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Nelke Pflanze: wie aus einer roten Knospe die Gewürznelke wird

Die Nelke als Pflanze, die unser Gewürz liefert, ist der Gewürznelkenbaum (Syzygium aromaticum), ein immergrüner Tropenbaum aus der Familie der Myrtengewächse. Gewürznelken sind seine Blütenknospen, die kurz vor dem Aufblühen von Hand gepflückt und in der Sonne getrocknet werden. Mit der Gartennelke aus dem Blumenbeet ist er nicht verwandt.

Drehen Sie eine Gewürznelke einmal zwischen den Fingern. Oben sitzt ein kleines Köpfchen, darunter ein Stiel mit vier Zacken. Das ist eine Blüte, die nie aufgehen durfte. Gepflückt wurde sie hoch oben in einem Baum, der so hoch werden kann wie ein dreistöckiges Haus.

Nelke Pflanze: Gewürznelke oder Gartennelke?

Wer nach der Nelke als Pflanze sucht, landet bei zwei ganz verschiedenen Gewächsen. Die Gewürznelke wächst an einem tropischen Baum. Die Gartennelke, botanisch Dianthus, ist eine Staude aus der Familie der Nelkengewächse und blüht in deutschen Gärten, auf Gräbern und in der Vase.

Den Namen teilen sich beide wegen des Duftes. Das Wort Nelke kommt vom mittelniederdeutschen „negelken“, also Nägelchen, denn die getrocknete Knospe sieht aus wie ein kleiner Nagel mit Kopf. Später übertrug man den Namen auf die Gartenblume, weil manche Sorten ähnlich würzig duften. Die Gartennelke trägt diesen Bezug sogar im botanischen Namen: Dianthus caryophyllus, abgeleitet vom griechischen Wort für die Gewürznelke.

Auf dieser Seite geht es um die Gewürzpflanze. In die Küche gehört nur sie, und nur von ihr stammen die Gewürznelken in unserem Shop.

Nelken: von der Pflanze zum Gewürz
Nelken von Azafran.

Der Gewürznelken Baum: Wuchs, Blätter und Alter

Der Gewürznelkenbaum ist ein schlanker, immergrüner Baum mit kegelförmiger Krone. In Plantagen wird er meist acht bis zwölf Meter hoch, frei wachsend auch deutlich höher. Junge Pflanzen wachsen zunächst buschig wie ein Strauch, erst nach einigen Jahren bildet sich ein richtiger Stamm.

Die Blätter sind ledrig, glänzend und lanzettlich, etwa so lang wie eine Hand. Hält man ein Blatt gegen das Licht, sieht man feine helle Punkte. Das sind Öldrüsen, und deshalb duftet schon ein zerriebenes Blatt nach Nelke. Junge Triebe treiben rötlich aus und färben sich später dunkelgrün.

Ein Nelkenbaum wird alt. Die ersten Knospen trägt er nach etwa sechs bis acht Jahren, volle Ernten bringt er erst nach rund zwei Jahrzehnten. Bäume, die hundert Jahre und mehr tragen, sind in den alten Anbaugebieten keine Seltenheit.

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Wie wachsen Gewürznelken?

Gewürznelken wachsen in kleinen Büscheln an den Spitzen der Zweige. Jede Trugdolde trägt etwa zehn bis zwanzig Knospen, dicht nebeneinander wie ein kleiner Strauß. Erst sind sie hellgrün, dann färben sie sich gelblich und schließlich rosarot.

Was Sie als Nelke kennen, besteht aus zwei Teilen. Der Stiel ist der spätere Fruchtknoten mit vier Kelchzipfeln, den kleinen Zacken. Das runde Köpfchen bilden die vier noch geschlossenen Blütenblätter. Darin liegen die Staubblätter dicht gefaltet. Gute Ware hat deshalb möglichst viele Nelken mit unversehrtem Köpfchen.

MerkmalGewürznelke
Botanischer NameSyzygium aromaticum
FamilieMyrtengewächse (wie Piment)
Wuchsimmergrüner Baum, in Kultur meist 8 bis 12 Meter
Blätterledrig, glänzend, mit duftenden Öldrüsen
Geerntet wirddie geschlossene Blütenknospe, kurz vor dem Aufblühen
Erste Erntenach etwa 6 bis 8 Jahren
Ursprungnördliche Molukken, Indonesien
Fruchtdunkelrote Beere, die Mutternelke
Unsere WareBIO-Nelken aus Sri Lanka, ganz und gemahlen

Gewürznelken Blüten: was passiert, wenn niemand pflückt?

Lässt man die Knospen am Baum, öffnen sie sich. Die vier Blütenblätter fallen ab, und heraus quillt ein Büschel aus vielen hellen Staubfäden. Die Kelchzipfel färben sich dabei kräftig rot. Ein blühender Nelkenbaum sieht aus, als hätte jemand kleine Pinsel in die Zweige gesteckt.

Aus der bestäubten Blüte wächst eine längliche, dunkelrote bis violette Beere mit meist einem Samen. Sie heißt Mutternelke. Ihr Aroma ist schwächer als das der Knospe, und im Gewürzhandel spielt sie kaum eine Rolle. Für den Anbau ist sie wichtig, denn nur sie trägt den Samen für neue Bäume.

Blütezeit der Nelke: wann wird geerntet?

Bei der Gewürznelke entscheidet die Farbe, nicht der Kalender. Geerntet wird kurz vor der Blütezeit, wenn die Knospen von Grün nach Rosa umschlagen und das Köpfchen gerade noch geschlossen ist. Ein paar Tage zu spät, und die Blüte öffnet sich. Dann ist sie für das Gewürz verloren.

Weil nicht alle Büschel gleichzeitig reifen, gehen die Pflücker mehrmals durch dieselbe Plantage. Sie arbeiten von Hand, oft auf Leitern, und brechen die ganzen Büschel ab. Wann die Erntezeit im Jahr liegt, hängt vom Anbaugebiet und vom Regen ab.

Nelkenbäume tragen nicht jedes Jahr gleich viel. Auf eine reiche Ernte folgen oft schwächere Jahre. Auch das erklärt, warum Nelken im Handel mal mehr, mal weniger kosten.

Wo wachsen Gewürznelken?

Gewürznelken wachsen nur in den feuchten Tropen, gern in Meeresnähe. Der Baum braucht gleichmäßige Wärme, viel Regen und darf nie Frost erleben. Ursprünglich wuchs er nur auf wenigen kleinen Inseln der nördlichen Molukken im Osten Indonesiens.

Heute stehen Nelkenbäume in vielen tropischen Ländern. Die größten Mengen kommen aus Indonesien, dazu aus Madagaskar, Tansania mit Sansibar, von den Komoren und aus Sri Lanka. Unsere BIO-Nelken stammen aus kontrolliert biologischem Anbau in Sri Lanka, Kontrollstelle DE-ÖKO-009.

Gewürznelken Anbau: Plantage, Pflege, Ertrag

Der Gewürznelken Anbau beginnt mit frischen Samen aus reifen Mutternelken. Die Sämlinge wachsen im Schatten heran, denn pralle Sonne vertragen junge Pflanzen schlecht. Nach etwa einem bis zwei Jahren kommen sie ins Feld, mit viel Abstand zueinander, weil die Krone breit wird.

Viele Nelkenbäume stehen nicht in reinen Plantagen, sondern in Gärten kleiner Bauernfamilien, gemischt mit Pfeffer, Kokospalmen oder Zimt. Ein einzelner Baum liefert im Jahr meist nur wenige Kilogramm getrocknete Nelken. Für ein Kilo braucht es grob zehntausend Knospen, jede einzeln gewachsen und gepflückt.

Von der Knospe zur getrockneten Nelke

Nach der Ernte werden die Knospen von den Stielen der Büschel gezupft. Dann liegen sie mehrere Tage auf Matten in der Sonne und werden immer wieder gewendet. Dabei wandelt sich das Rosarot in ein tiefes Rotbraun, und die Knospe verliert rund zwei Drittel ihres Gewichts.

Richtig getrocknet bricht der Stiel mit einem leisen Knacken, und beim Drücken mit dem Fingernagel tritt etwas Öl aus. Daran erkennen Sie auch gute Ware: pralle, unbeschädigte Blütenknospen und ein kräftiger Duft direkt beim Öffnen des Beutels.

Was die Pflanze in der Küche bringt, merken Sie beim ersten Biss: warm, würzig-süß und so kräftig, dass wenige Stück für einen Topf Rotkohl reichen. Wie Nelken schmecken und wozu sie passen, lesen Sie auf unserer Seite Nelken gemahlen oder ganz: Verwendung. Dort finden Sie auch Mengen für die wichtigsten Gerichte.

Nelke als Topfpflanze: Gewürznelken selber anbauen?

Gewürznelken selber anbauen ist in Deutschland eine Aufgabe für Geduldige mit Gewächshaus. Der Baum braucht das ganze Jahr über rund 20 bis 30 Grad, hohe Luftfeuchte und viel Licht. Auf der Fensterbank wird es schnell zu trocken, im Winter zu kühl.

Als Topfpflanze kann ein junger Nelkenbaum einige Jahre gut aussehen und mit seinen glänzenden Blättern duften. Mit einer Ernte sollten Sie nicht rechnen. Bis ein Baum Knospen trägt, vergehen auch in den Tropen viele Jahre, und im Topf erreicht er die nötige Größe kaum.

Gewürznelken Samen: keimen Nelken aus der Küche?

Aus den Nelken in Ihrem Gewürzregal wächst nichts. Sie sind getrocknete Blütenknospen, keine Samen, und in ihnen steckt kein Keim. Wer es trotzdem mit Erde und Gießkanne versucht, bekommt höchstens einen angenehm duftenden Blumentopf.

Echte Gewürznelken Samen stecken in der reifen Mutternelke. Sie verlieren ihre Keimkraft sehr schnell, oft schon nach wenigen Tagen oder Wochen, und dürfen nicht austrocknen. Deshalb sät man sie in den Anbauländern direkt nach der Ernte. Für die Küche greifen Sie am besten zu Nelken ganz oder gemahlen.

Verwandte der Gewürznelke: Piment und Nelkenpfeffer

Die Gewürznelke hat in der Küche einen nahen Verwandten. Piment, auch Nelkenpfeffer genannt, wächst ebenfalls an einem Baum aus der Familie der Myrtengewächse, ursprünglich in Mittelamerika und der Karibik. Geerntet wird dort nicht die Knospe, sondern die unreife Beere.

Beide teilen einen Teil ihres Duftes, deshalb trägt der Piment das Wort Nelke im Namen. Wer neugierig ist, findet Piment hier im Shop und mehr dazu auf der Seite Was ist Piment?.

Häufige Fragen

Wie sieht die Pflanze der Gewürznelke aus?

Die Gewürznelke wächst an einem immergrünen Baum mit glänzenden, ledrigen Blättern. Die Knospen sitzen in kleinen Büscheln an den Zweigspitzen und färben sich vor der Ernte von Grün nach Rosarot.

Ist die Gartennelke mit der Gewürznelke verwandt?

Nein. Die Gartennelke (Dianthus) ist eine Staude aus der Familie der Nelkengewächse. Sie hat den Namen wegen ihres würzigen Duftes von der Gewürznelke übernommen.

Wann blüht die Gewürznelke?

Der Baum bildet seine Knospen je nach Anbaugebiet zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr. Geerntet wird kurz vor der Blüte, sobald die Knospen rosarot werden und noch geschlossen sind.

Wo wachsen Gewürznelken?

In den feuchten Tropen. Ursprünglich auf den nördlichen Molukken in Indonesien, heute vor allem in Indonesien, Madagaskar, Tansania, auf den Komoren und in Sri Lanka.

Kann man Gewürznelken selber anbauen?

Nur mit Gewächshaus, viel Wärme und hoher Luftfeuchte. Als Topfpflanze bleibt der Nelkenbaum in Deutschland meist ein Blattschmuck ohne Ernte.

Kann man aus Gewürznelken eine Pflanze ziehen?

Nein, Küchennelken sind getrocknete Knospen ohne Keim. Keimfähig sind nur frische Samen aus der reifen Mutternelke.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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