Gewürze Definition – was ein Gewürz ist und was nur würzt
Gewürze sind nach der Definition des Deutschen Lebensmittelbuchs Pflanzenteile wie Samen, Früchte, Rinde, Wurzeln, Blüten oder Blätter, die mit ihrem eigenen Duft und Geschmack würzen. Meist sind sie getrocknet und ganz oder gemahlen, aber nicht mit anderen Zutaten vermischt. Salz, Zucker, Essig, Saucen und Extrakte zählen deshalb nicht dazu. Mehrere Gewürze zusammen ergeben eine Gewürzmischung, mit Salz oder Zucker eine Gewürzzubereitung oder ein Gewürzsalz.
Nehmen Sie eine grüne Kardamomkapsel zwischen Daumen und Zeigefinger und drücken Sie sie auf. Sofort steigt dieser kühle, fast blumige Duft auf, der eben noch in der Hülle eingeschlossen war. Genau das macht ein Gewürz aus: ein Stück Pflanze, das seinen Geschmack selbst mitbringt.
- Gewürze Definition: Was sind Gewürze?
- Warum schmecken Pflanzen überhaupt nach etwas?
- Was ist kein Gewürz? Salz, Zucker und Co.
- Gewürz oder Kraut: Wo liegt der Unterschied?
- Gewürzmischung, Gewürzzubereitung, Gewürzsalz: was auf der Packung steht
- Gewürze Bedeutung: Woher kommt das Wort Gewürz?
- Gewürz meaning: Was heißt Gewürz auf Englisch?
- Gewürze Sorten: Wie viele Gewürze gibt es?
- Geschichte der Gewürze: vom Pharaonengrab zum Pfeffersack
- Gewürze im Mittelalter: Spezereien als Luxus
- Woran erkennt man ein gutes Gewürz?
- Häufige Fragen
Gewürze Definition: Was sind Gewürze?
Gewürze sind getrocknete oder frische Pflanzenteile oder ganze Pflanzen, die zur Geschmacksverfeinerung von Speisen benutzt werden. Das ist die kurze Antwort, und sie trägt im Alltag weit.
Etwas genauer fassen es die Leitsätze für Gewürze des Deutschen Lebensmittelbuchs. Sinngemäß sind Gewürze dort Teile einer bestimmten Pflanzenart: Wurzeln, Wurzelstöcke, Zwiebeln, Rinden, Blätter, Kraut, Blüten, Früchte oder Samen. Sie sind in der Regel getrocknet und werden wegen ihres natürlichen Gehalts an Geschmacks- und Geruchsstoffen gegessen.
Wichtig ist das Wort natürlich. Ein Gewürz darf geschnitten, gerebelt oder gemahlen sein, aber es bleibt die Pflanze selbst. Unser Kardamom ist dafür ein gutes Beispiel: ganze Kapseln oder Pulver aus den Kapseln mit Kernen, und sonst nichts.
Warum schmecken Pflanzen überhaupt nach etwas?
Die Würze vieler Pflanzen ist eigentlich ein Nebenprodukt der Natur. Pflanzen bilden Duftstoffe, um Schädlinge und Fraßfeinde fernzuhalten, und genau diese Stoffe schmecken wir im Topf.
Nicht jede Pflanze eignet sich dafür. Viele Duftstoffe schmecken dem Menschen schlicht unangenehm. Gewürze sind die glückliche Auswahl, bei der Abwehr und Genuss zusammenfallen.
Deshalb sitzt das Aroma oft dort, wo die Pflanze am meisten zu schützen hat: in Samen, Knospen, Rinde und Wurzelstock. Welche Pflanzenteile im Gewürzglas landen, zeigt die Übersicht Gewürzarten.
Ein Gewürz, wie es im Buche steht: unser BIO-Kardamom aus Guatemala, als ganze Kapseln oder fein gemahlen.
Was ist kein Gewürz? Salz, Zucker und Co.
Pasten, Saucen, Extrakte, Salz und Zucker sind keine Gewürze. Sie würzen zwar, stammen aber entweder nicht direkt von einer Pflanze oder sind schon technisch verarbeitet.
Warum ist Salz kein Gewürz? Salz ist ein Mineral, keine Pflanze. Es verstärkt Geschmack, bringt aber kein eigenes Aroma aus Duftstoffen mit. Man nennt es deshalb eine würzende Zutat, kein Gewürz. Welche Salze es gibt und wie sie sich unterscheiden, steht bei Gourmet-Salz Arten.
Ähnlich ist es bei Zucker, Essig, Senf als fertiger Paste oder Sojasauce. Auch das Wort Würze meint im Handel oft eine flüssige Speisewürze, also etwas anderes als das Gewürz im Glas.
Gewürz oder Kraut: Wo liegt der Unterschied?
In der Küche nennt man die Blätter und zarten Triebe einer Pflanze Kräuter, die übrigen getrockneten Teile Gewürze. Das Lebensmittelbuch zieht keine so scharfe Grenze und zählt Blätter und Kraut ebenfalls zu den Gewürzen.
Beim Dill sehen Sie beides an einer Pflanze. Die feinen Dillspitzen sind ein Kraut für Gurkensalat und Fisch, die Dillsamen ein Gewürz für Eingelegtes. Unser Dill bringt die grüne Seite mit.
Beim Fenchel ist es genauso: Das Grün würzt wie ein Kraut, die getrockneten Fenchelsamen schmecken süßlich nach Anis und gehören in Brot, Tee und Tomatensauce. Für den Alltag reicht die Faustregel: Blatt gleich Kraut, alles andere gleich Gewürz.
Gewürzmischung, Gewürzzubereitung, Gewürzsalz: was auf der Packung steht
Die Leitsätze unterscheiden mehrere Begriffe, und auf dem Etikett verraten sie Ihnen, was Sie kaufen. Sinngemäß gilt:
- Gewürz: eine einzige Pflanzenart, ganz oder gemahlen, etwa Kardamom, Pfeffer oder Zimt.
- Gewürzmischung: mehrere Gewürze und sonst nichts. Unser 5 Gewürze Pulver aus Pfeffer, Zimt, Fenchel, Sternanis und Nelken ist so eine Mischung.
- Gewürzzubereitung: Gewürze mit weiteren würzenden Zutaten wie Salz, Zucker, Gemüse oder Öl, wobei die Gewürze den Ton angeben. In unserem Paella-Gewürz etwa stehen Paprika und Safran neben Salz, Zwiebel und Knoblauch.
- Würzmischung: Hier überwiegen die anderen Zutaten, die Gewürze sind nur ein Teil davon. So ist es bei unserem Glühwein- und Punschgewürz, einem Gewürzzucker, bei dem Zucker in der Zutatenliste vorn steht.
- Gewürzsalz: Speisesalz mit Gewürzen oder Kräutern, wobei das Salz die Grundlage bildet, wie bei Kräutersalz.
Wie Mischungen aufgebaut sind und welche Klassiker es gibt, zeigt unsere Seite Bekannte Gewürzmischungen. Beim Einkauf hilft ein Blick auf die erste Stelle der Zutatenliste: Was dort steht, kaufen Sie vor allem.
| Begriff | Was drin ist | Beispiel |
|---|---|---|
| Gewürz | eine Pflanzenart, ganz oder gemahlen | Kardamomkapseln, Zimtstangen |
| Kraut | Blätter und zarte Triebe, im Lebensmittelbuch ebenfalls Gewürz | Dillspitzen, Oregano |
| Gewürzmischung | nur Gewürze | 5 Gewürze Pulver |
| Gewürzzubereitung | Gewürze mit Salz, Zucker, Gemüse oder Öl, Gewürze prägen | Paella-Gewürz |
| Würzmischung | andere würzende Zutaten überwiegen | Gewürzzucker für Glühwein |
| Gewürzsalz | Speisesalz als Grundlage, dazu Gewürze oder Kräuter | Kräutersalz |
| würzende Zutat | würzt, ist aber kein Pflanzenteil | Salz, Zucker, Essig |
Gewürze Bedeutung: Woher kommt das Wort Gewürz?
Das Wort Gewürz geht auf das alte deutsche Wort Wurz zurück, das Pflanze, Kraut oder Wurzel bedeutete. Ein Gewürz war ursprünglich also einfach das, was von Pflanzen stammt und dem Essen Würze gibt.
Aus derselben Wurzel stammen würzen und Würze. Im heutigen Wort Wurzel klingt die alte Bedeutung noch nach.
Andere Sprachen gingen einen anderen Weg. Das englische spice und das französische épice gehen auf das lateinische species zurück. Es bedeutete Art oder Ware und wurde im Handel zum Wort für kostbare Würzwaren.
Gewürz meaning: Was heißt Gewürz auf Englisch?
Gewürz means spice in English, and Gewürze is the plural, spices. Kräuter are herbs, a Gewürzmischung is a spice blend, and gewürzt means seasoned or spiced.
Auf Deutsch zusammengefasst: Gewürz heißt auf Englisch spice, Kräuter heißen herbs. Wer englische Rezepte nachkocht, findet seasoning oft als Oberbegriff für Salz, Pfeffer und Gewürze zusammen.
Gewürze Sorten: Wie viele Gewürze gibt es?
Eine feste Zahl gibt es nicht, weil jede Liste anders abgrenzt. Rechnet man Kräuter, Samen, Rinden und Wurzeln zusammen, sind es weit über hundert Pflanzen, dazu kommen regionale Pflanzen, die nur in einer Gegend zum Würzen genutzt werden.
Viele Gewürze gibt es außerdem in mehreren Sorten. Schwarzer, grüner und weißer Pfeffer wachsen an derselben Ranke und unterscheiden sich durch Reife und Verarbeitung. Paprika gibt es edelsüß, rosenscharf und geräuchert, Zimt als Ceylon-Zimt und als Cassia.
Viele Gewürze früherer Zeiten waren lange vergessen und kehren gerade erst in die heimischen Küchen zurück, etwa der Lange Pfeffer oder die Macis. Woher die Gewürze kommen, zeigt Gewürz Klassifizierung nach Herkunft, nach Pflanzenteil geordnet finden Sie sie bei Gewürze Arten.
Geschichte der Gewürze: vom Pharaonengrab zum Pfeffersack
Die Geschichte der Gewürze reicht Jahrtausende zurück. In Küchenresten aus der Zeit vor 3000 bis 4000 Jahren fanden Forscher Spuren von Koriander und Kreuzkümmel, im Grab des Tutanchamun lagen Korianderfrüchte.
Die Römer würzten großzügig mit Pfeffer, der auf langen Wegen aus Indien kam. Später lag der Handel lange in den Händen arabischer Kaufleute, die Gewürze über das Meer und durch die Wüste nach Westen brachten. Von dort übernahmen Venedig und Genua das Geschäft für Europa.
Gewürze im Mittelalter: Spezereien als Luxus
Im Mittelalter spielten Gewürze in Europa eine große Rolle. Der Sammelbegriff für alle Gewürze aus fernen Ländern war Spezereien, abgeleitet vom italienischen spezie. Wer damit handelte, wurde reich, und reiche Kaufleute hießen spöttisch Pfeffersäcke.
Gewürznelken und Muskatnuss galten als Statussymbol. Pfeffer war so kostbar, dass man sprichwörtlich sagte, er werde mit Gold aufgewogen. Die oft erzählte Geschichte, Gewürze hätten verdorbenes Fleisch überdecken sollen, halten viele Historiker für eine Legende: Wer Pfeffer bezahlen konnte, konnte sich auch frisches Fleisch leisten.
Haltbar machten die Menschen ihr Essen vor allem mit Salz, Rauch, Essig und Trocknen, Kühlschränke gab es noch keine. Heute zählen Safran, Vanille und der Kardamom zu den teuersten Gewürzen der Welt. Warum gerade Safran so viel kostet, erklärt Safran Preise.
Woran erkennt man ein gutes Gewürz?
Ein gutes Gewürz erkennen Sie zuerst mit der Nase. Zerreiben Sie eine Prise zwischen den Fingern: Frische Ware duftet sofort deutlich, alte riecht flach oder nach Staub.
Dann zählen die Augen. Die Farbe ist kräftig und gleichmäßig, ganze Gewürze sind fest und unbeschädigt. Bei Kardamom sind das grünliche Kapseln und ein klarer Duft beim Öffnen.
Ganze Gewürze halten ihr Aroma länger als gemahlene, weil die Duftstoffe im Inneren geschützt sind. Lagern Sie beides dunkel, trocken und luftdicht, nicht direkt über dem Herd. Unser BIO-Kardamom aus Guatemala kommt deshalb im wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel, kontrolliert von der Kontrollstelle DE-ÖKO-009.
Häufige Fragen
Was sind Gewürze?
Gewürze sind Teile von Pflanzen wie Samen, Früchte, Rinde, Wurzeln, Blüten oder Blätter, die wegen ihres natürlichen Duftes und Geschmacks zum Würzen dienen. Sie sind meist getrocknet und nicht mit anderen Zutaten vermischt.
Warum ist Salz kein Gewürz?
Salz ist ein Mineral und keine Pflanze. Es verstärkt den Geschmack, bringt aber keine eigenen Duftstoffe mit und gilt deshalb als würzende Zutat.
Was ist der Unterschied zwischen Gewürz und Kraut?
In der Küche sind Kräuter die Blätter und zarten Triebe einer Pflanze, Gewürze die übrigen Teile wie Samen, Rinde oder Wurzeln. Das Lebensmittelbuch zählt Kräuter ebenfalls zu den Gewürzen.
Was ist eine Gewürzzubereitung?
Eine Gewürzzubereitung enthält Gewürze und weitere würzende Zutaten wie Salz, Zucker oder Gemüse, wobei die Gewürze den Geschmack prägen. Eine Gewürzmischung besteht dagegen nur aus Gewürzen.
Wie viele Gewürze gibt es?
Eine feste Zahl gibt es nicht, weil jede Liste anders abgrenzt. Mit Kräutern, Samen, Rinden und Wurzeln sind es weit über hundert Pflanzen.
Woher kommt das Wort Gewürz?
Gewürz geht auf das alte deutsche Wort Wurz zurück, das Pflanze, Kraut oder Wurzel bedeutete. Auch würzen und Würze stammen davon ab.
Was heißt Gewürz auf Englisch?
Gewürz heißt auf Englisch spice, Gewürze heißen spices. Kräuter sind herbs, eine Gewürzmischung ist ein spice blend.
Wie nannte man Gewürze im Mittelalter?
Im Mittelalter hießen Gewürze aus fernen Ländern Spezereien. Reiche Gewürzhändler nannte man spöttisch Pfeffersäcke.
Weiterlesen

Unsere Geschichte






