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Geschichte des Salzes – wie ein weißes Korn Städte reich machte

Die Geschichte des Salzes reicht viele Jahrtausende zurück: In Europa wurde schon vor rund 8.000 Jahren Sole zu Salz gesotten. Weil Salz Fleisch, Fisch und Gemüse haltbar machte, war es lange so wertvoll, dass man es weißes Gold nannte. Salzorte wie Hallstatt und Lüneburg wurden reich, Salzstraßen durchzogen den Kontinent. Heute ist Salz ein Alltagsgut, und gutes Salz erzählt diese Geschichte noch immer mit.

Ein Topf Kartoffeln, ein Löffel Salz ins Wasser, ganz nebenbei. Für unsere Vorfahren wäre dieser Handgriff ein kleiner Luxus gewesen. Für Salz wurden Straßen gebaut, Steuern erhoben und Aufstände angezettelt. Es lohnt sich, beim nächsten Salzen kurz daran zu denken.

Geschichte des Salzes: Seit wann nutzen Menschen Salz?

Menschen nutzen Salz, seit sie sesshaft wurden und Vorräte anlegten, also seit mehreren Jahrtausenden. Die Geschichte von Salz als Handwerk beginnt in Europa vor rund 8.000 Jahren. Bei Lunca im heutigen Rumänien fanden Archäologen Spuren, dass Menschen dort Sole aus einer Quelle in Tongefäßen eindampften.

Auch in China, im Vorderen Orient und am Mittelmeer gewann man früh Salz, aus Salzseen, aus Quellen und aus dem Meer. Nachdem der Mensch erfahren hatte, dass Salz im Meer steckt, begann er es an flachen Küsten zu gewinnen. Daraus entstanden die Salzgärten, in denen bis heute Meersalz und Fleur de Sel wachsen.

Wer hat Salz entdeckt?

Salz hat niemand erfunden und auch nicht ein einzelner Mensch entdeckt. Es ist ein Mineral, das in Meeren, Salzseen und alten Gesteinsschichten vorkommt. Gefunden haben es die Menschen dort, wo es offen zutage trat: an Salzquellen, an Küsten und an Stellen, an denen Tiere den Boden ableckten.

Eine bekannte Überlieferung kommt aus dem heutigen Pakistan. Dort sollen Pferde aus dem Heer Alexanders des Großen an den Felsen geleckt und so ein Salzlager verraten haben. Aus diesem Salzgebirge stammt bis heute rosa Kristallsalz (auch bekannt als Himalaya-Salz), auch unser Kristallsalz.

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Salz als Konservierungsmittel: haltbar bis zum nächsten Sommer

Salz war über Jahrtausende das wichtigste Konservierungsmittel. Es entzieht Lebensmitteln Wasser, und wo kaum Wasser ist, verderben Fleisch und Fisch viel langsamer. So kamen Familien mit Vorräten durch den Winter, und Seefahrer überstanden lange Reisen.

  • Fleisch: Schinken, Speck und Wurst wurden gepökelt, also mit Salz eingerieben oder in Salzlake gelegt. Schon die Kelten machten Fleisch auf diese Weise haltbar.
  • Fisch: Hering wurde in Fässern zwischen Salzschichten haltbar gemacht. Klippfisch ist gesalzen und getrocknet, Stockfisch nur getrocknet.
  • Gemüse: Für Sauerkraut und saure Gurken braucht es Salz, damit die richtige Gärung einsetzt.
  • Seereisen: Auch die Wikinger sollen ihre leicht verderblichen Vorräte auf langen Fahrten mit Salz haltbar gemacht haben.

Die Ägypter salzten Fisch und Gemüse ein. Für ihre Mumien nahmen sie Natron, ein natürliches Salzgemisch, das den Körpern das Wasser entzog.

Weißes Gold: Warum war Salz so wertvoll?

Salz war so wertvoll, weil jeder es brauchte, aber nicht jeder es hatte. Wer weit weg von Meer und Salzquellen lebte, musste es kaufen, und der Weg dorthin war lang und teuer. Lange war Salz darum Mangelware und ein Mittel der Politik.

Wer eine Salzquelle oder einen Salzberg besaß, saß auf einem Schatz. Fürsten, Bischöfe und Städte stritten um diese Orte, erhoben Zölle und bauten Burgen zu ihrem Schutz. Der Name Salzburg erzählt bis heute davon, ebenso Orte wie Salzgitter oder Bad Salzuflen.

Hallstatt und die Salzberge der Alpen

In Hallstatt im österreichischen Salzkammergut graben Menschen seit der Bronzezeit Salz aus dem Berg, nach Funden vermutlich schon länger. Das Salz machte den kleinen Ort am See so bedeutend, dass eine ganze Epoche der europäischen Frühgeschichte nach ihm benannt ist: die Hallstattzeit.

Im Salz blieben Werkzeuge, Kleidung und Lederreste der frühen Bergleute erhalten, weil Salz sie vor dem Zerfall schützte. Im 18. Jahrhundert fanden Bergleute sogar einen Toten im Salz, den man den Mann im Salz nannte. Heute gehört die Landschaft um Hallstatt zum Welterbe.

Auch Hallein am Dürrnberg und Bad Reichenhall lebten vom Salz. Von Reichenhall führte man Anfang des 17. Jahrhunderts eine Soleleitung über viele Kilometer nach Traunstein. Die Sole floss durch hölzerne Rohre zu den Sudpfannen, weil dort genug Holz zum Sieden wuchs.

Salz im Mittelalter: Lüneburg und die Alte Salzstraße

Im Mittelalter war Salz eines der wichtigsten Handelsgüter Nordeuropas, und Lüneburg war sein Zentrum. Die Saline wurde im Jahr 956 erstmals urkundlich erwähnt. Aus einer reichen Solequelle sotten die Lüneburger in großen Pfannen Salz, das die Stadt reich und mächtig machte.

Über die Alte Salzstraße fuhren Fuhrwerke das Salz nach Lübeck. Von dort ging es mit Schiffen der Hanse in den Ostseeraum, wo man es für den Heringsfang brauchte. Ohne Salz kein haltbarer Hering, ohne Hering kein Handel. Die Lüneburger Saline arbeitete bis 1980, heute erzählt dort ein Salzmuseum ihre Geschichte.

Salzstraßen gab es in ganz Europa. Schon die Römer nannten eine ihrer ältesten Straßen Via Salaria, die Salzstraße. Über den Goldenen Steig trugen Säumer Salz aus Passau über den Bayerischen Wald nach Böhmen.

WannWoWas geschah
vor rund 8.000 JahrenLunca, Rumänienfrühe Spuren von Salzsieden aus Quellsole in Europa
seit der BronzezeitHallstatt, ÖsterreichSalzbergbau im Berg, später Namensgeber der Hallstattzeit
AntikeRomdie Via Salaria trägt das Salz schon im Namen
956Lüneburgerste urkundliche Erwähnung der Saline
MittelalterLüneburg bis LübeckAlte Salzstraße, Salz für den Heringshandel der Hanse
Anfang 17. JahrhundertBad ReichenhallSoleleitung nach Traunstein
1790Frankreichdie Revolution schafft die Salzsteuer Gabelle ab
1930IndienGandhis Salzmarsch zur Küste bei Dandi
1980Lüneburgdie Saline stellt den Betrieb ein

Salär und Salat: Salz in unserer Sprache

Wie wichtig Salz war, hört man bis heute in vielen Wörtern. Das Wort Salär, englisch salary, geht auf das lateinische salarium zurück, und darin steckt sal, das Salz. Oft heißt es, römische Soldaten seien mit Salz bezahlt worden. Belegt ist das nicht. Wahrscheinlicher ist, dass salarium ursprünglich ein Geld für den Kauf von Salz oder einfach den Sold meinte.

Auch in der Küche steckt das Salz in den Wörtern. Salat geht auf das italienische insalata zurück, eine gesalzene Speise. Salami ist gesalzene Wurst, und Sauce geht auf das lateinische salsa zurück, das Gesalzene. Redensarten wie „jemandem nicht das Salz in der Suppe gönnen“ zeigen, wie selbstverständlich Salz zum Leben gehörte.

Salz und Macht: Salzsteuer und Gandhis Salzmarsch

Weil jeder Salz brauchte, ließ es sich gut besteuern. In Frankreich war die Salzsteuer Gabelle über Jahrhunderte verhasst, die Revolution schaffte sie 1790 ab. Später kehrte sie zeitweise zurück.

Am bekanntesten ist Gandhis Salzmarsch von 1930. Die britische Kolonialverwaltung besaß das Salzmonopol, Inder durften Salz weder frei gewinnen noch verkaufen. Gandhi lief mit seinen Anhängern rund 385 Kilometer bis zur Küste bei Dandi und hob dort demonstrativ Salz auf. Der Salzmarsch ist bis heute ein zentrales Bild für Indiens Weg in die Unabhängigkeit.

Brot und Salz: Bräuche rund ums Salz

Brot und Salz zum Einzug in eine neue Wohnung schenkt man in Deutschland bis heute. Der Brauch wünscht, dass es im neuen Zuhause nie an dem Nötigsten fehlt. In Osteuropa begrüßt man Gäste mit einem Laib Brot und einem Schälchen Salz.

Auch der Aberglaube kennt das Salz. Verschüttetes Salz sollte Unglück bringen, vielleicht, weil es einmal so kostbar war. Wer eine Prise über die linke Schulter warf, wollte das Unglück wieder abwenden.

Salz heute: vom Schatz zum Alltagsgut

Heute ist Salz in jedem Haushalt zu finden und durch die moderne Gewinnung zum Alltagsgut geworden. Bergwerke, Solebohrungen und große Meersalinen liefern es in riesigen Mengen. Der größte Teil geht in die Industrie und im Winter auf die Straßen, nur ein kleiner Teil in die Küche.

Gerade deshalb ist das handwerkliche Salz zurückgekehrt. Fleur de Sel wird wie vor Jahrhunderten von Hand abgeschöpft, Rauchsalz über Buchenholz geräuchert. Wie die Salzblume entsteht und wo sie herkommt, lesen Sie auf unseren Seiten Flor de Sal und Fleur de Sel Herkunft.

Welche Salzarten es heute gibt, vom Siedesalz bis zum Steinsalz, erklärt unser Ratgeber Salzarten von Meersalz bis Fleur de Sel. In unserem Gourmet Salz Sortiment finden Sie grobes Kristallsalz für Topf und Mühle, Flor de Sal für den Teller und dänisches Rauchsalz. Wer Salz kaufen möchte, bekommt es bei uns im wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel.

Häufige Fragen

Seit wann gibt es Salz?

Salz gibt es seit Urzeiten in Meeren und Gesteinen. Menschen gewinnen es gezielt seit mehreren Jahrtausenden, in Europa seit rund 8.000 Jahren.

Wer hat Salz entdeckt?

Niemand hat Salz erfunden oder als Einzelner entdeckt. Menschen fanden es an Küsten, Salzquellen und Stellen, an denen Tiere den salzigen Boden ableckten.

Warum war Salz früher so wertvoll?

Salz war wertvoll, weil man damit Lebensmittel haltbar machte und es fern von Meer und Salzquellen nur über lange, teure Handelswege zu bekommen war. Darum nannte man es weißes Gold.

Wurden römische Soldaten mit Salz bezahlt?

Das ist nicht belegt. Das Wort Salär geht zwar auf das lateinische salarium und sal, Salz, zurück, gemeint war aber wahrscheinlich Geld für Salz oder der Sold.

Wie wurde Salz als Konservierungsmittel genutzt?

Salz entzieht Lebensmitteln Wasser. So wurden Schinken gepökelt, Hering in Salz eingelegt und Gemüse wie Sauerkraut mit Salz haltbar gemacht.

Was war die Alte Salzstraße?

Die Alte Salzstraße war ein Handelsweg, auf dem Salz aus Lüneburg nach Lübeck gebracht wurde. Von dort ging es mit der Hanse in den Ostseeraum.

Was war Gandhis Salzmarsch?

1930 lief Gandhi rund 385 Kilometer zur Küste bei Dandi, um gegen das britische Salzmonopol zu protestieren. Der Marsch wurde zum Symbol für Indiens Unabhängigkeit.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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