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Botanik und Anbau von Kreuzkümmel (Cumin)

Kreuzkümmel ist eine Pflanze aus der Familie der Doldenblütler, botanisch Cuminum cyminum, auch Cumin genannt. Die einjährige, zierliche Pflanze wird 20 bis 50 Zentimeter hoch und braucht viel Wärme und Sonne. Angebaut wird sie vor allem in Indien, im Iran und in der Türkei, und das Gewürz, das Sie als Kreuzkümmel kennen, sind ihre getrockneten Früchte.

Zerreiben Sie ein paar Körner Kreuzkümmel zwischen den Fingern, und sofort steigt dieser warme, erdige Duft auf. Jedes dieser schmalen, gerippten Körner ist eine kleine Frucht. Gereift ist sie an einer zarten Pflanze, die kaum kniehoch wird, weiß oder zartrosa blüht und vor allem eines will: Sonne.

Kreuzkümmel Pflanze: Cuminum cyminum, ein Doldenblütler

Kreuzkümmel, auch Cumin (Cuminum cyminum) genannt, gehört zur Familie der Doldenblütler. Zu dieser Familie zählen auch Petersilie, Dill, Fenchel, Koriander und Kümmel. Mit dem Kümmel ist Kreuzkümmel trotz des ähnlichen Namens nur entfernt verwandt und schmeckt deutlich anders: erdig-warm statt frisch.

Kreuzkümmel ist eine einjährige Pflanze, die die Wärme liebt. Sie keimt, blüht und reift in einem einzigen Sommer und stirbt danach ab. Was wir als Gewürz kaufen, sind ihre getrockneten Früchte.

Cumin ist der englische und französische Name, im Deutschen sagt man auch Kumin, Mutterkümmel oder Römischer Kümmel. Auf Türkisch heißt Kreuzkümmel Kimyon. Weitere Namen in anderen Sprachen finden Sie auf unserer Seite Kreuzkümmel Verwendung.

Wie sieht die Kreuzkümmelpflanze aus? Blätter und Blüte

Die Kreuzkümmelpflanze ist zierlich und wird meist 20 bis 50 Zentimeter hoch. Aus einem dünnen, verzweigten Stängel wachsen fein zerteilte, fadenförmige Blätter, die an Dill oder Fenchelgrün erinnern. Im Beet wirkt sie luftig und fast ein wenig zerbrechlich.

Die Kreuzkümmel Blüte sitzt in kleinen Dolden, den schirmartigen Blütenständen, die der ganzen Familie ihren Namen geben. Die winzigen Blüten sind weiß bis zartrosa. Bei uns blüht Kreuzkümmel im Hochsommer, in seinen Anbauländern je nach Aussaat schon im Winter oder Frühjahr.

Aus jeder befruchteten Blüte entsteht eine schmale, längliche Frucht. Sie ist zuerst grünlich, wird beim Reifen graubraun und zerfällt bei der Ernte oft in zwei Hälften.

Wer lieber kocht als gärtnert: unser Kreuzkümmel ganz und gemahlen, im Aromaschutzbeutel von 50g bis 1kg:

Alle Sorten und Größen: Kreuzkümmel

Wie wächst Kreuzkümmel?

Kreuzkümmel wächst aus Samen, schnell und in einem einzigen Durchgang: Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen etwa drei bis vier Monate. Bei rund 20 Grad keimt die Saat nach ein bis zwei Wochen. Danach wächst die Pflanze zügig, blüht nach etwa zwei Monaten und setzt dann ihre Früchte an.

Dafür braucht Kreuzkümmel eine lange, warme und eher trockene Zeit. Regen und feuchte Luft während der Reife bekommen ihm schlecht, dann faulen Blüten und Früchte leichter. Kreuzkümmel ist eine recht anspruchslose Pflanze, die aber ohne ausreichend viel Wärme und Licht nicht richtig gedeihen kann.

Wo wächst Kreuzkümmel? Heimat und Anbaugebiete

Kreuzkümmel wächst dort, wo es lange warm und trocken ist: in Indien, im Iran, in der Türkei, in Syrien und in Ägypten. Dazu kommen weitere Länder rund um das Mittelmeer und in Zentralasien. Seine Heimat liegt vermutlich im östlichen Mittelmeerraum und in Vorderasien. Dort wird er seit Jahrtausenden angebaut.

Mit Abstand der größte Erzeuger ist Indien, vor allem die trockenen Bundesstaaten Gujarat und Rajasthan im Westen des Landes. Gesät wird dort nach dem Monsun im Herbst, geerntet im Spätwinter. Einen großen Teil der Ernte verbraucht Indien selbst, denn Jeera, wie Kreuzkümmel auf Hindi heißt, gehört dort in fast jede Küche.

Wie das Gewürz zu den alten Ägyptern, nach Rom und später bis nach Mexiko kam, erzählen wir auf der Seite Kreuzkümmel Herkunft und Geschichte.

Kreuzkümmel anbauen: Aussaat, Standort und Pflege

Kreuzkümmel anbauen gelingt in Mitteleuropa nur mit Vorsprung und viel Sonne. Im mitteleuropäischen Raum ist die Anzucht im Freien daher nur in den warmen Weinanbaugebieten gut möglich. Die Pflanze wird aus den Samen gezogen, die schon im Spätwinter auf der warmen Fensterbank zum Keimen gebracht werden sollten.

Bei der Aussaat dürfen die durchschnittlichen Temperaturen nicht unter 15 bis 18 Grad Celsius liegen. Streuen Sie die Saat dünn aus und bedecken Sie sie nur leicht mit Erde. Weil Kreuzkümmel das Umsetzen schlecht verträgt, ziehen Sie ihn am besten gleich in kleinen Töpfen vor und pflanzen ihn mit dem ganzen Wurzelballen.

Erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) können die jungen Kreuzkümmelpflanzen ins Freie gepflanzt werden. Am besten wird ein sonniger Standort mit nährstoff- und humusreichem Boden gewählt, der mäßig trocken ist. Staunässe verträgt er schlecht.

Der Pflanzabstand der Jungpflanzen beträgt etwa 15 Zentimeter. Humusdüngung und regelmäßige, aber nicht übermäßige Wassergaben bekommen dem Kreuzkümmel besonders gut. Damit er gut gedeiht, sollte die Erde in kurzen Abständen aufgelockert und aufkeimendes Unkraut entfernt werden. Gegen kräftige Wildkräuter setzen sich die zarten Pflänzchen kaum durch.

Kreuzkümmel ernten, trocknen und dreschen

Kreuzkümmel wird geerntet, sobald sich das Kraut gelb verfärbt und die Früchte graubraun werden. In Mitteleuropa werden die Samen im Spätsommer reif, in Indien im Februar und März. Für die Ernte wird das Kraut abgeschnitten, am besten morgens, solange es noch feucht vom Tau ist. Dann fallen weniger reife Früchte aus.

Damit die Samen richtig ausreifen und trocknen können, werden die abgeschnittenen Stängel samt Blättern und Samen in der Sonne zum Trocknen ausgebreitet. Im eigenen Garten hängen Sie die Pflanzen an einem luftigen, warmen Platz kopfüber in eine Papiertüte.

Danach wird gedroschen: Man schlägt oder reibt die trockenen Pflanzen aus, bis sich die Früchte lösen. Ein Sieb trennt sie von Stängelresten, die leichte Spreu weht ein Luftzug fort. In den Anbauländern übernehmen das heute meist Dreschmaschinen, auf kleinen Höfen wird mancherorts noch von Hand gedroschen.

Anschließend wird die Saat gereinigt, nachgetrocknet und verpackt. So kommt sie als ganzer Kreuzkümmel in den Handel oder wird zu Kreuzkümmelpulver vermahlen.

Kreuzkümmel selber anbauen: lohnt sich das?

Kreuzkümmel selber anbauen ist ein schönes Experiment für Balkon, Garten oder Gewächshaus. Als Vorrat für die Küche lohnt es sich kaum, denn eine einzelne Pflanze trägt nur wenig Saat. Für ein volles Gewürzglas brauchen Sie ein ganzes Beet und einen sonnigen Sommer.

Am sichersten gelingt es im Topf: ein breiter Kübel mit durchlässiger Kräutererde, an der wärmsten Südwand oder im Gewächshaus. Bei Dauerregen stellen Sie den Topf unter ein Vordach.

Saatgut bekommen Sie im Gartenfachhandel oder bei Versendern für Kräutersaatgut. Eine fertige Kreuzkümmel Pflanze zu kaufen ist schwieriger, nur manche Kräutergärtnereien bieten Jungpflanzen im Frühjahr an. Ob ganze Samen aus dem Gewürzregal keimen, ist Glückssache, denn Gewürzware wird nicht auf Keimfähigkeit ausgewählt.

Wer vor allem mit Kreuzkümmel kochen möchte, ist mit Kreuzkümmel aus unserem Shop schneller am Ziel: ganz oder gemahlen, von 50g bis 1kg, im wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel.

Kreuzkümmel (Cumin)
Botanischer NameCuminum cyminum
FamilieDoldenblütler (Apiaceae)
Lebensdauereinjährig, frostempfindlich
Wuchshöhe20 bis 50 Zentimeter
Blüteweiß bis zartrosa, in kleinen Dolden
AussaatVorziehen ab Spätwinter, bei 15 bis 18 Grad und mehr
Auspflanzennach den Eisheiligen (Mitte Mai)
Pflanzabstandetwa 15 Zentimeter
Standort und Bodensonnig und warm, nährstoff- und humusreich, mäßig trocken
ErnteSpätsommer, wenn das Kraut gelb wird
Größtes AnbaulandIndien

Kreuzkümmelsaat: Warum die Samen eigentlich Früchte sind

Kreuzkümmelsaat besteht botanisch aus Früchten, auch wenn alle von Samen sprechen. Doldenblütler bilden sogenannte Spaltfrüchte. Jede zerfällt bei der Reife in zwei schmale Teilfrüchte, und in jeder steckt ein einziger Samen, der fest mit der Fruchtwand verwachsen ist.

Darum sieht ein Kreuzkümmelkorn so aus, wie es aussieht: länglich, etwa fünf Millimeter lang, hellbraun bis graubraun und mit feinen Längsrippen. Oft hängt an einem Ende noch ein winziges Stielchen. Bei Kümmel, Fenchel und Koriander ist es genauso, im Handel heißen sie trotzdem Samen oder Saat.

Gute Kreuzkümmelsaat erkennen Sie an gleichmäßigen, trockenen Körnern mit wenig Bruch und an einem klaren, warm-würzigen Duft beim Öffnen. Bei uns können Sie Kreuzkümmel-Samen kaufen, ganz oder fein gemahlen als Kreuzkümmelpulver.

Kreuzkümmel Saat: ganze getrocknete Kreuzkümmelfrüchte
Kreuzkümmel-Saat: die länglichen, gerippten Früchte der Pflanze, ganz und getrocknet.

Sind Kümmel und Kreuzkümmel verwandt?

Kümmel und Kreuzkümmel sind verwandt, aber nur entfernt: Beide gehören zu den Doldenblütlern, stehen dort jedoch in verschiedenen Gattungen. Kümmel heißt botanisch Carum carvi, Kreuzkümmel Cuminum cyminum. Die Pflanzen sehen sich ähnlich, Aroma und Ansprüche sind verschieden.

Die Kümmel Pflanze ist meist zweijährig und winterhart. Sie wächst bei uns wild auf Wiesen und an Wegrändern, auch in Deutschland. Im ersten Jahr bildet sie nur Blätter, erst im zweiten blüht sie und trägt Früchte. Angebaut wird Kümmel in Europa vor allem in Finnland, in den Niederlanden und in Osteuropa, in Deutschland nur auf kleinen Flächen.

Kreuzkümmel dagegen ist einjährig, frostempfindlich und braucht den Süden. Woran Sie die Körner unterscheiden und welches Gewürz in welches Gericht gehört, lesen Sie im Ratgeber Unterschied Kümmel und Kreuzkümmel. Unseren Kümmel gibt es ebenfalls ganz und gemahlen.

Ist Schwarzkümmel auch Kreuzkümmel?

Nein, Schwarzkümmel ist botanisch etwas ganz anderes und mit Kreuzkümmel nicht verwandt. Er heißt Nigella sativa und gehört zu den Hahnenfußgewächsen, wie Rittersporn und Akelei. Im Garten ist die Jungfer im Grünen seine nahe Verwandte. Seine kleinen, tiefschwarzen, kantigen Körner sind echte Samen aus einer Kapsel, und den Vergleich aller drei finden Sie unter Kümmel, Kreuzkümmel und Schwarzkümmel.

Wie schmeckt Kreuzkümmel und wozu passt er?

Kreuzkümmel schmeckt warm, erdig und leicht herb, geröstet wird er nussig und milder. Er passt zu Hummus, Falafel, Linsen, Currys, Chili con Carne, Lamm und Ofengemüse. Mengen, Röst-Tipps, Ersatz und die besten Gewürzpartner stehen in unserem Ratgeber Kreuzkümmel (Cumin) Verwendung. Dort lesen Sie auch, warum manche Menschen Kreuzkümmel lieben und andere ihn nicht mögen.

Häufige Fragen

Was für eine Pflanze ist Kreuzkümmel?

Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Sie wird 20 bis 50 Zentimeter hoch, blüht weiß bis zartrosa und braucht viel Wärme.

Wie wächst Kreuzkümmel?

Kreuzkümmel wächst aus Samen und reift in einem einzigen Sommer: Nach drei bis vier Monaten sind die Früchte erntereif. Dafür braucht er Sonne, Wärme und eher trockenes Wetter.

Wo wächst Kreuzkümmel?

Kreuzkümmel wächst in warmen, trockenen Regionen, vor allem in Indien, im Iran, in der Türkei, in Syrien und in Ägypten. Seine Heimat liegt vermutlich im östlichen Mittelmeerraum und in Vorderasien.

Kann man Kreuzkümmel in Deutschland anbauen?

Ja, wenn Sie ihn ab dem Spätwinter vorziehen und ihm einen sehr sonnigen, warmen Platz geben. Am besten gelingt es in Weinbaugegenden, im Gewächshaus oder im Kübel an einer Südwand.

Wann wird Kreuzkümmel geerntet?

Kreuzkümmel wird geerntet, wenn das Kraut gelb wird und die Früchte graubraun sind, in Mitteleuropa im Spätsommer. Danach werden die Pflanzen getrocknet und gedroschen.

Sind Kreuzkümmelsamen Samen oder Früchte?

Botanisch sind es Früchte, genauer die Teilfrüchte einer Spaltfrucht. In jeder steckt ein einziger Samen, der fest mit der Fruchtwand verwachsen ist.

Sind Kümmel und Kreuzkümmel verwandt?

Nur entfernt: Beide gehören zu den Doldenblütlern, aber zu verschiedenen Gattungen. Sie schmecken deutlich verschieden und lassen sich in der Küche kaum gegeneinander austauschen.

Ist Schwarzkümmel mit Kreuzkümmel verwandt?

Nein, Schwarzkümmel (Nigella sativa) gehört zu den Hahnenfußgewächsen und ist mit Kreuzkümmel nicht verwandt.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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