei und ihr Aroma ist bitter. In Blütenständen stehen die grüngelben Blüten zusammen. Die Beeren sind blauschwarz und glänzen.

Lorbeer Anbau / Botanik

Der Lorbeerbaum wächst als einzeln stehender Baum oder es bilden sich mehrere Lorbeerbäume zu einem Lorbeerwald. Vor allem in subtropischen Gebieten kann der Baum sich voll entfalten, da er nur bedingt Frost verträgt. Sinkt die Temperatur unter −10 Grad, überlebt der Baum meist nur als Kübelpflanze, die geschützt überwintert.

In Europa sind die Lorbeerblätter im Mittelmeerraum beheimatet. Die Türkei gilt als der größte Produzent der Lorbeerblätter. An der Schwarzmeerküste existieren Lorbeerwälder, die bis Georgien reichen.

Lorbeerwälder als Landschaftsform gibt es auch im Südosten der USA, in Brasilien, im Südosten Südafrikas und bis hin nach Australien und Neuseeland. Dort bilden allerdings andere Lorbeergewächse den Wald und nicht der Echte Lorbeer. Die Bedingungen sind optimal, weil die Bäume dort keine langen und sehr kalten Winter überstehen müssen.

In Deutschland finden sich nur wenige Anbaugebiete, die für den Lorbeer geeignet sind. So wächst dieser als ausgepflanztes Exemplar am Bodensee und im Rheinland, weil in beiden Gebieten ein mildes Klima herrscht. Auf Helgoland wächst der Lorbeerbaum seit den 1980er-Jahren ohne Winterschutz. Den Winter übersteht er auch in Irland. Hier gibt es aber nur wenige Exemplare.

Unsere handverlesenen Lorbeerblätter aus der Türkei, ganz und im Aromaschutzbeutel, von der kleinen Packung bis zum Vorrat:

Alle Sorten und Größen: Lorbeer

Lorbeerblätter Pflanze: So erkennen Sie den Lorbeerbaum

Die Pflanze der Lorbeerblätter erkennen Sie am schnellsten an ihren Blättern. Sie sind länglich zugespitzt, etwa so lang wie Ihr Zeigefinger, oben dunkelgrün glänzend und unten heller und matt. Der Rand ist glatt und oft leicht gewellt. Reiben Sie ein frisches Blatt zwischen den Fingern, duftet es sofort würzig.

Der Lorbeerbaum ist zweihäusig. Es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. Im Frühjahr tragen beide kleine, grünlich-gelbe Blütenbüschel in den Blattachseln. Nur die weiblichen Bäume bilden danach die Früchte, die man auch Lorbeeren nennt.

Diese Lorbeeren sind kleine Steinfrüchte, etwa so groß wie eine kleine Olive. Sie reifen im Herbst von Grün zu glänzendem Blauschwarz. Gemeint sind sie, wenn jemand nach „Lorbeer Körnern“ oder „Lorbeer Früchten“ sucht. In der Küche spielen sie eine viel kleinere Rolle als die Blätter.

Getrocknete Lorbeerblätter
Getrocknete Lorbeerblätter: ledrig, grün-oliv, mit deutlicher Mittelrippe.

Wo wachsen Lorbeerblätter heute?

Lorbeerblätter wachsen vor allem rund um das Mittelmeer, wo der Echte Lorbeer wild an Hängen, in Schluchten und an Bachläufen vorkommt. Angebaut und gesammelt wird er besonders in der Türkei, aber auch in Griechenland, auf dem Balkan und in anderen Mittelmeerländern.

Auf den Azoren, Madeira und den Kanarischen Inseln wächst ein naher Verwandter, der Azoren-Lorbeer (Laurus azorica). Er sieht dem Echten Lorbeer sehr ähnlich, hat aber etwas breitere, weich behaarte Triebe. Als Küchengewürz ist er kaum verbreitet.

Unsere Lorbeerblätter aus der Türkei stammen aus dem Land, das weltweit die meisten Lorbeerblätter liefert. Wie der Lorbeer zum Siegerkranz der Antike wurde und woher sein Name kommt, lesen Sie bei Lorbeer Herkunft und Geschichte.

Lorbeer im Garten und im Kübel: Wächst Lorbeer in Deutschland?

Lorbeer wächst in Deutschland gut, wenn Sie ihn im Kübel halten und frostfrei überwintern. Ausgepflanzt gelingt das nur in sehr milden Lagen, wie oben beschrieben.

Im Sommer steht der Kübel am liebsten sonnig bis halbschattig und vor kaltem Wind geschützt. Die Erde soll durchlässig sein, denn Staunässe verträgt Lorbeer schlecht. Gießen Sie lieber gründlich und selten als täglich ein bisschen.

Vor dem ersten stärkeren Frost zieht der Lorbeer ins Winterquartier. Ideal ist ein heller, kühler Raum, etwa ein Treppenhaus, ein Wintergarten oder eine frostfreie Garage mit Fenster. Im Winter braucht er nur wenig Wasser.

Lorbeer verträgt den Schnitt sehr gut. Darum sieht man ihn oft als Kugel, Pyramide oder kleines Hochstämmchen vor Restaurants. Jeder Schnitt liefert Ihnen nebenbei frische Blätter für die Küche.

Lorbeerblätter ernten und trocknen

Lorbeerblätter können Sie das ganze Jahr ernten, weil der Baum immergrün ist. Am kräftigsten duften ausgewachsene, dunkelgrüne Blätter. Die hellen, weichen Blätter an den jungen Triebspitzen schmecken noch dünn und lassen Sie besser am Baum.

Zum Trocknen legen Sie die Blätter nebeneinander auf ein Küchentuch oder Backpapier. Ein schattiger, luftiger Platz ist ideal, denn pralle Sonne bleicht das Grün aus. Damit sich die Blätter nicht einrollen, können Sie ein zweites Blatt Papier und ein Buch darauflegen.

Nach etwa ein bis zwei Wochen sind die Blätter trocken und brechen mit einem leisen Knacken. Dann kommen sie in ein dunkles, luftdichtes Gefäß. Unsere handverlesenen Lorbeerblätter werden schonend getrocknet und im wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel verpackt, der Licht und Luft draußen hält.

Frische oder getrocknete Lorbeerblätter?

Frische Lorbeerblätter schmecken herber und bitterer als getrocknete. Beim Trocknen verliert das Blatt Wasser, die grünen, scharfen Töne werden leiser und das warme, harzige Aroma tritt nach vorn.

Darum greifen die meisten Köche zu getrockneten Blättern. Sie lassen sich besser dosieren und halten monatelang. Wenn Sie frische Blätter aus dem eigenen Kübel verwenden, nehmen Sie eher eins weniger und probieren Sie zwischendurch.

Wer keinen eigenen Baum hat, findet getrocknete Lorbeerblätter in jeder guten Gewürzauswahl. Wir haben sie von 25g bis zur 200g-Vorratspackung, für alle, die oft Rotkohl, Gulasch oder Fond kochen: Lorbeerblätter kaufen.

Lorbeerblatt oder Kirschlorbeer? Die Verwechslung im Garten

Kirschlorbeer ist kein Lorbeer, obwohl er so heißt. Er gehört zu den Rosengewächsen und ist mit Kirschen und Pflaumen verwandt. Botanisch heißt er Prunus laurocerasus. Der Portugiesische Lorbeer (Prunus lusitanica) ist ein enger Verwandter.

Beide sind beliebte Heckenpflanzen und stehen in vielen Gärten. Für die Küche sind sie nicht geeignet, ihre Blätter gehören nicht in den Kochtopf.

Sie unterscheiden die Pflanzen gut an Blatt und Duft. Kirschlorbeer hat deutlich größere, dicke und sehr glänzende Blätter, oft mit fein gezähntem Rand. Zerreibt man sie, riechen sie nach Bittermandel. Ein Blatt vom Echten Lorbeer ist kleiner, ledriger und duftet würzig. Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie für Ihre Sauce getrocknete Lorbeerblätter aus dem Handel.

Echter LorbeerIndischer LorbeerKirschlorbeer
Botanischer NameLaurus nobilisCinnamomum tamalaPrunus laurocerasus
PflanzenfamilieLorbeergewächseLorbeergewächse (Gattung Zimt)Rosengewächse
Blattledrig, etwa fingerlang, glatter Randlänger, mit drei deutlichen Längsaderngroß, dick, stark glänzend, oft fein gezähnt
Duft beim Zerreibenwürzig, harzigzimtig, leicht nach Nelkenach Bittermandel
In der Kücheklassisches GewürzblattGewürzblatt der indischen Küchenicht für die Küche

Lorbeerblätter in der Küche: Geschmack und Verwendung

Lorbeerblätter schmecken bitterwürzig, warm-kräutrig und leicht harzig, mit Tiefe statt Schärfe. Sie kochen in Rotkohl, Sauerkraut, Gulasch, Linsensuppe und Fonds mit und werden vor dem Servieren herausgenommen. Gut ergänzen sie sich mit Wacholder, Piment und Thymian, die die warme Note tragen.

Wie viele Blätter in welchen Topf gehören und wozu Lorbeer noch passt, steht ausführlich bei Lorbeer Verwendung.

Lorbeerblätter auf Englisch: bay leaves

Lorbeerblätter heißen auf Englisch bay leaves, ein einzelnes Blatt ist ein bay leaf. Den Baum nennt man bay laurel oder bay tree. Steht in einem englischen Rezept „bay leaf“, ist also der Echte Lorbeer gemeint.

Auf Türkisch heißen Lorbeerblätter defne yaprağı. Diesen Namen finden Sie oft auf Packungen aus türkischen Lebensmittelläden.

Gute Lorbeerblätter erkennen und lagern

Gute Lorbeerblätter sind lang, ungebrochen und gleichmäßig trocken. Ihre Farbe ist ein klares Oliv- bis Graugrün, nicht ausgeblichen braun. Wenn Sie ein Blatt knicken, steigt sofort ein würziger, leicht harziger Duft auf. Riecht es nach Staub oder kaum nach etwas, ist das Aroma verflogen.

Lagern Sie Lorbeerblätter dunkel, trocken und luftdicht, weit weg vom Herd. So behalten sie ihr volles Aroma etwa ein Jahr. Danach sind sie nicht verdorben, Sie brauchen dann nur ein Blatt mehr.

Dass nicht jedes Blatt gleich groß ist, gehört dazu. Lorbeer ist ein Naturprodukt, und jeder Baum wächst ein wenig anders.

Häufige Fragen

Was ist Echter Lorbeer?

Echter Lorbeer (Laurus nobilis) ist ein immergrüner Baum oder Strauch aus dem Mittelmeerraum. Seine getrockneten Blätter sind das Gewürz, das wir als Lorbeerblätter kennen.

Wo wachsen Lorbeerblätter?

Lorbeerblätter wachsen vor allem rund um das Mittelmeer. Die Türkei ist das größte Anbauland, unsere Lorbeerblätter kommen von dort.

Wächst Lorbeer in Deutschland?

Lorbeer wächst in Deutschland gut im Kübel, der hell und frostfrei überwintert. Ausgepflanzt überlebt er nur in sehr milden Gegenden wie am Bodensee, im Rheinland oder auf Helgoland.

Wie trocknet man Lorbeerblätter?

Legen Sie ausgewachsene Blätter nebeneinander an einen schattigen, luftigen Platz und beschweren Sie sie leicht, damit sie flach bleiben. Nach etwa ein bis zwei Wochen sind sie trocken und kommen in ein dunkles, luftdichtes Gefäß.

Sind frische oder getrocknete Lorbeerblätter besser?

Für die meisten Gerichte sind getrocknete Lorbeerblätter besser, weil sie runder schmecken und sich leichter dosieren lassen. Frische Blätter sind herber und bitterer.

Ist Kirschlorbeer das Gleiche wie Lorbeer?

Nein, Kirschlorbeer ist ein Rosengewächs und mit Kirschen verwandt, nicht mit dem Echten Lorbeer. Er ist eine Heckenpflanze und nicht für die Küche geeignet.

Was ist Indischer Lorbeer?

Indischer Lorbeer ist das Blatt eines Zimtbaums (Cinnamomum tamala). Er stammt aus derselben Pflanzenfamilie wie der Echte Lorbeer, schmeckt aber zimtig und gehört botanisch nicht zum Lorbeer.

Kann man Lorbeerblätter essen?

Lorbeerblätter kocht man mit und nimmt sie vor dem Servieren heraus. Das Blatt bleibt auch nach langem Garen fest und ledrig und schmeckt dann bitter.

Wie heißen Lorbeerblätter auf Englisch?

Lorbeerblätter heißen auf Englisch bay leaves, ein einzelnes Blatt ist ein bay leaf.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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