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Kreuzkümmel Herkunft – ein Gewürz, das seit Jahrtausenden reist

Kreuzkümmel hat seine Herkunft vermutlich im östlichen Mittelmeerraum und in Vorderasien, wo er seit Jahrtausenden angebaut wird. Schon im alten Ägypten, bei Griechen und Römern war Cumin ein alltägliches Gewürz. Später wurde Indien zu seiner zweiten Heimat und zum größten Erzeuger, und mit spanischen Seefahrern kam er vermutlich im 16. Jahrhundert nach Amerika.

Wenn Sie heute eine Prise Kreuzkümmel in Ihr Chili streuen, tun Sie etwas, das Menschen schon vor mehr als dreitausend Jahren getan haben. In alten Siedlungen im heutigen Syrien lagen seine Samen, in römischen Kochbüchern taucht Cumin immer wieder auf. Kaum ein Gewürz ist so weit gereist und hat dabei so viele Namen gesammelt.

Kreuzkümmel Herkunft: Woher kommt Kreuzkümmel?

Kreuzkümmel kommt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien, sein genauer Ursprung lässt sich aber nicht mehr bestimmen. Botaniker verorten seine Heimat im Raum zwischen der Levante, dem Iran und Zentralasien. Dort wird er so lange angebaut, dass niemand mehr sagen kann, wo die erste Pflanze stand.

Die Pflanze ist ein zierlicher, einjähriger Doldenblütler, der Hitze und Trockenheit liebt. Genau dieses Klima herrscht in den Regionen, in denen er seit Jahrtausenden wächst. Wie sie aussieht und wie sie angebaut wird, zeigen wir unter Kreuzkümmel Pflanze und Anbau.

Was Sie als Kreuzkümmel ganz oder gemahlen in der Küche haben, sind die getrockneten Früchte dieser Pflanze. Sie sind länglich, graubraun und fein gerippt und tragen den Duft, der seit der Antike Menschen begeistert oder abschreckt.

Was ist Cumin?

Cumin ist der internationale Name für Kreuzkümmel, die getrockneten Früchte von Cuminum cyminum. So heißt er auf Englisch und Französisch, und so steht er in vielen Rezepten. Mit Kurkuma hat Cumin nichts zu tun, auch wenn beide Namen ähnlich klingen und oft im selben Curry stecken.

Auch mit unserem heimischen Kümmel ist Cumin nicht gleichzusetzen. Die beiden Pflanzen sind nur entfernt verwandt und schmecken sehr verschieden. Woran Sie die Körner unterscheiden, lesen Sie unter Unterschied Kümmel und Kreuzkümmel.

Kümmel, Kreuzkümmel und Schwarzkümmel im Vergleich
Kümmel, Kreuzkümmel und Schwarzkümmel: drei Samen, drei Herkünfte.

Ein Gewürz mit Jahrtausende alter Geschichte: unser Kreuzkümmel ganz und gemahlen, im Aromaschutzbeutel von 50g bis 1kg.

Alle Sorten und Größen: Kreuzkümmel

Die Geschichte von Kreuzkümmel (Cumin): Syrien, Ägypten und die Bibel

Die Geschichte von Kreuzkümmel reicht weit zurück. Im heutigen Syrien fanden Archäologen Kreuzkümmelsamen in Siedlungsresten, die mehrere tausend Jahre alt sind. Für das alte Ägypten ist das Gewürz seit dem zweiten Jahrtausend vor Christus in Texten belegt.

Schon in biblischen Zeiten wurde Kreuzkümmel in Westasien kultiviert. Der Prophet Jesaja beschreibt, dass man ihn mit dem Stock ausklopft und nicht mit dem schweren Dreschschlitten. Im Matthäusevangelium geben die Pharisäer sogar den Zehnten von Minze, Dill und Kreuzkümmel. Viele deutsche Bibeln übersetzen ihn dort schlicht als Kümmel.

Kreuzkümmel bei Griechen und Römern

Bei den Griechen hieß das Gewürz kyminon. Es soll auf vielen Tischen in einem eigenen Gefäß gestanden haben, ähnlich wie bei uns heute der Pfeffer. Einen Geizhals verspotteten die Griechen der Überlieferung nach als Kümmelspalter, als würde er selbst ein winziges Korn noch teilen. Im Deutschen kennt man das Wort bis heute für kleinliche Pedanten.

In Rom war Cumin ein Alltagsgewürz. Das römische Kochbuch, das unter dem Namen Apicius überliefert ist, nennt ihn immer wieder für Saucen, Fisch und Gemüse. Angebaut wurde er rund um das Mittelmeer. Die kleine maltesische Insel Comino trägt der Überlieferung nach seinen Namen, weil dort einst Kreuzkümmel wuchs.

Kreuzkümmel im Mittelalter: Klostergärten und Gewürzhandel

Nach Mittel- und Nordeuropa kam Kreuzkümmel spätestens im Mittelalter. Er wuchs in Klostergärten und gehörte zu den Gewürzen, die Händler aus dem Süden mitbrachten. Weil er bei uns nur in warmen Sommern ausreift, blieb er teurer als der heimische Kümmel.

Mit der Zeit setzte sich in der deutschen Küche der Kümmel durch, im Brot, im Kohl und im Sauerkraut. Kreuzkümmel geriet bei uns fast in Vergessenheit. Zurück kam er erst mit der türkischen, indischen und mexikanischen Küche, mit Döner, Curry und Chili con Carne.

Kreuzkümmel in Indien: Jeera

In Indien ist Kreuzkümmel seit vielen Jahrhunderten zu Hause und heißt dort Jeera. Wann genau er dorthin kam, ist nicht sicher geklärt. Heute ist Indien mit Abstand der größte Erzeuger, vor allem die trockenen Bundesstaaten Gujarat und Rajasthan im Westen des Landes. Ein großer Teil der Ernte bleibt im Land.

Weil so viel der Welternte aus wenigen Regionen kommt, schlagen schlechte Jahre dort auf den ganzen Markt durch. Bringen Regen oder große Hitze zur Reifezeit die Ernte durcheinander, wird Kreuzkümmel weltweit teurer und mancherorts rar. Darum ist er im Handel manchmal schwerer zu bekommen als sonst.

Wie kam Kreuzkümmel nach Amerika?

Nach Amerika kam Kreuzkümmel sehr wahrscheinlich im 16. Jahrhundert mit spanischen und portugiesischen Seefahrern und Siedlern. In Spanien war Comino damals längst ein gängiges Gewürz, auch durch die lange arabische Prägung des Landes. In Mexiko und später im Südwesten der USA fand er seine Partner: Chili, Bohnen und Mais.

Heute schmecken Tacos, Bohnengerichte und Chili con Carne ganz selbstverständlich nach Cumin. Für ein Chili mit vier Portionen reichen meist ein bis zwei Teelöffel gemahlener Kreuzkümmel, kurz im Fett angeröstet.

ZeitOrtWas geschah
vor mehreren tausend JahrenVorderasien, heutiges SyrienKreuzkümmelsamen in Siedlungsresten
2. Jahrtausend v. Chr.Ägyptenin Texten als Gewürz belegt
AntikeGriechenland und RomAlltagsgewürz, oft auf dem Tisch
MittelalterMittel- und NordeuropaKlostergärten und Gewürzhandel
16. JahrhundertMexiko und Amerikavermutlich mit spanischen Seefahrern
heuteIndiengrößter Erzeuger der Welt

Cumin, Kimyon, Kammun: Woher der Name stammt

Der Name Cumin ist uralt und stammt aus den semitischen Sprachen des Alten Orients. Im Akkadischen hieß das Gewürz kamunu, im Hebräischen kammon, auf Arabisch heißt es bis heute kammun. Daraus wurden das griechische kyminon und das lateinische cuminum.

Von dort führen die Wege in viele Sprachen. Auf Türkisch heißt Kreuzkümmel Kimyon, auf Spanisch Comino, auf Englisch und Französisch Cumin. Steht auf einer arabischen Packung Kamoun oder Kammun, ist auf Deutsch Kreuzkümmel gemeint. Auf Persisch heißt er Zireh, in Indien Jeera.

Der botanische Name Cuminum cyminum verdoppelt das Wort sogar: einmal lateinisch, einmal griechisch. Botaniker haben so festgehalten, was seit Jahrtausenden in den Kochtöpfen steckt.

Warum heißt Kreuzkümmel Kreuzkümmel?

Woher das „Kreuz“ im Namen kommt, ist nicht sicher geklärt. Sicher ist dagegen, dass das deutsche Wort Kümmel selbst auf das lateinische cuminum zurückgeht und ursprünglich den Kreuzkümmel meinte. Als der heimische Kümmel diesen Namen übernahm, brauchte das südliche Gewürz einen Zusatz, um die beiden zu unterscheiden.

Andere deutsche Namen sind Kumin, Mutterkümmel und Römischer Kümmel. Der letzte erinnert daran, wie beliebt das Gewürz bei den Römern war. Im Handel und in Rezepten setzt sich heute meist Cumin durch.

Wie schmeckt Kreuzkümmel und wozu passt er?

Kreuzkümmel schmeckt warm, erdig und leicht herb, geröstet wird er nussig und milder. Er passt zu Kichererbsen, Linsen, Lamm, Reis und Joghurt und zu Gewürzen wie Paprika, Koriander und Kurkuma. An seinem Geschmack scheiden sich seit jeher die Geister: Die einen lieben ihn, die anderen mögen ihn gar nicht. Warum das so ist und wie Sie ihn dosieren, lesen Sie unter Kreuzkümmel (Cumin) Verwendung.

Kreuzkümmel kaufen: ganz oder gemahlen

Wenn Sie heute Kreuzkümmel kaufen, halten Sie ein Stück dieser langen Geschichte in der Hand. Ganze Samen behalten ihr Aroma länger und duften frisch angeröstet am stärksten. Gemahlener Kreuzkümmel ist schneller zur Hand, verliert aber früher an Kraft.

Gute Ware erkennen Sie an gleichmäßigen, trockenen Samen mit wenig Bruch und an einem klaren, warm-würzigen Duft beim Öffnen. Wir füllen beide Formen von 50g bis 1kg in wiederverschließbare Aromaschutzbeutel, die Licht und Luft draußen halten.

Häufige Fragen

Woher kommt Kreuzkümmel?

Kreuzkümmel kommt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien. Heute wird er vor allem in Indien angebaut, dazu im Iran, in der Türkei, in Syrien und Ägypten.

Was ist Cumin?

Cumin ist der internationale Name für Kreuzkümmel, die getrockneten Früchte der Pflanze Cuminum cyminum. So heißt das Gewürz auf Englisch und Französisch.

Ist Cumin das Gleiche wie Kurkuma?

Nein, Cumin ist Kreuzkümmel, ein Samengewürz aus der Familie der Doldenblütler. Kurkuma ist der gelbe Wurzelstock einer Ingwerpflanze.

Seit wann gibt es Kreuzkümmel?

Kreuzkümmel wird seit mehreren tausend Jahren verwendet. Funde aus dem heutigen Syrien und Texte aus dem alten Ägypten zeigen, dass er schon im zweiten Jahrtausend vor Christus ein Gewürz war.

Warum heißt Kreuzkümmel Kreuzkümmel?

Woher das „Kreuz“ kommt, ist nicht sicher geklärt. Das Wort Kümmel stammt vom lateinischen cuminum und meinte ursprünglich den Kreuzkümmel, der Zusatz unterscheidet ihn heute vom heimischen Kümmel.

Was ist Kamoun auf Deutsch?

Kamoun oder Kammun ist das arabische Wort für Kreuzkümmel. Auf Türkisch heißt er Kimyon, auf Englisch Cumin.

Warum ist Kreuzkümmel manchmal schwer zu bekommen?

Ein großer Teil der Welternte kommt aus wenigen Regionen Indiens. Schlechte Ernten dort machen Kreuzkümmel weltweit teurer und zeitweise rar.

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Dirk Schneider
Dirk Schneider, Gründer von Azafran – Familienunternehmen aus Elmshorn seit 2011.
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