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Gewürz-Paprika Herkunft und Geschichte

Paprika hat ihre Herkunft in Amerika: Ihre wilden Vorfahren wuchsen vermutlich zwischen Südbrasilien und Bolivien, angebaut wurde sie früh in Mexiko und Mittelamerika. Nach 1493 kamen die Schoten mit den Spaniern nach Europa und im 16. Jahrhundert über den Balkan nach Ungarn. Dort und in Spanien entstanden die Paprikapulver, die Sie heute als Paprika edelsüß, rosenscharf und geräuchert kennen.

Ein Topf Gulasch, der langsam schmort, und obenauf glänzt das Fett in einem satten Rot. Diese Farbe kommt aus einer Schote, die vor Jahrtausenden in den Bergtälern Südamerikas wuchs und von Vögeln verbreitet wurde. Bis sie in Ihrer Küche ankam, hat sie einen ziemlich weiten Weg hinter sich.

Paprika Herkunft: Woher kommt Paprika ursprünglich?

Paprika kommt ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika. Ein einzelnes Ursprungsland gibt es nicht, aber die Spur führt in das Gebiet zwischen Südbrasilien und Bolivien. Die Gewürz-Paprika gehört botanisch zur Gattung Capsicum, zu der auch die Chilis zählen.

Die Paprika hat ihre Wurzeln in Südamerika. Schon vor der „Entdeckung“ Amerikas durch die Europäer gab es auf dem Kontinent eine ganze Reihe kultivierter Paprikasorten. Darum lässt sich heute nicht mehr feststellen, in welcher Gegend die Paprika erstmals gewachsen ist.

Anfänglich verteilte sich der Samen der Paprika durch Vögel über das Berg- und Flachland Südamerikas. Man vermutet den Ursprung irgendwo in dem Bereich zwischen Südbrasilien und Bolivien. Die Verteilung der Samen durch Vögel reichte bis nach Mittelamerika.

Von welchem Kontinent stammt die Paprika?

Die Paprika stammt vom amerikanischen Kontinent, genauer aus Südamerika, und wurde in Mittelamerika und Mexiko zur Kulturpflanze. Wer nach dem Herkunftsland fragt, landet am ehesten bei Mexiko, denn dort sind die frühesten Spuren von Nutzung und Anbau gefunden worden.

Bei archäologischen Grabungen in einem Tal bei dem kleinen Ort Tehuacán in Mexiko fand man Hinweise darauf, dass es dort bereits um 7.000 v. Chr. Paprikapflanzen gab. Die Menschen dieser Gegend nutzten sie schon damals.

Erste Züchtungen der Paprikapflanze werden für die Zeit zwischen 5.000 und 3.200 v. Chr. vermutet. Die lange Zeitspanne ergibt sich, weil es aus dieser Zeit und Gegend keine schriftlichen Belege gibt. Man kann sich letztlich nur auf botanische und archäologische Funde stützen. Nachweisen konnte man zum Beispiel, dass in Ecuador bereits um das Jahr 4.100 v. Chr. Chilis verwendet wurden.

Wenn Sie die Geschichte gleich schmecken möchten: unser edelsüßes Paprikapulver aus Kalocsa und das geräucherte aus Spanien, frisch im Aromaschutzbeutel:

Alle Sorten und Größen: Paprika

Paprika Geschichte: Wie kam die Paprika nach Europa?

Die Paprika kam mit den Spaniern nach Europa, nachdem Kolumbus 1493 von seiner ersten Reise in die Neue Welt zurückgekehrt war. Gesucht hatte er eigentlich den Seeweg zu Pfeffer und anderen Gewürzen Asiens. Die scharfen Schoten nannten die Spanier deshalb pimiento, nach pimienta, dem Pfeffer.

Ab dem frühen sechzehnten Jahrhundert entdeckten auch die übrigen Europäer diese Pflanze für sich. Erst zaghaft, dann immer stärker wurde die amerikanische Pflanzenwelt erkundet. Man stellte fest, welche Gewürze sich für die europäische Küche eigneten.

Ein erklärtes Ziel Spaniens war es, den Gewürzhandel Venedigs mit dem Orient zu umgehen. Gewürze waren damals fast so wertvoll wie Gold. Die Paprika war hier eine Neuheit mit Vorteil: Sie wuchs im eigenen Garten und musste nicht über lange Handelswege eingekauft werden.

Man muss sich vorstellen, wie aufregend ein so feuriges, farbkräftiges Gewürz für einen wohlhabenden Europäer der damaligen Zeit geschmeckt haben muss. Über Spanien, Portugal und die Handelshäfen am Mittelmeer verbreiteten sich die Samen rasch.

Wie kam Paprika nach Ungarn?

Nach Ungarn kam die Paprika im 16. Jahrhundert, vermutlich über das Osmanische Reich und den Balkan. Der Überlieferung nach hieß sie dort anfangs „Türkischer Pfeffer“. Zuerst wuchs sie in Gärten, bald auch auf den Feldern der weiten, sonnigen Tiefebene.

Heute sind vor allem die nahöstlichen und die Balkanländer für die Verwendung von Paprika berühmt. Paprika aus Ungarn zum Beispiel ist heute ein fester Begriff in der Küche und in der Gewürzwelt. Die bekanntesten Anbaugebiete liegen um Kalocsa und Szeged im Süden des Landes.

Die ersten Schoten waren scharf. Die milde Sorte edelsüß, die sich bis heute als beliebteste gehalten hat, kam erst viel später. Im 19. Jahrhundert begann man in Ungarn, die scharfen Scheidewände vor dem Mahlen zu entfernen, später kamen milde Züchtungen hinzu.

Unser Paprika edelsüß aus Ungarn und unser rosenscharfes Paprikapulver kommen aus der Region Kalocsa, die neben Szeged als Zentrum des ungarischen Paprikas gilt.

Paprika Wortherkunft: Woher kommt das Wort Paprika?

Das Wort Paprika stammt aus dem Ungarischen, das es von den südslawischen Nachbarn übernommen hat. Dort war papar der Pfeffer, und paprika ist die Verkleinerung davon. Beide gehen auf das lateinische piper zurück.

Ins Deutsche kam das Wort über Ungarn und wurde im 19. Jahrhundert gebräuchlich. Vorher sprach man bei uns vom Spanischen oder Indianischen Pfeffer. Der Name verrät also bis heute, wie die Paprika zu uns kam: als Pfeffer-Ersatz, über Spanien und Ungarn.

Seit wann gibt es Paprika in Deutschland?

Paprika gibt es in Deutschland seit dem 16. Jahrhundert. Der Tübinger Arzt Leonhart Fuchs bildete die Pflanze schon 1542 in seinem lateinischen Kräuterbuch ab, ein Jahr später erschien es auf Deutsch. Lange stand sie aber eher als Zierpflanze und Kuriosität im Garten als im Kochtopf.

Als Gewürzpulver wurde Paprika bei uns mit der ungarischen Küche bekannt, mit Gulasch und Paprikahuhn. Die großen, milden Gemüsepaprika, die heute in jedem Supermarkt liegen, sind dagegen erst im 20. Jahrhundert ein Alltagsgemüse geworden.

ZeitOrtWas geschah
um 7.000 v. Chr.Tehuacán, Mexikofrüheste Spuren genutzter Paprikapflanzen
5.000 bis 3.200 v. Chr.Mittel- und Südamerikaerste Züchtungen werden vermutet
um 4.100 v. Chr.EcuadorVerwendung von Chilis nachgewiesen
ab 1493Spaniendie Schoten kommen mit den Spaniern nach Europa
1542DeutschlandLeonhart Fuchs bildet die Pflanze im Kräuterbuch ab
16. JahrhundertUngarnPaprika kommt über den Balkan ins Land
19. JahrhundertUngarnmildere Pulver durch Entfernen der Scheidewände

Ungarisches oder spanisches Paprikapulver: Was ist der Unterschied?

Ungarisches Paprikapulver wird meist aus luftgetrockneten Schoten gemahlen und schmeckt klar, fruchtig und leicht süßlich. Spanisches Paprikapulver heißt dort pimentón und ist oft geräuchert, mit einer tiefen, holzigen Rauchnote.

Der berühmteste geräucherte Paprika Spaniens ist der Pimentón de la Vera aus der Extremadura. Dort trocknen die Schoten über Eichenholzfeuer. Der Name ist als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) eingetragen und darf nur für Pulver verwendet werden, das nach den Regeln dieser Herkunft in der Region erzeugt wurde.

Unser geräuchertes Paprikapulver aus Spanien wird traditionell über Holzrauch veredelt und in Deutschland abgefüllt. Es ist ein eigenes Produkt und trägt den Namen Pimentón de la Vera nicht. Dazu führen wir ein mildes BIO-Paprikapulver aus Spanien (Kontrollstelle DE-ÖKO-009).

Wie wird Paprikapulver hergestellt?

Paprikapulver wird aus vollreifen, roten Schoten hergestellt, die getrocknet und anschließend fein gemahlen werden. Geerntet wird im Spätsommer und Herbst, wenn die Schoten ihre volle Farbe haben.

In Ungarn hängte man die Schoten früher zu langen Ketten aufgefädelt an Hauswände und Zäune, damit Sonne und Wind sie trocknen. Heute übernehmen das meist Trockenanlagen. Für geräucherte Sorten trocknen die Schoten langsam über Holzrauch, der dabei in das Fruchtfleisch zieht.

Wie scharf das Pulver wird, entscheidet sich beim Mahlen. Die Schärfe sitzt vor allem in den hellen Scheidewänden und Kernen. Werden sie entfernt, entsteht ein mildes Pulver wie edelsüß. Bleiben mehr davon im Mahlgut, wird es rosenscharf.

Wie kräftig die Farbe ist, misst der Handel mit dem ASTA-Wert. Je höher die Zahl, desto mehr Rot bringt das Pulver in den Topf. Unser edelsüßes und rosenscharfes Paprikapulver liegen bei ASTA 120.

Paprika Sorten: edelsüß, rosenscharf und geräuchert

Die drei Sorten, die Sie am häufigsten in der Küche brauchen, unterscheiden sich vor allem in Schärfe und Aroma:

  • Edelsüß: mild, fruchtig und leicht süßlich, mit kräftig roter Farbe. Die Grundsorte für Gulasch, Saucen, Dips und Ofengemüse.
  • Rosenscharf: gleiche Farbe, aber mit deutlicher, warmer Schärfe. Gut, wenn das Gericht etwas Feuer vertragen soll.
  • Geräuchert: süß-mild mit Rauchnote, die an Lagerfeuer und Grill erinnert. Am besten zum Schluss zugeben.

Alle Sorten gibt es bei uns bis zur 1kg-Packung, im wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel. Hier finden Sie unser Paprikapulver zum Kaufen.

Paprikapulver edelsüß, rosenscharf und geräuchert im Vergleich
Paprikapulver edelsüß, rosenscharf und geräuchert: drei Sorten, drei Rottöne.

Wie schmeckt Paprikapulver?

Paprikapulver schmeckt fruchtig, mild-süßlich und warm, bei rosenscharf mit spürbarer Schärfe. Mit Chili oder Cayennepfeffer ist es verwandt, aber deutlich milder: Paprika bringt vor allem Farbe und Fruchtigkeit, Chili vor allem Hitze.

Wozu passt Paprikapulver?

Paprikapulver passt zu Rind, Huhn, Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten und Sauerrahm. Die fruchtige Süße mag Fett und Säure, darum leuchtet es in Gulasch, Paprikahuhn und Kartoffelsalat. Unter den Gewürzen sind Kümmel, Majoran und Knoblauch die klassischen Partner.

Mengen, Sorten-Tipps und Ideen für jedes Gericht finden Sie bei Paprika Verwendung. Was Gewürz-Paprika von der Gemüsepaprika unterscheidet, lesen Sie unter Paprika als Gewürz.

Gutes Paprikapulver erkennen und lagern

Gutes Paprikapulver erkennen Sie schon beim Öffnen: Es leuchtet kräftig rot und duftet süßlich-warm nach reifen Schoten. Ist es bräunlich oder riecht nach Staub, war es zu lange dem Licht ausgesetzt oder ist alt.

Paprikapulver ist empfindlich gegen Licht, Wärme und Feuchtigkeit. Lagern Sie es kühl, dunkel und luftdicht verschlossen und streuen Sie es nie direkt über dem dampfenden Topf ein. So behält es Farbe und Aroma etwa ein Jahr lang am besten.

In heißem Fett verbrennt Paprika schnell und wird bitter. Geben Sie es darum erst in den Topf, wenn die Zwiebeln glasig sind, und rühren Sie gleich etwas Flüssigkeit dazu.

Häufige Fragen

Woher kommt Paprika ursprünglich?

Paprika kommt ursprünglich aus Südamerika, vermutlich aus dem Gebiet zwischen Südbrasilien und Bolivien. Angebaut wurde sie zuerst in Mexiko und Mittelamerika.

Von welchem Kontinent stammt die Paprika?

Die Paprika stammt vom amerikanischen Kontinent. Ihre wilden Vorfahren wuchsen in Südamerika, zur Kulturpflanze wurde sie in Mittelamerika und Mexiko.

Wie kam die Paprika nach Europa?

Die Paprika kam nach 1493 mit den Spaniern nach Europa, nach der ersten Reise von Kolumbus in die Neue Welt. Im 16. Jahrhundert gelangte sie über den Balkan nach Ungarn.

Woher kommt das Wort Paprika?

Das Wort Paprika kommt aus dem Ungarischen, das es aus dem Südslawischen übernommen hat. Es geht auf papar zurück, den Pfeffer, und letztlich auf das lateinische piper.

Seit wann gibt es Paprika in Deutschland?

Paprika ist in Deutschland seit dem 16. Jahrhundert bekannt, Leonhart Fuchs bildete sie 1542 ab. Als Gewürzpulver wurde sie vor allem mit der ungarischen Küche beliebt.

Was ist der Unterschied zwischen ungarischem und spanischem Paprikapulver?

Ungarisches Paprikapulver wird meist aus luftgetrockneten Schoten gemahlen und schmeckt klar und fruchtig. Spanisches Paprikapulver ist oft über Holzrauch getrocknet und hat eine Rauchnote.

Wie wird Paprikapulver hergestellt?

Paprikapulver wird aus vollreifen roten Schoten hergestellt, die getrocknet und fein gemahlen werden. Wie viel der scharfen Scheidewände und Kerne mitgemahlen werden, bestimmt die Schärfe.

Wie schmeckt Paprikapulver?

Paprikapulver schmeckt fruchtig, mild-süßlich und warm. Rosenscharf bringt dazu spürbare Schärfe, geräuchertes Paprikapulver eine holzige Rauchnote.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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