Schweizer Safran
Safran wächst in der Schweiz vor allem im Walliser Bergdorf Mund oberhalb von Brig, auf rund 1.200 Metern Höhe. Dort bauen Familien den Krokus seit Jahrhunderten auf kleinen Äckern an, die Ernte ergibt nur kleine Mengen. Unter dem Namen Munder Safran ist er in der Schweiz als geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) eingetragen.
Im Oktober riecht es am Hang über dem Rhonetal nach feuchter Erde und Heu. Zwischen Trockenmauern und kleinen Äckern leuchten violette Blüten, darüber die Gipfel der Walliser Alpen. Frühmorgens bücken sich hier Dorfbewohner über die Beete und sammeln Blüte um Blüte in flache Körbe.
- Safran Schweiz: Wo wächst Safran in der Schweiz?
- Munder Safran: der Safran aus Mund im Wallis
- Seit wann gibt es Safran in Mund?
- Wie wird Safran in Mund geerntet?
- Safranlehrpfad und Safranmuseum: Mund besuchen
- Safran auf Französisch und Italienisch: safran und zafferano
- Wie schmeckt Schweizer Safran?
- Safran in der Schweizer Küche: Risotto, Brot und Nudeln
- Munder Safran kaufen: was Sie wissen sollten
- Kann man Safran in der Schweiz selbst anbauen?
- Safran in anderen Ländern
- Häufige Fragen
Safran Schweiz: Wo wächst Safran in der Schweiz?
Safran wächst in der Schweiz vor allem in Mund, einem kleinen Bergdorf im Kanton Wallis. Berühmt in Europa ist Mund durch seinen Anbau von Safran. Rund 1.200 Meter hoch liegt der Ort, mit einem Klima, in dem der Krokus gut gedeiht.
Die Sommer am Südhang sind trocken und sonnig, die Herbstnächte kühl. Dazu kommt ein durchlässiger, steiniger Boden, in dem die Knollen nicht im Wasser stehen. Genau diese Mischung braucht der Safrankrokus.
Daneben gibt es in der Schweiz einzelne kleine Safranfelder an anderen Orten. Mund ist aber das bekannte Zentrum, und wer von Schweizer Safran spricht, meint meist Munder Safran.
Munder Safran: der Safran aus Mund im Wallis
Munder Safran ist der Safran, der in Mund angebaut, geerntet und getrocknet wird. Unter diesem Namen ist er in der Schweiz als geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) eingetragen. Den Namen darf nur Safran aus dem festgelegten Gebiet tragen.
Die Fläche ist winzig. Insgesamt sind es knapp zwei Hektar, verteilt auf viele kleine Parzellen, die einzelnen Familien gehören. Traditionell wechseln sich Safran und Roggen auf den Äckern ab.
Über Anbau und Tradition wacht im Dorf eine Safranzunft. Sie sorgt dafür, dass die Felder gepflegt werden und das Wissen von einer Generation an die nächste geht.
| Munder Safran | |
|---|---|
| Ort | Mund, Kanton Wallis, oberhalb von Brig |
| Höhe | rund 1.200 Meter |
| Fläche | knapp zwei Hektar, viele kleine Parzellen |
| Ernte | Oktober, frühmorgens von Hand |
| Menge | sehr klein, je nach Jahr verschieden |
| Schutz | geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) |
| Für Besucher | Safranlehrpfad und Safranmuseum |
Seit wann gibt es Safran in Mund?
Safran wird in Mund seit Jahrhunderten angebaut. Wie der Krokus ins Wallis kam, ist nicht sicher belegt. Die Überlieferung erzählt von Pilgern oder Söldnern, die Knollen aus dem Süden mitbrachten.
Auch in der Schweiz wurde Safran früher zum Färben von Wolle und Stoff verwendet, für Liköre, Parfums und Haarwasser. Seine goldgelbe Farbe war lange wertvoller als sein Geschmack.
Im 20. Jahrhundert war der Anbau fast verschwunden, nur wenige Beete blieben übrig. Dass es Munder Safran heute wieder gibt, verdankt das Dorf den Familien, die ihn weiter pflegten.
Wie wird Safran in Mund geerntet?
In Mund wird Safran im Oktober von Hand geerntet, frühmorgens, solange die Blüten geschlossen sind. Die Felder liegen am Steilhang, Maschinen kämen hier ohnehin nicht weit.
Nach dem Pflücken zupfen die Familien aus jeder Blüte die drei roten Narben und trocknen sie schonend. Für ein Gramm braucht es rund 150 bis 250 Blüten. Bei der kleinen Fläche kommt im ganzen Dorf so nur eine kleine Menge zusammen.
Jeden Schritt vom Pflücken bis zum fertigen Faden erklären wir unter Herstellung von Safran. Wie der Krokus über das Jahr wächst, steht unter Safran Anbau.
Safranlehrpfad und Safranmuseum: Mund besuchen
In Mund gibt es einen Safranlehrpfad, auf dem Besucher alles Wissenswerte zum Thema erfahren können. Er führt an den Feldern vorbei und erklärt Pflanze, Ernte und Geschichte auf Tafeln. Dazu kommt ein kleines Safranmuseum im Dorf.
Die schönste Zeit für einen Besuch ist der Oktober, wenn die Felder blühen. Dann sehen Sie, wie klein die Äcker sind und wie viel Handarbeit in einer Handvoll Fäden steckt. Ein Tipp: früh kommen, denn am späten Vormittag ist die Ernte oft schon vorbei.
Safran auf Französisch und Italienisch: safran und zafferano
Safran heißt auf Französisch safran und auf Italienisch zafferano. In der Schweiz begegnen Ihnen alle drei Wörter, je nach Landesteil. Im französischsprachigen Unterwallis sagt man safran, im Tessin zafferano. Wer auf Französisch sucht, findet Schweizer Safran als „safran suisse“.
Alle diese Namen gehen auf das arabische zaʿfarān zurück. Auf Spanisch heißt das Gewürz azafrán, daher kommt auch unser Firmenname. Mehr dazu unter Spanischer Safran.
Wie schmeckt Schweizer Safran?
Schweizer Safran schmeckt wie guter Safran überhaupt: herb, leicht bitter und honigartig süß, mit einem Duft nach Heu und getrockneten Blüten. Die Pflanze ist überall dieselbe, Unterschiede kommen eher von Trocknung, Frische und Lagerung.
Im Herbst passt er gut zu dem, was die Bergküche dann auf den Tisch bringt: Kartoffeln, Rahm, Reis und Fisch aus dem See. Sahne und Butter tragen sein Aroma, eine Spur Weißwein bringt Frische dazu. Wie einfach das geht, zeigen unsere Safrankartoffeln.
Wie Sie Safran dosieren und wozu er passt, steht unter Safran Gewürz.
Safran in der Schweizer Küche: Risotto, Brot und Nudeln
Der Schweizer Safran wird gern in Nudeln und Brot verarbeitet. Man findet ihn im Risotto ebenso wie in vielen traditionellen Gerichten der Schweiz. Im Wallis gehört ein Safranbrot oder ein Safranrisotto für viele zum Herbst.
Safranrisotto ist auch im Tessin zuhause, wo die Küche nah an der italienischen ist. Unsere Anleitung für ein Safranrisotto gelingt mit wenigen Fäden.
Für süßes Gebäck lohnt sich ein Blick auf die Safran-Grieß-Torte. Weitere Ideen finden Sie bei unseren Safran Rezepten.
Munder Safran kaufen: was Sie wissen sollten
Munder Safran kaufen ist nicht ganz einfach, denn die Menge ist sehr klein. Er wird meist direkt im Wallis verkauft, oft im Dorf selbst. Echten Munder Safran erkennen Sie am geschützten Namen auf der Packung.
Wegen der kleinen Ernte zählt er zu den teuersten Safransorten. Wie Safranpreise zustande kommen, erklären wir unter Safran Preise.
Für jeden Safran gilt: tiefrote Fäden ohne viel Gelb, kräftiger Duft, lichtdichte Verpackung. Wie Sie echten Safran erkennen, zeigen wir unter Safran Fälschungen.
Kann man Safran in der Schweiz selbst anbauen?
Ja, Safran lässt sich in vielen Gegenden der Schweiz im Garten ziehen. Wichtig sind ein sonniger Platz und ein durchlässiger Boden, in dem kein Wasser steht.
Die Knollen kommen im Spätsommer in die Erde und blühen im Oktober. Rechnen Sie im ersten Jahr nur mit wenigen Blüten. Für ein Risotto reicht die Ernte eines Beets aber schon. Wie Sie dabei vorgehen, steht unter Safran Anbau.
Safran in anderen Ländern
Mund ist eines der kleinsten Safrangebiete Europas. Weit größere Mengen kommen aus dem Iran, aus Spanien und aus Griechenland.
Mehr über diese Herkünfte lesen Sie unter Iranischer Safran, Spanischer Safran, Griechischer Safran und Safran aus Marokko.
Häufige Fragen
Wo wächst Safran in der Schweiz?
Vor allem in Mund im Kanton Wallis, auf rund 1.200 Metern Höhe oberhalb von Brig. Daneben gibt es einzelne kleine Felder an anderen Orten.
Was ist Munder Safran?
Safran, der in Mund im Wallis angebaut, geerntet und getrocknet wird. Er ist in der Schweiz als geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) eingetragen.
Wie viel Safran wird in Mund geerntet?
Nur eine kleine Menge, denn die Anbaufläche beträgt knapp zwei Hektar und alles wird von Hand gepflückt.
Wann blüht der Safran in Mund?
Im Oktober. Dann lohnt sich ein Besuch, etwa auf dem Safranlehrpfad, am besten früh am Morgen.
Wie schmeckt Schweizer Safran?
Herb, leicht bitter und honigartig süß, mit einem Duft nach Heu, wie guter Safran überhaupt.
Kann man Safran in der Schweiz anbauen?
Ja, an einem sonnigen Platz mit durchlässigem Boden. Die Knollen kommen im Spätsommer in die Erde und blühen im Oktober.
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