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Nelken gemahlen oder ganz – das Gewürz, nach dem der Rotkohl duftet

Nelken gemahlen rühren Sie in Teige, Lebkuchen, Currys und Saucen, wo sich das Aroma sofort gleichmäßig verteilen soll. Ganze Nelken ziehen in Rotkohl, Brühe, Sauerbraten und Glühwein mit und werden vor dem Servieren wieder herausgenommen. Weil Nelken sehr kräftig sind, reichen für vier Portionen meist zwei bis vier ganze Nelken oder eine Messerspitze bis ¼ Teelöffel Pulver.

Es gibt Düfte, die sofort eine Jahreszeit aufrufen. Ein Topf Rotkohl, der leise blubbert, ein Becher Punsch auf dem Weihnachtsmarkt, ein Blech Lebkuchen. In all dem steckt dieselbe kleine Zutat, und meistens nur in winziger Menge. Nelken arbeiten im Hintergrund, aber ohne sie fehlt etwas.

Was sind Nelken?

Nelken, genauer Gewürznelken, sind die getrockneten Blütenknospen des Gewürznelkenbaums. Sie werden geerntet, kurz bevor die Blüte aufgeht, und in der Sonne getrocknet, bis sie rotbraun und hart sind. Ihr Name kommt von „Nägelchen“, denn jede Knospe sieht aus wie ein kleiner Nagel mit rundem Kopf.

Mit der Nelke im Blumenbeet hat das Gewürz nur den Namen gemeinsam. Wie der Baum wächst und warum aus Küchennelken keine Pflanze keimt, steht auf unserer Seite Nelke Pflanze.

Nelkenpulver ist nichts anderes als fein gemahlene Gewürznelken. Unsere BIO-Nelken kommen aus Sri Lanka, Kontrollstelle DE-ÖKO-009, und Sie bekommen sie ganz oder gemahlen von 50g bis 1kg.

Nelken gemahlen oder ganz: was wofür?

Die Faustregel ist einfach. Alles, was am Ende im Gericht bleibt und gegessen wird, bekommt gemahlene Nelken. Alles, was lange zieht und aus dem man die Würze wieder herausholen möchte, bekommt ganze Nelken.

Gemahlene Nelken verteilen sich sofort und gleichmäßig. Sie gehören in Lebkuchenteig, Gewürzkuchen, Spekulatius, Pflaumenmus, Currys, Marinaden und Saucen. Ihr Nachteil: Was einmal drin ist, bekommen Sie nicht mehr heraus. Deshalb lieber in kleinen Schritten würzen.

Ganze Nelken geben ihr Aroma langsam ab. Sie sind ideal für Rotkohl, Brühe, Fond, Beizen, Glühwein, Punsch und Kompott. Nach dem Garen fischen Sie sie heraus, und das Gericht zieht nicht weiter nach. Ganze Nelken halten ihr Aroma außerdem länger frisch als Pulver.

Wer selten Nelken braucht, fährt mit ganzen Nelken am flexibelsten. Ein paar Stück lassen sich im Mörser oder in einer kleinen Gewürzmühle jederzeit frisch mahlen.

Nelken: so verwenden Sie es in der Küche
Nelken von Azafran.

Unsere BIO-Nelken aus Sri Lanka, ganz und gemahlen, im Aromaschutzbeutel:

Alle Sorten und Größen: Nelken

Wie schmecken Nelken?

Nelken schmecken warm, würzig-süß und sehr intensiv, mit einer leicht bitteren, holzigen Tiefe. Auf der Zunge prickeln sie kurz und hinterlassen ein fast pelziges Gefühl. Das liegt am reichlichen ätherischen Öl in den Knospen.

In kleiner Menge wirken Nelken rund und festlich. In zu großer Menge schmecken sie streng und überdecken alles andere. Darum gilt bei Nelken mehr als bei fast jedem anderen Gewürz: Lieber eine zu wenig als eine zu viel.

Schmecken Nelken wie Piment? Ähnlich, aber nicht gleich. Piment, auch Nelkenpfeffer genannt, trägt einen Teil des Nelkenduftes, wirkt aber milder und runder, mit Noten von Zimt, Muskat und Pfeffer. Nelken sind schärfer, spitzer und dominanter. Mehr zum Verwandten lesen Sie auf der Seite Was ist Piment?.

Nelken Verwendung: die Klassiker

Nelken gehören in die deutsche Winterküche, aber längst nicht nur dorthin. Sie stecken in der indischen, arabischen und vietnamesischen Küche genauso wie im englischen Weihnachtsschinken. Die wichtigsten Einsätze:

Ein alter Küchentrick ist die gespickte Zwiebel. Sie stecken zwei bis drei ganze Nelken in eine geschälte Zwiebel, klemmen ein Lorbeerblatt dazu und legen alles in Brühe, Kartoffelsuppe oder Béchamelsauce. Am Ende nehmen Sie die Zwiebel heraus, und keine Nelke bleibt im Teller zurück.

Kann man Gewürznelken essen?

Ja, Gewürznelken kann man essen. Gemahlen essen Sie sie ohnehin mit, in jedem Lebkuchen und jedem Spekulatius. Ganze Nelken sind ebenfalls essbar, aber hart, holzig und im Geschmack so konzentriert, dass ein Biss den ganzen Mund für eine Weile nach Nelke schmecken lässt.

Deshalb nimmt man ganze Nelken vor dem Servieren heraus. Damit Sie keine übersehen, zählen Sie beim Hineingeben mit. Oder Sie geben die Nelken in ein Teeei oder ein Gewürzsäckchen, das sich am Ende mit einem Griff entfernen lässt.

Wie viel Nelken? Mengen für vier Portionen

Eine einzelne Nelke wiegt nur etwa 0,1g, trotzdem würzt sie einen halben Topf. Starten Sie immer mit der unteren Menge aus der Tabelle und schmecken Sie am Ende ab. Als grobe Umrechnung gilt: Drei bis vier ganze Nelken entsprechen etwa einer Messerspitze bis ¼ Teelöffel gemahlenen Nelken. Pulver wirkt sofort, ganze Nelken entfalten sich erst mit der Zeit.

Gericht (4 Portionen)ganze Nelkengemahlene Nelken
Rotkohl (1 Kopf)3 bis 4 Stück1 Messerspitze
Sauerbraten (Beize, 1,5kg Fleisch)4 bis 6 Stück–
Brühe oder Fond (2 Liter)2 bis 3 Stück, in einer Zwiebel–
Glühwein oder Punsch (1 Liter)4 bis 6 Stück–
Apfel- oder Pflaumenkompott2 Stück1 Messerspitze
Lebkuchen oder Gewürzkuchen (500g Mehl)–½ TL
Curry oder Biryani2 bis 4 Stück, in Fett angeröstet¼ TL

Wann kommen Nelken ins Gericht?

Ganze Nelken dürfen früh in den Topf. Beim Schmoren, in der Brühe und in der Beize geben Sie sie gleich zu Beginn dazu. Nach ein bis zwei Stunden haben sie ihr Aroma abgegeben, und Sie nehmen sie heraus. Im Glühwein reichen 15 bis 20 Minuten bei kleiner Hitze, kochen sollte er nicht.

Gemahlene Nelken geben Sie bei Teigen direkt zum Mehl. In Saucen und Currys rühren Sie das Pulver mit den anderen Gewürzen kurz im Fett an oder geben es in den letzten Minuten dazu. So bleibt das Aroma klar und wird nicht bitter.

Wozu passen Nelken?

Nelken passen zu allem, was Süße, Säure oder Fett mitbringt. Süße Früchte wie Apfel, Pflaume, Birne und Orange nehmen ihre Strenge und lassen die warme Seite strahlen. Säure aus Essig, Rotwein oder Zitrus hält die Würze frisch, deshalb schmeckt Rotkohl mit Nelken so rund. Fett aus Schmorfleisch, Butter oder Sahne trägt das Aroma und verteilt es weich im Gericht.

Bei den Gewürzen sind die engsten Partner die anderen warmen Würzen. Zimt bringt Süße, Sternanis eine lakritzige Frische, Lorbeer und Wacholder eine harzige Herbe für Wild und Sauerbraten. Ingwer, Kardamom und Muskat runden süße Backwaren ab, Pfeffer und Koriander führen Nelken in die herzhafte Richtung.

  • Gemüse und Obst: Rotkohl, Kürbis, Zwiebel, Möhre, Apfel, Pflaume, Birne, Orange
  • Fleisch: Rind, Wild, Schweinebraten, Schinken, Ente, Lamm
  • Süßes und Getränke: Schokolade, Honig, Rotwein, Apfelsaft, schwarzer Tee

Nelken stecken auch schon in mehreren unserer Mischungen. Unser Lebkuchengewürz, das Glühwein- und Punschgewürz, das Garam Masala und der Chai Tee enthalten laut Zutatenliste Nelken. Wenn Sie damit würzen, brauchen Sie keine zusätzlichen Nelken mehr.

Nelken Ersatz: was geht, was nicht

Der beste Nelken Ersatz ist Piment. Er kommt dem Duft am nächsten und ist milder, deshalb dürfen Sie etwas mehr nehmen: Statt zwei Nelken drei bis vier Pimentkörner. Im Rotkohl oder Sauerbraten merkt kaum jemand den Unterschied.

Für Gebäck funktioniert eine fertige Mischung oft besser als ein einzelnes Gewürz. Statt einer Messerspitze gemahlener Nelken nehmen Sie dann ½ Teelöffel Lebkuchengewürz und lassen andere Gewürze im Rezept etwas zurück. Zimt allein ersetzt Nelken nicht, er schmeckt zu weich und süß. Sternanis passt nur in Glühwein und Kompott, dort aber gut.

Haben Sie nur ganze Nelken und brauchen Pulver, mahlen Sie sie selbst. Wenige Sekunden in der Gewürzmühle reichen, und das Pulver duftet kräftiger als jedes fertige.

Nelken Haltbarkeit: sind meine Gewürznelken noch aromatisch?

Ganze Nelken halten dunkel, trocken und gut verschlossen etwa zwei bis drei Jahre ihr volles Aroma. Gemahlene Nelken verlieren schneller an Kraft, nach rund einem Jahr merken Sie den Unterschied. Verderben tun beide nicht, sie schmecken nur flacher.

Ob Ihre Gewürznelken noch aromatisch sind, prüfen Sie mit dem Fingernagel. Drücken Sie ihn in den Stiel einer Nelke. Tritt etwas Öl aus und duftet es sofort kräftig, ist sie gut. Bleibt sie trocken und riecht kaum, ist sie zu alt. Unsere Nelken im Aromaschutzbeutel schließen Sie nach jedem Gebrauch wieder dicht, dann bleibt der Duft lange erhalten.

Häufige Fragen

Was sind Nelken?

Nelken oder Gewürznelken sind die getrockneten Blütenknospen des tropischen Gewürznelkenbaums. Mit der Gartennelke haben sie nur den Namen gemeinsam.

Wofür verwendet man gemahlene Nelken?

Für alles, was im Gericht bleibt: Lebkuchen, Gewürzkuchen, Pflaumenmus, Currys, Marinaden und Saucen. Ganze Nelken nehmen Sie für Rotkohl, Brühe und Glühwein und holen sie vor dem Servieren heraus.

Wie schmecken Nelken?

Warm, würzig-süß und sehr intensiv, mit leichter Bitterkeit und einem kurzen Prickeln auf der Zunge. In kleiner Menge festlich, in großer Menge streng.

Wozu passen Nelken?

Zu Rotkohl, Wild, Rind, Schinken, Apfel, Pflaume, Orange und Rotwein, dazu zu Zimt, Sternanis, Lorbeer, Wacholder, Ingwer und Kardamom.

Kann man Gewürznelken essen?

Ja. Gemahlen isst man sie in Gebäck und Saucen mit. Ganze Nelken sind essbar, aber hart und sehr intensiv, deshalb nimmt man sie vor dem Servieren heraus.

Was kann ich statt Nelken nehmen?

Am besten Piment, etwas großzügiger dosiert: drei bis vier Körner statt zwei Nelken. Im Gebäck passt auch Lebkuchengewürz.

Wie lange sind Nelken haltbar?

Ganze Nelken behalten gut verschlossen zwei bis drei Jahre ihr Aroma, gemahlene etwa ein Jahr. Tritt beim Drücken mit dem Fingernagel kein Öl mehr aus, sind sie zu alt.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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