Curry Herkunft und Geschichte
Curry hat seine Herkunft in Indien: Das Wort geht vermutlich auf das tamilische kari zurück, eine gewürzte Sauce zu Reis. Das gelbe Currypulver ist dagegen eine europäische Erfindung aus der britischen Kolonialzeit. Erfunden hat Curry deshalb keine einzelne Person, es ist über Jahrhunderte in indischen Küchen gewachsen. Unser BIO-Currypulver folgt einem südindischen Familienrezept in Richtung Madras.
In einer südindischen Küche zischen Senfkörner im heißen Öl, dann kommen Zwiebeln, Ingwer und eine Handvoll frisch gerösteter Gewürze dazu. Eine fertige Dose mit der Aufschrift „Curry“ steht dort nicht im Regal. Wie aus diesem täglichen Kochen das gelbe Pulver wurde, das bei uns sogar auf der Wurst landet, ist eine Geschichte über Handel, Kolonien und ein bisschen Bequemlichkeit.
- Curry Herkunft: Woher kommt Curry?
- Curry Wortherkunft: Was bedeutet das Wort Curry?
- Wer hat Curry erfunden?
- Currypulver: eine europäische Erfindung
- Madras Curry: Woher kommt der Name?
- Curry als Gericht oder Pulver: Was ist gemeint?
- Wer hat die Currywurst erfunden?
- Curry in der Welt: von Thailand bis Japan
- Was ist in Currypulver drin?
- Geschmack und Verwendung kurz erklärt
- Häufige Fragen
Curry Herkunft: Woher kommt Curry?
Curry kommt aus Indien, seine Wurzeln liegen vor allem in den Küchen Südindiens. Die genaue Herkunft und der genaue Ursprung der Curry-Gewürzmischung sind nicht bekannt. Oft wird jedoch die Stadt Madras, die heute Chennai heißt, in Verbindung mit der Madras-Curry-Gewürzmischung genannt.
Gewürzte Saucen zu Reis und Brot sind in Indien uralt. Forscher berichten, dass sie in über 4.000 Jahre alten Kochtöpfen der Indus-Kultur Spuren von Ingwer und Kurkuma gefunden haben. Zwei der wichtigsten Curry-Gewürze waren damit schon damals im Topf.
Wer fragt, aus welchem Land Curry kommt, bekommt deshalb eine doppelte Antwort. Das Gericht stammt aus Indien, das Pulver in der Dose aus England.
Curry Wortherkunft: Was bedeutet das Wort Curry?
Das Wort Curry geht vermutlich auf das tamilische kari zurück, was so viel wie Gewürzsoße oder gewürzte Beilage bedeutet. Ursprünglich bezeichnete es eine Art Eintopf oder Ragout, das zu sättigenden Speisen wie Reis oder Brot gereicht wurde. Ähnliche Wörter gibt es auch in anderen südindischen Sprachen.
Portugiesische Händler, die ab dem 16. Jahrhundert an Indiens Küsten Handel trieben, schrieben das Wort als caril auf. Die Engländer machten daraus curry. In Indien selbst haben die Gerichte meist eigene Namen, etwa Korma, Dal oder Sambar. Curry ist ein Sammelbegriff, den vor allem Europäer für viele verschiedene Gerichte benutzten.
Wenn Sie die Geschichte gleich im Topf haben möchten: unser BIO-Currypulver nach südindischem Familienrezept, mild oder scharf:
Wer hat Curry erfunden?
Curry hat niemand allein erfunden, und es wurde auch nicht an einem bestimmten Ort erfunden. Die Gerichte sind über Jahrhunderte in indischen Familienküchen entstanden, jede Region und fast jede Familie hat ihre eigene Masala, ihre eigene Gewürzmischung.
Erfunden wurde dagegen das fertige Currypulver. Die britischen Kolonialherren waren diejenigen, die das Rezept des Madras-Curry-Gewürzes abwandelten und im 18. Jahrhundert nach Europa brachten. Allerdings waren sie mit den vielfältigen Varianten und der Zubereitung der Masalas überfordert. So ließen sie eine Mischung kreieren, die für den europäischen Geschmack verträglicher war.
Currypulver: eine europäische Erfindung
Currypulver ist eine Erfindung für die europäische Küche, gemacht nach indischem Vorbild. In Indien röstet und mahlt man die Gewürze meist frisch für das jeweilige Gericht. Wer nach Jahren in Indien nach England zurückkehrte, wollte den vertrauten Geschmack aber auch ohne indische Köchin haben.
Das erste englische Curry-Rezept gilt als 1747 gedruckt, in einem damals sehr beliebten Kochbuch. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verkauften Händler in London bereits fertig gemischtes Currypulver. 1810 eröffnete dort das Hindoostane Coffee House, das als erstes indisches Restaurant der Stadt gilt.
Das Pulver war von Anfang an ein Kompromiss: gelb durch Kurkuma, mild bis mittelscharf, ein Rezept für viele Gerichte. Woraus es heute besteht und welche Gewürze welche Rolle spielen, erklären wir unter Currypulver Zutaten.
| Zeit | Ort | Was geschah |
|---|---|---|
| vor über 4.000 Jahren | Indus-Kultur | Spuren von Ingwer und Kurkuma in Kochtöpfen |
| 16. Jahrhundert | Indien | Portugiesen notieren das Wort als caril und bringen die Chili mit |
| um 1640 | Madras (Chennai) | Niederlassung der britischen Ostindien-Kompanie |
| 1747 | England | erstes gedrucktes englisches Curry-Rezept |
| Ende 18. Jahrhundert | London | fertiges Currypulver im Handel |
| 1810 | London | Hindoostane Coffee House, gilt als erstes indisches Restaurant der Stadt |
| 1949 | Berlin | Currywurst, der Überlieferung nach von Herta Heuwer |
| 1996 | Indien | Madras heißt offiziell Chennai |

Madras Curry: Woher kommt der Name?
Madras Curry ist nach der Stadt Madras benannt, die seit 1996 offiziell Chennai heißt. Sie ist die Hauptstadt von Tamil Nadu, einem Bundesstaat Indiens, und liegt an der Ostküste Südindiens am Golf von Bengalen.
Um 1640 gründete die britische Ostindien-Kompanie dort eine ihrer frühen Niederlassungen in Indien. Madras und weitere Teile Indiens waren bis 1947 Teil der britischen Kolonie. Viele Gewürze für den Handel nach Europa gingen über diesen Hafen, und so wanderte auch der Name der Stadt auf die Dosen.
Im Handel steht „Madras“ heute für eine Richtung: kräftig gelb-orange, warm und erdig, mit spürbarer Schärfe. Unser Madras Curry gelb gibt es mild und scharf, beide in BIO-Qualität.
Curry als Gericht oder Pulver: Was ist gemeint?
Mit Curry ist in Indien und England meist ein Gericht gemeint, ein Schmorgericht mit sämiger, gewürzter Sauce. In Deutschland meint man mit Curry fast immer das gelbe Currypulver. Beides gehört zusammen, aber nicht jedes Curry-Gericht wird mit Currypulver gekocht.
Eine häufige Verwechslung sind die Curryblätter. Sie stammen vom Currybaum und sind ein eigenes Gewürz, Currypulver wird nicht aus ihnen gemacht. Mehr zur Frage, was Curry eigentlich ist, finden Sie auf der Seite Currypulver Zutaten.
Wer hat die Currywurst erfunden?
Die Currywurst hat der Überlieferung nach Herta Heuwer erfunden, im September 1949 an ihrem Imbissstand in Berlin-Charlottenburg. Sie verrührte Tomatenmark mit Currypulver und weiteren Gewürzen zu einer Sauce und goss sie über gebratene Brühwurst. Die Zutaten soll sie von britischen Soldaten bekommen haben.
So schließt sich ein Kreis: Indische Würze kam über England nach Berlin und wurde dort zum Imbissklassiker. Andere Städte erzählen ihre eigene Version der Geschichte, Berlin gilt aber als Heimat der Currywurst.
Eine einfache Currysauce zum Selbermachen steht unter Curry Verwendung, ein ausführliches Rezept in unserem Beitrag Ein Hoch auf die Currywurst. Für eine kräftige Sauce nehmen Sie unser scharfes Currypulver.
Curry in der Welt: von Thailand bis Japan
Curry ist heute weit über Indien hinaus zu Hause, und jedes Land hat es sich zu eigen gemacht. In Thailand heißen die Gerichte gaeng und werden meist mit frischen Pasten aus Chili, Zitronengras und Galgant gekocht. Als Pulver bekommen Sie bei uns das Thai Curry rot und das Laos Curry grün.
Nach Japan kam Curry im 19. Jahrhundert über die Briten, dort wird es bis heute als mildes Kare mit Reis gegessen. In der Karibik, in Ostafrika und in Südafrika brachten indische Arbeiter ihre Gerichte mit. Unser Mangocurry zeigt, wie fruchtig eine Mischung werden kann.
Was ist in Currypulver drin?
In unserem Currypulver stecken laut Zutatenliste Koriander, Kurkuma, Senf, Chili, Ingwer, Kreuzkümmel und Bockshornkleesamen, alle aus kontrolliert biologischem Anbau (Kontrollstelle DE-ÖKO-009). Kurkuma gibt die Farbe, Koriander den Ton.
Spannend für die Geschichte ist die Chili. Sie kam erst im 16. Jahrhundert aus Amerika nach Indien, mehr dazu unter Chili Herkunft. Vorher brachten schwarzer und Langer Pfeffer die Schärfe ins Curry, wie Sie unter Pfeffer Herkunft nachlesen können. Ein Curry aus dem Mittelalter hätte deshalb deutlich pfeffriger geschmeckt.
Geschmack und Verwendung kurz erklärt
Currypulver schmeckt warm, erdig und leicht fruchtig, je nach Sorte mild oder mit spürbarer Schärfe. Es passt zu Reis, Linsen, Gemüse, Hähnchen und Fisch, zu Kokosmilch, Joghurt und süßen Partnern wie Mango oder Ananas. Rösten Sie es kurz in Fett an, dann entfaltet es seinen Duft. Mengen, Partner und Rezepte stehen ausführlich unter Curry Verwendung.
Häufige Fragen
Woher kommt Curry?
Curry kommt aus Indien, vor allem aus den Küchen Südindiens. Das fertige Currypulver ist dagegen eine Erfindung der britischen Kolonialzeit.
Wer hat Curry erfunden?
Curry hat niemand allein erfunden. Die Gerichte sind über Jahrhunderte in Indien entstanden, das Currypulver haben die Briten im 18. Jahrhundert nach indischem Vorbild für den europäischen Geschmack mischen lassen.
Was bedeutet das Wort Curry?
Das Wort Curry geht vermutlich auf das tamilische kari zurück, was so viel wie Gewürzsoße oder gewürzte Beilage bedeutet. Portugiesen schrieben es als caril, Engländer als curry.
Ist Currypulver indisch?
Currypulver ist nach indischem Vorbild gemischt, aber eine europäische Erfindung. In Indien werden die Gewürze meist frisch für jedes Gericht geröstet und gemahlen.
Wie heißt Madras heute?
Madras heißt seit 1996 offiziell Chennai. Die Stadt ist die Hauptstadt des südindischen Bundesstaats Tamil Nadu und gab dem Madras Curry seinen Namen.
Wer hat die Currywurst erfunden?
Die Currywurst hat der Überlieferung nach Herta Heuwer im September 1949 an ihrem Imbiss in Berlin-Charlottenburg erfunden.
War im Curry schon immer Chili?
Nein. Chili kam erst im 16. Jahrhundert aus Amerika nach Indien. Vorher sorgten schwarzer und Langer Pfeffer für die Schärfe.
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