Matcha Pflanze – warum Ihr grünes Pulver an einem Teestrauch im Schatten wächst
Eine eigene Matcha Pflanze gibt es nicht: Matcha stammt vom Teestrauch Camellia sinensis, aus dem auch Sencha und Schwarztee entstehen. Den Unterschied machen Anbau und Verarbeitung. Die Sträucher stehen vor der Frühjahrsernte drei bis vier Wochen im Schatten, danach werden die zarten Blätter gedämpft, getrocknet und fein gemahlen, so wie unser BIO-Matcha aus Japan.
Stellen Sie sich einen Hang in Japan vor, Ende April. Reihe an Reihe stehen runde, dunkelgrüne Teehecken, und über manchen liegen schwarze Netze wie ein Zelt. Darunter ist es kühl und dämmrig, die jungen Blätter leuchten fast neongrün. Genau hier wächst das Blatt, das später als Matcha in Ihrer Tasse landet.
- Matcha Pflanze: welche Pflanze steckt hinter Matcha?
- So sieht die Teepflanze aus
- Teesorten für Matcha: welche Kultivare wachsen dafür?
- Matcha Anbau: Klima, Boden und Teegarten
- Beschattung: warum die Matcha Pflanze im Schatten steht
- Ernte: wann die Blätter für Matcha gepflückt werden
- Eine Pflanze, drei Tees: Sencha, Gyokuro und Matcha
- Matcha selber anbauen: geht das in Deutschland?
- Matcha anbauen und selbst herstellen: was zu Hause realistisch ist
- Vom Strauch in die Küche: unser Matcha
- Häufige Fragen
Matcha Pflanze: welche Pflanze steckt hinter Matcha?
Die Matcha Pflanze ist der Teestrauch, botanisch Camellia sinensis. Er gehört zu den Teestrauchgewächsen und ist ein naher Verwandter der Kamelie, die bei uns als Zierpflanze in Gärten und Kübeln blüht. Aus demselben Strauch entstehen grüner Tee, Oolong, weißer Tee und Schwarztee.
Vom Teestrauch gibt es zwei große Varietäten. Die chinesische Form (var. sinensis) hat kleinere Blätter und verträgt kühleres Klima. Die Assam-Form (var. assamica) hat große Blätter und braucht tropische Wärme. Für japanischen Matcha nimmt man die kleinblättrige chinesische Varietät.
Wer nach der Matcha Tee Pflanze sucht, sucht die ganz normale Teepflanze. Was aus ihren Blättern einmal Matcha macht, ist der Weg dorthin: Schatten, Ernte und Verarbeitung. Wie Matcha nach Japan kam, erzählt unsere Seite Matcha Herkunft.

So sieht die Teepflanze aus
Der Teestrauch ist immergrün. Wild wächst er zu einem Busch oder kleinen Baum von mehreren Metern Höhe heran. Im Teegarten schneidet man ihn auf Hüfthöhe zurück, damit er dicht wird und viele junge Triebe bildet.
Die Blätter sind ledrig, glänzend dunkelgrün und am Rand fein gesägt. Junge Triebe sind hellgrün und tragen an der Unterseite feine, silbrige Härchen. Für Tee pflückt man nur die jüngsten Triebe: die Knospe und die obersten zwei bis drei Blätter.
Im Herbst blüht der Strauch. Die Blüten sind weiß, mit einem dichten Kranz gelber Staubgefäße in der Mitte, und duften zart. Daraus wachsen harte, braune Kapseln mit ein bis drei runden Samen. Im Teegarten spielen Blüten und Samen kaum eine Rolle, denn vermehrt wird über Stecklinge.
Unser BIO-Matcha in Kochqualität aus Japan, von 50g bis 400g:
Teesorten für Matcha: welche Kultivare wachsen dafür?
In Japan zieht man Teesträucher fast immer aus Stecklingen. So hat jeder Strauch einer Reihe dieselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. Diese Zuchtsorten heißen Kultivare, ähnlich wie Rebsorten beim Wein.
Für Matcha gelten einige Kultivare als besonders geeignet, etwa Samidori und Asahi aus der Gegend um Uji oder das weit verbreitete Okumidori. Sie bilden zarte, sehr grüne Blätter und reagieren gut auf den Schatten. Die bekannteste japanische Teesorte, Yabukita, wird vor allem zu Sencha verarbeitet.
Viele Matcha-Hersteller mischen Tencha aus mehreren Kultivaren, um Farbe und Geschmack Jahr für Jahr gleich zu halten. Welche Qualitätsstufen dabei entstehen, lesen Sie unter Matcha Sorten.
Matcha Anbau: Klima, Boden und Teegarten
Der Teestrauch liebt es warm, feucht und gleichmäßig. Er braucht viel Regen über das Jahr verteilt, milde Winter und einen sauren, lockeren Boden, in dem kein Wasser steht. Kalk mag er nicht.
Japanische Teegärten liegen oft an sanften Hängen oder in Flusstälern, wo Morgennebel die Blätter feucht hält. Die Sträucher stehen in langen, rund geschnittenen Hecken, zwischen denen gerade Platz für Mensch oder Erntemaschine bleibt. Aus der Luft sieht das aus wie grüne Raupen, die sich über die Hügel ziehen.
Die bekanntesten Gebiete für Matcha Anbau sind Uji bei Kyoto, Nishio in Aichi und Kagoshima im Süden. Mehr dazu steht auf unserer Seite Matcha Herkunft. Unser BIO Matcha stammt aus kontrolliert biologischem Anbau im Süden Japans.
Beschattung: warum die Matcha Pflanze im Schatten steht
Der Schatten ist das, was ein Teeblatt zum Matcha-Blatt macht. Etwa drei bis vier Wochen vor der Frühjahrsernte werden die Hecken abgedeckt, und das Licht wird nach und nach knapper. Am Ende kommt nur noch ein kleiner Rest Sonne durch.
Die Pflanze reagiert darauf wie jede Pflanze im Halbdunkel: Sie bildet mehr Blattgrün, um das wenige Licht zu nutzen. Daher kommt das satte, leuchtende Grün von gutem Matcha. Gleichzeitig bleiben mehr Aminosäuren im Blatt, die sonst in der Sonne zu herben Gerbstoffen umgebaut würden. Das Blatt schmeckt dadurch voller, milder und leicht brothig.
Es gibt zwei Arten, die Hecken zu beschatten. Beim Tana-Verfahren steht ein Gerüst über den Reihen, früher mit Schilfmatten und Stroh gedeckt, heute meist mit Netzen. Beim Jikagise-Verfahren liegen die Netze direkt auf den Sträuchern. Das Gerüst gilt als schonender und ist bei hohen Qualitäten üblich.
Ernte: wann die Blätter für Matcha gepflückt werden
Die wichtigste Ernte ist die erste im Frühjahr, je nach Gegend von Ende April bis in den Mai. Dann treiben die Sträucher nach der Winterruhe aus, und die jungen Blätter sind besonders zart und aromatisch. Aus dieser ersten Pflückung entstehen die feinsten Matcha-Qualitäten.
Später im Jahr treiben die Sträucher erneut aus, im Sommer und im Herbst. Diese Blätter sind kräftiger und herber. Für Matcha in Kochqualität ist das kein Nachteil, denn in Milch, Teig und Creme soll der Grüntee deutlich durchschmecken.
Nach der Ernte geht es schnell: Die Blätter werden kurz gedämpft, damit sie grün bleiben, flach getrocknet und von Stielen und Blattadern befreit. Das Ergebnis heißt Tencha und wird meist erst kurz vor dem Verkauf gemahlen. Wie das Mahlen in der Steinmühle funktioniert, steht auf der Seite Matcha Herkunft.
Eine Pflanze, drei Tees: Sencha, Gyokuro und Matcha
Wie stark Anbau und Verarbeitung den Tee prägen, zeigt der Vergleich. Alle drei stammen vom selben Strauch, oft sogar von denselben Kultivaren. Unseren japanischen grünen Tee gibt es als Sencha, Gyokuro und Kabusecha.
| Sencha | Gyokuro | Matcha | |
|---|---|---|---|
| Beschattung | keine, volle Sonne | etwa drei Wochen | drei bis vier Wochen |
| Verarbeitung | gedämpft und gerollt | gedämpft und gerollt | gedämpft, flach getrocknet, Adern entfernt |
| Form | grüne Nadeln | dunkelgrüne Nadeln | feines Pulver |
| Zubereitung | aufgießen, Blätter bleiben zurück | aufgießen, eher kühles Wasser | aufschlagen, das ganze Blatt wird getrunken |
| Geschmack | frisch, grasig, leicht herb | mild, voll, süßlich | kräftig grün, voll, je nach Qualität herb |
Matcha selber anbauen: geht das in Deutschland?
Einen Teestrauch können Sie auch in Deutschland ziehen. Gärtnereien verkaufen ihn als Teepflanze oder Camellia sinensis, manchmal auch unter dem Namen Matcha-Pflanze. Er wächst langsam und braucht einige Jahre, bis er nennenswert Blätter trägt.
Am wohlsten fühlt er sich im Kübel mit saurer Erde, wie sie auch Rhododendren bekommen. Gießen Sie mit Regenwasser, denn Kalk aus dem Leitungswasser verträgt er schlecht. Im Sommer steht er hell, aber nicht in praller Mittagssonne. Junge Pflanzen überwintern am besten kühl und hell im Haus, ältere vertragen leichten Frost.
Alles Weitere zur Pflege, zu Standort und Winterhärte finden Sie auf unserer Seite grüner Tee Anbau.
Matcha anbauen und selbst herstellen: was zu Hause realistisch ist
Wer seinen Strauch gut kennt, kann den Weg zum Matcha im Kleinen nachgehen. Er ist aufwendig, macht aber verständlich, warum echter Matcha seinen Preis hat:
- Den Strauch drei bis vier Wochen vor dem Frühjahrsaustrieb mit einem dichten Schattiernetz abdecken.
- Nur die Knospe und die zwei obersten Blätter pflücken.
- Die Blätter etwa 20 bis 30 Sekunden über Wasserdampf dämpfen und gleich abkühlen.
- Flach ausgebreitet bei niedriger Temperatur im Dörrgerät oder Ofen trocknen.
- Stiele und dicke Blattadern abzupfen, den Rest fein mahlen und durch ein Teesieb streichen.
Heraus kommt ein grünes Teepulver mit frischem Grüntee-Duft. An Matcha aus der Steinmühle reicht es selten heran, es bleibt gröber und herber. Aus einem Kübelstrauch werden außerdem nur wenige Gramm. Für den Alltag ist es deshalb ein schönes Experiment, kein Ersatz für den Vorrat.
Vom Strauch in die Küche: unser Matcha
Unser Matcha wird aus Teeblättern aus dem Süden Japans hergestellt, in Bio-Qualität, Kontrollstelle DE-ÖKO-009. Wir führen ihn bewusst als Kochqualität. Sie ist kräftiger als Zeremonie-Matcha und schmeckt in Latte, Desserts und Kuchen deutlich durch. Hier können Sie Matcha kaufen, von 50g bis 400g im Aromaschutzbeutel.
Im Geschmack ist er frisch, grasig und angenehm herb, mit einer feinen, vollen Note im Hintergrund. Mehr dazu und zu den passenden Partnern steht auf unserer Seite Matcha Tee. Wie Sie ihn mit Besen oder Milchaufschäumer zubereiten, zeigt Matcha Tee Zubereitung.
Häufige Fragen
Wie heißt die Matcha Pflanze?
Matcha stammt vom Teestrauch Camellia sinensis. Eine eigene Matcha-Pflanze gibt es nicht, aus demselben Strauch entstehen auch Sencha, Oolong und Schwarztee.
Ist Matcha dieselbe Pflanze wie grüner Tee?
Ja. Matcha ist grüner Tee aus beschatteten Blättern, die flach getrocknet und gemahlen werden. Sie trinken dabei das ganze Blatt mit.
Warum wird Matcha beschattet?
Im Schatten bildet die Pflanze mehr Blattgrün und behält mehr Aminosäuren. Das Blatt wird dadurch tiefgrün und schmeckt voller und milder.
Wann wird Matcha geerntet?
Die feinsten Blätter kommen aus der ersten Ernte im Frühjahr, je nach Gegend von Ende April bis Mai. Spätere Ernten sind kräftiger und eignen sich gut für Kochqualität.
Wo wird Matcha angebaut?
Vor allem in Japan, bekannt sind Uji bei Kyoto, Nishio und Kagoshima. Der Teestrauch braucht mildes, feuchtes Klima und sauren Boden.
Kann man Matcha selber anbauen?
Einen Teestrauch können Sie im Kübel mit saurer Erde ziehen. Daraus Matcha zu machen ist aufwendig: beschatten, dämpfen, trocknen, entrippen und mahlen. Das Ergebnis bleibt meist gröber als gekaufter Matcha.
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